Sie heißen Stella and DotThirty One Gifts,  Chloe and IsabelGigi HillMiche BagsJ Hilburn, Juvalia,  Julia & You und Pippa & Jean und verbinden den Charme der Avon-Beraterin, das Gemeinschaftsgefühl der Tupperware-Party mit den Elementen des Web.

Homeshopping-Parties, das zeigt schon die Welle der Neugründungen, sind die jüngste Hoffnung im E-Commerce für Schmuck, Mode, Accessoires, Kosmetik und Lifestyle-Produkte.  Denn hier multiplizieren sich die Vorteile des E-Commerce mit klassischem Direktvertrieb.

Pippa & Jean ist der neuste Sproß des Home-Shopping-Trends. BuyVIP-Gründer Gerald Heydenreich prescht damit in den hierzulande noch jungen Markt. Das Frankfurter Unternehmen will mit Style-Coaches Schmuck,  Accessoires und später auch Lifestyle-Artikeln über Partys an den Kunden bringen.  Das Ziel ist ehrgeizig. 100.000 Frauen sollen als Style-Coach die Produkte präsentieren. Tupperware bringt es auf rund 70.000 Beraterinnen.  

Schmuck in die Wohnzimmer bringt hierzulande auch Juvalia. Das Start-up aus dem Springstar-Reich kann sogar ein eigenes Online-Magazin vorweisen, das hochwertig daherkommt - auch wenn der Durchschnittspreis der Artikel unter 50 Euro liegt.

Eines der großen Vorbilder für die Social-Selling-Startups ist Stella and dot. Nachdem Sequoia Capital das Start-up mit  37 Millionen US-Dollar ausstattete, steht der Expansion nichts mehr im Wege. Auch Deutschland gehört zum Masterplan für Shopping-Parties rund um Schmuck und Mode.  Die Geschichte der Gründerin Jessica Herrin, eine ehemalige Wall-Street-Managerin, ist zudem eine schöne Mediengeschichte.

Direktvertrieb - das ist ein Begriff mit dem auch klassische Händler und Marken etwas anfangen können. So wundert es wenig, dass sogar Beauty-Regionalgröße Budnikowsky Beauty-Parties in den eigenen vier Wänden anbietet. 

Die neuen Hausbesuche-Modelle können dabei gleich mehrere Pluspunkte addieren:

+ Die Parties verlängern das Web in die Offline-Welt und bereichern es um die klassischen Vorteile des Direktvertriebs: Nähe und persönliche Ansprache.

+ Die Vernetzung der Kunden untereinander erzeugt eine höhere Aufmerksamkeit für die Houseparty und macht es leichter, Gäste anzusprechen. Im Umkehrschluss kann zudem durch die Vernetzung bei Facebook und Co die Mundpropganda nach einer Party nochmals gesteigert werden.

+ Obendrein, bemerkt Jeremy Liew von Lightspeed Venture Partners, werden die Hausbesuche durch Tablets und Co. multimedialer und erleichtern die Bestellung von Produkten, die nicht im Köfferchen der Beraterin sind. Das kann den Umsatz steigern. Hinzu kommt: Mit Mobile Payment-Lösungen wie Squareup wird auch das Bezahlen leichter. 

+ Besonders lukrativ erscheint die mögliche Reichweite: Die Konzepte erreichen schließlich auch begrenzt online-affine Menschen. Housparties könnten mithin zum E-Commerce für das zweite Drittel der Gesellschaft werden. 

+ Es ist zudem ein Einstiegstor für Marken, wenn sie sich als Sponsor für Partypakete andienen. Houseparty setzt genau auf dieses Element.  Nutzer melden sich als Party-Interessenten an, werden über gesponserte Marken-Parties auf dem laufenden gehalten  und können sich dann als Gastgeber für Marken-Events bewerben.   

Und was macht eigentlich Tupperware? Rund 2,6 Milliarden Dollar hat das Unternehmen zuletzt umgesetzt. Jede Woche finden 10 000 bis 15 000 Partys in Deutschland, größter Tupper-Markt weltweit, statt. In Deutschland war der Umsatz indes zuletzt leicht rückläufig, 2010:  217 Millionen Euro.