Neue Richtlinien für Direktmarketing sollen Abhilfe bei der Flut von Werbung über SMS, Fax und E-Mail schaffen.

Wie der Verband der deutschen Internetwirtschaft eco heute bekanntgegeben hat, geht aus einer aktuellen Untersuchung hervor, dass elektronisch übermittelte Werbung auf Handy, Fax oder PC von den Verbrauchern als störend empfunden wird. 93% der Befragten gaben an, sich wie "wie von der Pest überfallen" zu fühlen. Drei Viertel der Betroffenen werfen die Werbesendungen sogar umgehend in den elektronischen Papierkorb.

Nur 16% lesen die Werbebotschaften überhaupt - aber mit Verärgerung. Die Absender der unerwünscht zugesandten Werbung werden von mehr als 85% der Verbraucher als "unangenehm" empfunden. Über zwei Drittel wollen von Firmen, die sich auf diese Weise unbeliebt machen, "auf keinen Fall" Produkte kaufen. Hierdurch wird deutlich, dass ungefragt übermittelte elektornische Nachrichten Anti-Werbung für die Unternehmen bedeuten. Das geht aus aktuellen Untersuchungen hervor, auf die der Verband der deutschen Internetwirtschaft, eco Electronic Commerce Forum e.V. (Köln) hinweist. Der Verband hat angekündigt, am 4. Oktober eine "Richtlinie über Online-Direktmarketing" vorzustellen. Diese soll Verbraucher neben unerwünschter E-Mail-Werbung auch vor Fax- und SMS-Werbung schützen.

Der werbetreibenden Wirtschaft, die von den Online-Verbrauchern zunehmend zurückgewiesen wird, rät der Verband der deutschen Internetwirtschaft den Wechsel zum Erlaubnismarketing, dem sogenannten Permission Marketing. Hierbei erhält der Verbraucher nur Werbung, die er selbst anfordert. Als typische Beispiele nennt der Verband themenspezifische Newsletter, witzige Cartoons und aktuelle Info-Mails, die im kostenlosen Abonnement angeboten werden. Umfragen zufolge stehen 79%der Verbraucher den von ihnen selbst gewünschten E-Mails und Faxen positiv gegenüber. 49% freuen sich sogar über die "Permission-Post" und lesen sie gleich nach dem Eintreffen mit Neugier. Vorsicht ist allerdings beim "Mobile Marketing" geboten: während 78% der unter 25-jährigen Handy Nutzer bereits positive Erfahrungen mit erwünschter SMS-Werbung gemacht haben, fühlen sich ältere Handy-Nutzer von jeder Form der Werbung auf den Minidisplays belästigt. Drei Viertel wären bereit, zu einer Mobiltelefongesellschaft zu wechseln, die ihnen garantiert, dass sie keine Werbe-SMS ins Netz lässt. (JR)


KONTAKT:

Electronic Commerce Forum e.V.
Verband der deutschen Internetwirtschaft
Grasweg 2
50769 Köln
Mail: info@eco.de
Internet: www.eco.de