Land Rover bleibt sich treu und präsentiert mit dem neuen Range Rover Sport einen mit modernster Technik und hoher Anhängelast ausstaffierten Geländewagen.

Die bedrückenden Bilder vom jüngsten „Jahrhunderthochwasser“ sind in Deutschland noch in Erinnerung, die Schäden längst noch nicht beseitigt. Fast schon zynisch könnte man meinen, die britische Traditionsmarke Land Rover hat jetzt das passende Fahrzeug für solcherlei sich häufenden Wetterunbilden auf die mächtigen Räder gestellt: Der neue Range Rover Sport verfügt als erstes Auto überhaupt über einen Sensor, der den Pegelstand messen und dem Fahrer anzeigen kann, ob die maximale Wattiefe von 85 Zentimetern ausreicht, um die feuchte Passage zu durchqueren.

Natürlich hatten die Entwickler in erster Linie die weitere Verbesserung der Geländetauglichkeit im Sinn, „aber denken Sie nur an überflutete Unterführungen“, weist Thomas Tieben, der bei Land Rover für die Schulung von Händlern und Verkäufern zuständig ist, auf eine durchaus häufiger vorkommende Verkehrssituation hin.

Verkaufsstart am 20. September

Und der dynamische Bruder des vornehmen Range Rover bringt noch zahlreiche weitere Tugenden mit in die Verkaufsräume, wo er am 20. September seinen seit 2005 produzierten Vorgänger ablöst: Die zweite Generation wird nämlich nicht mehr vom Discovery sondern vom Range Rover selbst abgeleitet – und verfügt daher über eine Gewicht sparende Aluminiumkarosse.

Stattliche 420 Kilogramm hat der „Sport“ damit abgespeckt. Das macht sich im Handling bemerkbar, vor allem aber an der Tankstelle, wenngleich der Wagen immer noch mehr als zwei Tonnen auf die Waage bringt. Land Rover verspricht „14 Prozent weniger Verbrauch“ und gibt für die beiden Sechszylinder-Diesel mit 190 kW/258 PS und 215 kW/292 PS Normwerte von 7,3 beziehungsweise 7,5 Liter an.

Diesel-Hybrid feiert auf der IAA Weltpremiere

Noch sparsamer soll der erste Diesel-Hybrid (6,4 Liter) der Traditionsmarke werden, der auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) vom 12. bis 22. September in Frankfurt am Main seine Weltpremiere feiert und die Baureihe ab Anfang 2014 ergänzt.

Wer Prestige und vor allem noch mehr Leistung sucht, greift zu den mächtigen Achtzylindern. Der 4,4-Liter-Diesel mobilisiert 250 kW/339 PS, der 5,0-Liter große Benziner gar 375 kW/510 PS. Die Preisspanne reicht von 59.600 Euro bis 88.300 Euro.

Zahlreiche technische Finessen

In der Investition inbegriffen sind allerlei technische Finessen wie die zweite Generation des „Terrain Response“-Systems, mit dem das Fahrwerk auf unterschiedliche Bodenbeläge wie Schotter, Sand oder Schnee eingestellt werden kann. Ein gezielter Bremseingriff auf die kurveninneren bei gleichzeitiger Beschleunigung der kurvenäußeren Räder sorgt für noch mehr Dynamik und Wankbewegungen sind praktisch ausgeschlossen.

Ein starkes Argument für Gewerbetreibende dürfte die maximale Anhängelast von 3.500 Kilogramm sein. Optional ist dazu eine elektrisch ausfahrbare Anhängerkupplung bestellbar. Das 4,85-Meter-Gefährt kann zudem mit zusätzlicher Bestuhlung im Kofferraum als „5+2“-Sitzer geordert werden und auch an Komfortfeatures fehlt es nicht. So verfügt das Soundsystem im Fahrzeug gleich über 23 Lautsprecher.

Traditionsmarke im Aufwärtstrend

Neben dem erfolgreichen Evoque, der zur IAA mit neuen Assistenzsystemen und einem neunstufigen Automatikgetriebe aufwartet, dürfte der Sport damit den Aufwärtstrend der zum indischen Tata-Konzern gehörenden Marke weiter befördern. Nach den ersten sieben Monaten des Jahres verbucht Land Rover ein Plus von 17 Prozent. Nur die Schwestermarke Jaguar (36,3 Prozent) und Seat (29 Prozent) weisen in einem rückläufigen deutschen Gesamtmarkt (minus 6,7 Prozent) höhere Wachstumsraten auf.

Bernd Nusser

Einen ausführlichen Ausblick auf die 65. Internationale Automobil-Ausstellung (IAA) vom 12. bis 22. September in Frankfurt am Main lesen Sie in der September-Ausgabe von Der Handel, die am 4. erscheint. Zum kostenfreien Probeexemplar geht es hier.