Schlecker-Mitarbeiter, die Opfer von Überfällen wurden, beklagen sich in einem Magazin-Interview über schlechte Hilfe vom Unternehmen. Der Discounter wehrt sich gegen die Vorwürfe.

Überfälle sind bei Schlecker keine Seltenheit: Laut dem Magazin "Stern" wurden im vergangenen Jahr 380 der rund 9.000 Schlecker-Filialen in Deutschland  überfallen.

Mehrere Schlecker-Mitarbeiterinnen, die in den vergangenen Jahren während der Arbeit Opfer von Überfällen wurden, beklagen sich nun in der am Donnerstag erscheinenden Ausgabe des Magazins über eine mangelnde Vorbereitung auf den Ernstfall sowie eine "chaotische, teilweise zynische Betreuung" danach.

"Verbindliche Leitlinien"

Der Drogeriediscounter versichert hingegen, das Unternehmen habe die Mitarbeiter mit den Folgen von Überfällen nicht allein gelassen.

Die Kinder des Unternehmensgründers Anton Schlecker, Lars und Meike Schlecker, beteuern ebenfalls im "Stern", dass für die Führungskräfte verbindliche Leitlinien zum Thema Sicherheit gelten. Seit 2006 gebe es zudem verpflichtende Überfall-Schulungen für alle Mitarbeiter.

Meike Schlecker, die 1987 zusammen mit ihrem Bruder entführt wurde, sagte dem Magazin: "Sie können uns glauben, keiner weiß es besser als meine Eltern, mein Bruder und ich, wie so eine Situation ist."

Verdi sieht Fortschritte, Weißer Ring nicht

Achim Neumann, bei der Gewerkschaft Verdi für Schlecker zuständig, sieht Fortschritte beim Thema Überfälle - vor wenigen Tagen sei zum Beispiel eine Sicherheits-Arbeitsgruppe eingerichtet worden. Doch es gebe nach wie vor "einen riesigen Problemdruck", klagt Neumann.

Dazu passt die Einschätzung von Veit Schiemann von der Opferhilfeorganisation Weißer Ring, der zum "Stern" sagte": "Wir haben den Eindruck, dass sich bei Schlecker sehr wenig tut."