Die seit März 2000 anhaltenden Kursverluste am Neuen Markt haben dazu geführt, dass viele Unternehmen mittlerweile einen negativen Unternehmenswert aufweisen.

Die seit März 2000 anhaltenden Kursverluste am Neuen Markt haben dazu geführt, dass viele Unternehmen mittlerweile einen negativen Unternehmenswert (Enterprise Value) aufweisen, d.h. der Wert der liquiden Mittel (abzgl. Finanzverbindlichkeiten) übersteigt die Marktkapitalisierung.

Die Analyse der GZ-Bank AG ergab, dass dies immerhin auf etwa 7% der Unternehmen am Neuen Markt zutrifft. Unter den Neuemissionen des vergangenen Jahres liegt der Anteil der Unternehmen mit einem negativen Unternehmenswert sogar bei 15%. Damit erscheinen diese Gesellschaften auf den ersten Blick attraktive Übernahmeziele zu sein. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob den Anlegern am Neuen Markt nach der IPO-Welle nun eine Übernahmewelle bevorsteht. Nach Einschätzung der GZ-Bank AG ist dies nicht zu erwarten, da Übernahmen nicht nur durch hohe liquide Mittel motiviert sind. Denn im Rahmen von Übernahmen spielt das Vorhandensein weiterer wichtiger Assets, wie z.B. innovative Technologien, eine attraktive Kundenbasis oder ein gut ausgebautes Vertriebsnetz eine mindestens genau so große Rolle wie ausreichende Liquidität. In den meisten Fällen wurde bei den Unternehmen mit negativem Enterprise Value festgestellt, dass kaum werthaltige Assets dieser Art vorhanden sind, die eine Übernahme rechtfertigen würden. Denn meistens ist die niedrige Bewertung am Kapitalmarkt ja gerade eine Folge des Fehlens solcher Assets. Zudem weisen die Gesellschaften in der Regel hohe Cash-Abflüsse aus dem operativen Geschäft auf. Der negative Unternehmenswert reflektiert somit die Erwartung, dass die Unternehmen in absehbarer Zeit nicht in der Lage sein werden, Mittelzuflüsse aus dem laufenden Geschäft zu generieren. In den meisten Fällen erscheint den Analysten diese Erwartung durchaus gerechtfertigt. Aus Sicht der GZ-Bank AG wird daher eine Übernahmewelle am Neuen Markt ausbleiben.

Der Nemax Biotechnology Index ist geprägt durch zahlreiche Unternehmen aus dem Bereich Technologieanbieter. Nur wenige Unternehmen widmen sich dagegen der Entwicklung von Medikamenten. Eine überdurchschnittliche Performance sollte in beiden Segmenten aber nur mit Werten zu erzielen sein, die die Solidität ihres Business-Modells bereits unter Beweis gestellt haben. Hier ragen nach Einschätzung der GZ-Bank AG derzeit nur Qiagen als Anbieter von Verbrauchsmaterialien in der Biotechnologie und Rhein Biotech als Entwickler von Impfstoffen heraus. Demgegenüber erwarten die Experten für die gesamte Branche derzeit keine Outperformance gegenüber dem Nemax All Share.

Bei Einzelwerten im IT-Sektor am Neuen Markt sehen die Analysten im Bereich Smart Cards Kurspotenzial für Mühlbauer. Das Unternehmen ist laut Angaben der GZ-Bank AG Marktführer für die Smart Card- und Smart Label-Produktion und fokussiert sich auf lukrative und vergleichsweise geringen Nachfrageschwankungen unterworfenen Märkte. (PJ)


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