Im Streit über die Bezahlung von Überstunden bei Schlecker gibt es laut Gewerkschaft Verdi eine erste Einigung. Wie die Drogeriemarktkette in Zukunft vorgehen wird, bleibt jedoch ungewiss.

Unternehmen und Gesamtbetriebsrat haben sich geeinigt: Schlecker zahle die Überstunden für die Monate Juli und August mit dem kommenden Gehalt aus, sagte ein Verdi-Sprecher am Mittwoch im thüringischen Oberhof, wo die 52 Betriebsräte derzeit tagen.

Allerdings sei offen, wie sich das Unternehmen künftig verhalten werde. Von Schlecker gab es zunächst keine Angaben darüber, ob die zusätzlichen Stunden auch künftig ausbezahlt werden.

Bis Ende Juni waren die Überstunden vergütet worden, danach flossen sie ohne Vorankündigung oder Begründung auf ein Mehrarbeits- Zeitkonto, wie der Verdi-Schleckerbeauftragte Achim Neumann sagte. Betroffen seien bundesweit rund 32.000 Angestellte.

Verstoß gegen Tarifvertrag

"Da fast alle Schlecker-Mitarbeiter nur teilzeitbeschäftigt sind, sind sie besonders auf das Geld angewiesen", hatte Neumann nach Bekanntwerden der Umstellung gesagt. Das Unternehmen habe damit gegen den Tarifvertrag für den Einzelhandel in den Bundesländern verstoßen.

Darin stehe, dass Überstunden vergütet würden und es einen Freizeitausgleich nur auf Wunsch des Arbeitnehmers und mit Zustimmung des Betriebsrats geben könne.

Neumann vermutete, dass Schlecker mit der Aktion Personalkosten sparen wolle. Durch den dann aber nötigen Abbau von Überstunden hätte wiederum Personal in den Filialen gefehlt.