"Virtuelle Anprobe: Noch kneift es in der Realität". So titelte etailment vor rund einem Jahr. Inzwischen klappt die Anprobe mittels virtueller Umkleidekabine immer besser. Fits.me, ein System, das Otto bereits Ende 2011 testete, greift nun nach dem deutschen Markt und eröffnet ein Verkaufsbüro in München. Namhafte Kunden gibt es auch schon.

Fits.me verfolgt dabei einen sehr eigenständigen Ansatz, in dem es auf Roboterartigen, automatisierten Ankleidepuppen eine Vielzahl von Konfektionsgrößen und Proportionen simuliert. Auf der Basis der dabei erstellten umfangreichen Fotoserien kann der Kunde mittels leicht anpassbarer Maßangaben beurteilen, wie ein angebotenes Kleidungsstück an ihm aussehen würde.

Die virtuelle Umkleidekabine von Fits.me wird dabei als Software as a Service angeboten und kann ohne großen Aufwand in jeden Web-Shop integriert werden. Eingesetzt wird sie beispielsweise schon bei Adidas.

In Großbritannien ist Fits.me bereits in etlichen Shops im Einsatz. Laut Anbieter kann die virtuelle Umkleidekabine dort die Zahl der wegen falscher Größe zurückgeschickten Artikel um bis zu 77 Prozent senken. Ein Grund: Der Zwang, sicherheitshalber mehrere Konfektionsgrößen zu bestellen, wird geringer.

Fits.me bietet zudem ein weiteres Tool zur Größenempfehlung: Fit Advisor gibt aufgrund der eingegebenen Maße und Wünsche des Online-Kunden mit graphischen Indikatoren verschiedene Größenempfehlungen. Anders als bei der virtuellen Umkleidekabine von Fits.me werden dabei aber keine Artikelfotos angezeigt. Der Fit Advisor ist sogar lernfähig: Er nutzt anonymisiert die Eingaben von Fits.me-Nutzern und soll so vorhersagen, welches Kleidungsstück zu welcher Körperform passt.