Otto drängt es ins Apothekengeschäft. Kunden können rezeptfreie (OTC) und verschreibungspflichtige (RX) Medikamente sowie Gesundheitsartikel über die soeben gestartete Plattform Vitabote bestellen. Beliefert werden sie innerhalb weniger Stunden von ihrer lokalen Apotheke.

Für die Apotheken gibt es auf Vitabote einen individualisierbaren Shopbereich, in dem sie ihr Angebot frei gestalten und beispielsweise auf spezielle Serviceleistungen hinweisen können. Kunden können wiederum via Postleitzahlensuche eine nahegelegene Apotheke auswählen. Das Team, das hinter dem Startup steht, kommt aus dem Corporate Development E-Commerce bei Otto.

„Lokalen Apothekern bieten wir eine unkomplizierte Lösung zur Nutzung des Online-Vertriebskanals. Sie müssen kein eigenes OnlineAngebot aufbauen sondern können auf eine bereits vorhandene Plattform zurückgreifen", umwirbt Florian Hermsdorf, Geschäftsführer von Vitabote, potenzielle Partner. Die müssen Medienberichten zufolge eine Umsatzprovision an Otto entrichten. Plus Logistikkosten: Die Lieferung durch einen Boten übernimmt die Apotheke, ohne dass für den Kunden zusätzliche Gebühren fällig werden. 

Dafür aber hätten die lokalen Apotheken dann, sagt Otto,  möglicherweise Zusatzerlöse und bessere Optionen im Wettbewerb mit den Versandapotheken. Auch das Online-und Offline-Marketing für die Bestellplattform übernimmt Vitabote für die Apotheken.

Derzeit ist Vitabote noch ein Test und auf bestimmte Stadtteile Hamburgs beschränkt. Bei Erfolg soll das System ausgeweitet werden. Damit kommt das Projekt langsamer vom Fleck als geplant. Ursprünglich waren erste Tests schon für den Sommer 2011 avisiert.

Schlimm ist das nicht: Das Online-Geschäft mit Arzneimittel ist noch auf Jahre ein Wachstumsmarkt im E-Commerce. Aber: In Geschäft dringen zunehmend auch die Drogerieketten. Beispiel: Die niederländische Versandapotheke Europa Apotheek Venlo hat ihren Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 15 Prozent auf mehr als 250 Millionen Euro gesteigert.  Knapp 100000, der rund 1,3 Millionen  Kunden, bestellten über eine der rund 850 Pick-up-Stellen beim Partner dm-Drogeriemärkte.