Der Shooting-Star der E-Commerce-Branche hat die Netto-Umsatzzahlen für 2011 bekannt gegeben: 510 Millionen Euro stehen in der Bilanz. Damit zeigt sich einmal mehr, wie schnell der Online-Schuhhändler wächst: Ende 2008 gegründet, setzte Zalando bereits 6 Millionen Euro netto um, 2010 waren es bereits 150 Millionen Euro. Auch innerhalb des Jahres 2011 beschleunigte sich das Wachstum: Nach dem ersten Halbjahr stand Zalando bei rund 200 Millionen Euro, am Ende war die halbe Milliarde geknackt.

In einem Interview mit "Wirtschaftswoche Online" hatten die Geschäftsführer zuletzt das Ziel der Umsatzmilliarde bekräftigt, das angesichts der neuen Zahlen nicht absurd erscheint. Laut "Online Shopping Survey" der GfK ist Zalando mittlerweile der fünftgrößte Onlinehändler in Deutschland.

„50 Prozent des Gesamtumsatzes werden bereits außerhalb Deutschlands erzielt. Zudem generieren wir mittlerweile mehr als die Hälfte unseres Umsatzes außerhalb der Kernkategorie Schuhe“, erklärt Zalando-Geschäftsführer Rubin Ritter. Zalando ist mittlerweile in zwölf europäischen Märkten aktiv. Diese Woche wurde der Shop in Dänemark und Finnland gelauncht. 

Um die Expansion organisatorisch zu stemmen, baut Zalando auch die Infrastruktur aus. Im Juli wurde ein neuer Technologie-Standort in Dortmund eröffnet, in dem künftig bis zu 60 Entwickler arbeiten werden. Zudem wird zurzeit in Erfurt ein Logistikzentrum errichtet.

Keine Angaben macht das Unternehmen zu den angelaufenen Verlusten. Diese lagen bereits 2010 bei 20 Millionen Euro. Zalando wehrt sich regelmäßig gegen den Vorwurf, das Unternehmen sei unsolide finanziert und wachse nur deshalb so schnell, weil sehr große Geldbeträge in TV-Werbung gesteckt würden. So gab Zalando 2011 laut Nielsen insgesamt 90 Millionen brutto für Werbung aus. Allerdings hat das Unternehmen einen Media-for-Equity-Deal mit der ProSieben-Sat1-Gruppe vereinbart, so dass nicht bekannt, wie viel Zalando wirklich bezahlt. 

Interessant ist natürlich ein Blick auf die Werbeaktivitäten in diesem Jahr: Laut Nielsen gab Zalando im 1. Halbjahr 2012 57,4 Millionen Euro für Werbung aus, das sind 19,5 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum - der Werbedruck lässt also etwas nach. 40,1 Millionen Euro entfallen davon auf Fernsehen (minus 13,9 Prozent), 17,3 Millionen Euro auf Werbung im Internet (minus 30,4 Prozent).