10 Player - 10 Lösungen - Teil II

Von Olaf Kolbrück Olaf Kolbrück | 16. Oktober 2013 |

Wie kann man den Kunden im Web begeistern? Wie kann man sich vom Wettbewerb abheben? Welche Erfolgspfade sind noch nicht ausgelatscht oder wenigstens zukunftsfähig? Nach unserem ersten Teil über Lösungsansätze im E-Commerce gibt es heute fünf weitere spannende Beispiele.     

Frontlineshop

Sortiment, Auswahl, Vielfalt. Das gilt ja gemeinhin als die sine qua non für den Erfolg im E-Commerce. Gerade, wenn es um Mode geht. Zwar gibt es auch beim Frontlineshop große Marken, doch das Gewicht liegt eher auf den hippen Brands, auf einer stilsicheren Auswahl. Die Boutique im Web als Stil-Filter. Man könnte sagen, Street-Credibility soll Auswahl schlagen. Das differenziert, das bedarf natürlich aber auch ganz anderer Anstrengungen in der Kommunikation mit dem Kunden, um die Exklusivmarken in den Fokus zu rücken. Denn gerade mit  innovativen Nischen-Marken spricht der Webshop, einst ein Platten-Versender für Indie-Musik, die urban geprägte Kundschaft an.

So ist Printwerbung für Frontline ganz wichtig. Aber auch mit Content Marketing, mit schicken Lookbooks zu Mode-Trends und einem frischen Blog rund um Lifestyle und Musik (die Unternehmensgeschichte lässt grüßen) verfolgt Frontlineshop einen eigenständigen Ansatz. Kassenzone hat dazu ein spannendes Video-Interview mit Fashion-Geschäftsführer Stefan Sommer.

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Edeka

Lange haben sie sich in ihren Betonhütten ausgeruht, die deutschen Ketten im Lebensmittelhandel. Doch inzwischen treiben sie den Online-Handel massiv voran und bauen zudem massiv auf den Einsatz von Apps für die Verknüpfung von Online und offline. Beispielsweise Edeka startete Mobile Payment in 100 Märkten in Berlin und Hamburg und kooperiert dabei  mit Valuephone. Für zusätzliche Attraktivität sorgen Coupons auf der App. Damit nicht genug: Edeka Bleise in Hamburg testete zudem eine Mobile Shopping Lösungen von Shopgate. Damit können Kunden Lebensmittel im Supermarkt online kaufen. In einem Testlauf gab es ausgewählte Produktpakete unter dem Motto „Mädelsabend“ sowie „Männerabend“ samt einem exklusiven Rabatt von bis zu 30 Prozent. Kunden mussten dazu lediglich die Edeka App herunterladen und den QR-Code des gewünschten Pakets von einem Werbeplakat einscannen. Alle darin enthaltenen Produkte landeten daraufhin direkt gesammelt im Warenkorb des mobilen Shops von Bleise und wurden zum Kunden geliefert.

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Ella&Paul

Individualisierung, Mass Customization –nennen Sie es wie Sie wollen. Der Trend zum „Was eigenes“ jenseits vom Massenprodukt wird in Zukunft immer wichtiger. Den gibt’s aber anderseits auch schon, seitdem man Taschentücher mit seinem Monogramm besticken kann. Entscheidend wird auch da die bestechende Idee sein. Kaum eine aber ist so süß und simpel wie die von Ella & Paul. Kunden schicken eine Kinderzeichnung ein, aus der dann nach der Vorlage ein individuelles Kuscheltier gefertigt wird. Da wartet zwar kein Weltmarkt auf das Unternehmen in Willich am Niederrhein, aber ein Heer stolzer Eltern, Großeltern, Onkel und Tanten.

Fairnopoly

Mit einem genossenschaftlichem Konzept gegen Amazon punkten. Das will der Online-Marktplatz Fairnopoly und hat auf der Crowdfunding-Plattform Startnext eine der erfolgreichster Crowdinvesting-Kampagnen hingelegt. Die Idee: Statt bestimmte Produkte zu verbieten, soll verantwortungsvoller Konsum gezielt gefördert werden. Für fair gehandelte Artikel gibt es vergünstigte Konditionen sowie spezielle Funktionen auf der Plattform. 1% jeder Transaktion auf Fairnopoly soll automatisch an Initiativen gespendet werden, die sich aktiv für Transparenz und gegen Korruption einsetzen. Jetzt müssen nur noch die Kunden beweisen, wie ernst es ihnen mit nachhaltigem und sozial verträglichem Konsum ist.  

fairnopoly

Ocelot

Ist der stationäre Buchhandel noch zu retten? Vielleicht. Frithjof Klepp, Gründer und Inhaber der Berliner Buchhandlung “ocelot, not just another bookstore”, liefert dafür ein beispielhaftes Konzept -  nicht nur für Literaturfreunde. Der Buchhändler setzt mit seinem Laden in Berlin nicht nur auf Kaffee, Kuchen und Service, sondern macht seinen Shop im heimeligen Design auch mit vielen Events zur Begegnungsstätte. Vor allem aber geht Klepp auch mutig ins Netz. Mit einem Shop, der ansprechender ist, als all die Buchhandelslösungen von der Stange. Einen Blog gibt es auch. Das Sponti-Motto zeigt, dass es Klepp um den Kunden geht, nicht um den Kanal: „Digital, Printregal, Scheißegal“.

ocelot


Lesen Sie hier den ersten Teil von 10 Player - 10 Lösungen


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