5 Gründe, warum der Online-Shop von Media-Markt (noch) keine Konkurrenz für Amazon ist

Twitter-gutjahr
Bei Twitter finden den neuen Online-Shop einige eher blöd

Ein Tweet des Journalisten Richard Gutjahr bringt die Enttäuschung über den neuen Online-Shop von Media-Markt auf den Punkt: "Der Media Markt Online-Shop ist eine Katastrophe. Da bin ich lieber blöd."

Statt mit Tempo, wie man es bei einem Spätstart vielleicht  erwartet hätte, kommt der Shop mit angezogener Handbremse daher. Und das gilt nicht nur für die am zumindest am Morgen etwas schleppenden Ladezeiten.

Wo hakt es nun?

1. Sortiment: Gerade einmal 2500 Artikel stellt Media Markt online vor. Rund 50.000 sind es in den Läden. Das ist online zuwenig, um selbst mit kleinen Internetanbietern mitzuhalten. Es sollen mehr werden. Aber zum Start ist das keine gute Visitenkarte,  weil beim Stöbern manche Rubrik gerade einmal ein Angebot führt. 

2. Usability: Die muss Media-Saturn vom Warenwirtschaftssystem, aber nicht vom Kunden her gedacht haben. Ein Beispiel: TV-Geräte lassen sich nach Preis und Hersteller sortieren, nicht aber nach Zollgröße. Immerhin ein wichtiges Kaufkriterium.  Die Aufbereitung der Detailansichten , nun ja, zumindest gegenüber gedruckten Handzetteln ein Fortschritt. Auch hier scheint zu gelten: Kunden sollen sich das lieber im Markt ansehen. 

3. Versand: Der Standardversand ist ab 4,99 Euro erhältlich. Versandkostenfrei ist es nur bei Abholung im Markt. Man könnte das Zwang nennen, man kann es aber auch schlicht teuer finden und als Verkennung der Marktsituation sehen.

4. Vernetzung: Anbindung an soziale Netzwerke, Empfehlungsfunktionen - Fehlanzeige. Die Planungen für den Shop begannen vermutlich zu Beginn der Jahrtausendwende. Das merkt man.

5. Kaufberatung: Wer die teils prosaisch lange Produktbeschreibungen von Amazon kennt, hat das Gefühl bei Media-Markt gelte eine Schweigegelübde. So schlimm ist es aber natürlich nicht.  Zuweilen gibt es jenseits langer Datenlisten auch mal eine ausführlichere Beschreibung. Aber im Zeitalter brauchbarer Datenbanken verwundern die Lücken. 

6. Nein, kein 6 Punkt. Das Design kann man grausam finden, peilt aber die übliche Zielgruppe an. Das muss so häßlich sein.  

Aber was meinen Sie?  Was hat Media-Markt verbockt? Was haben sie vielleicht sogar richtig gut gemacht?

 


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Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

  1. Erstellt 16. Januar 2012 13:32 | Permanent-Link

    Für mich spiegelt der Shop die Unternehmenskultur ganz gut wieder. Es gab ja ausgedehnte Grabenkämpfe innerhalb von Media Markt und Metro ob man den Schritt in die Onlinewelt tatsächlich gehen will oder ob man dadurch nicht das eigene Kerngeschäft kannibalisieren würde. Der Onlineshop ist eine wunderbare Manifestierung dieser Zerrissenheit. Nicht Fleisch, nicht Fisch.

  2. Erstellt 16. Januar 2012 13:44 | Permanent-Link

    Ziemlich auf den Punkt gebracht. Gewundert hat mich besonders das Fehlen von Social Bookmarks & Co.

    Aus SEO Sicht hat der Shop ebenfalls große Lücken. Da könnte man vieles besser machen. Google als Suchmaschine scheint keine Rolle zu spielen. Alte Links werden nicht weitergeleitet; die URLs sind unschön, die horizontale Verlinkung ist mangelhaft,...

    Da die MediaMarkt.de Hauptseite viel Power hat, bleibt es aus SEO Sicht spannend zu sehen, ob MM trotzdem einigermaßen Rankings mit Produkten zusammenbekommt. Aus dieser Sicht muss man (ein SEO) MM ja schon fast dankbar sein. Wann hat man heute noch eine starke Domain, die mit einem so schwachen (hier speziell SEO) Shop startet :-).

  3. Erstellt 16. Januar 2012 14:23 | Permanent-Link

    Der Shop ist schlicht langweilig.
    Völlig überbewertet.
    Keine mobile-irgendwie Version, komische Sortierung von Produkten und es gibt noch nichtmal Playstatiospiele.
    Who cares? Bedeutungslos.

  4. Erstellt 16. Januar 2012 15:51 | Permanent-Link

    Die neue Seite vom MM ist hässlich. Shoppen macht da keinen spass, und zu teuer sind die immer noch. Da gönne ich mir Amazon. Günstig, super Service, benutzerfreundlich und schnell.

  5. Erstellt 16. Januar 2012 18:40 | Permanent-Link

    Ich stimme bei allen Punkten bis auf 4 zu. Sharing Funktionen müssen meiner Meinung nach nicht Bestandteil eines Online Shops sein.

  6. D.K.
    Erstellt 16. Januar 2012 19:19 | Permanent-Link

    Ich habe heute mal aus Neugierde um 05.30 Uhr (!) einen Drucker bestellt und mir in die nächste Filiale "liefern" lassen. Leider wird nicht paypal angeboten, Vor dem Abholen muss ein Dokument ausgedruckt werden und bei der Filiale abgegeben werden. Am Servicepoint war man sichtlich bemüht und lies mir den Drucker extra an die Theke bringen. Nebenbei wurde, da ich wohl der angekündigte "erste" Onlinekunde war, in die dort ausliegende Checkliste geschaut, damit auch nichts falsch gemacht wird. Nachdem ich gefühlte 10 und tatsächliche 6 mal unterschreiben durfte, konnte ich mitsamt dem Drucker die Filiale verlassen. Dauer 10-15 Minuten, aber nur da keiner vor mir war.

    Fazit:
    Den Drucker gabs zum gleichen Preis in der Filiale und man fragt sich wozu man die gleichen Produkte online bestellen sillte. Ein Versand lohnt sich nicht, da der Preisvorteil dahin schmilzt.
    Rechnet man den administrativen Aufwand für mich als Kunden und für das MM Personal, so kann ich keinen Vorteil vom neuen Onlineportal errechnen.

    Nice Try - encore une fois...

  7. Erstellt 16. Januar 2012 19:53 | Permanent-Link

    Dieser Shop ist vor allem ein Beleg dafür, mit welcher Hektik das Projekt online geprügelt worden sein muss und dass man zu einem möglichst frühen Start alles (altes) verfügbares Material verwendet hat.

  8. DerSiedler
    Erstellt 17. Januar 2012 10:55 | Permanent-Link

    Die Entstehung des MM Online-Shops:
    1. alte Media-Online Software aus dem Archiv kramen
    2. neues Theme drauf
    3. fertig

  9. Erstellt 17. Januar 2012 20:04 | Permanent-Link

    Wie war das noch mal mit der großen Neueröffnung????

    Armes Deutschland und Gratulation an Amazon zu keinem neuen Konkurrenten....

    Das CD ist - vorsichtig formuliert - sicherlich nicht ganz einfach, aber abgesehen davon sind da aus meiner Sicht viele Standards und Pflichtübungen komplett ignoriert worden. Dabei sehe ich die bereits häufig kritisierten, fehlenden Social Plugins noch als das geringste Problem an...

    Schade eigentlich. Mit dem sicherlich vorhandenen Budget hätte man auch einen Shop erstellen können.

  10. Zyniker
    Erstellt 17. Januar 2012 22:24 | Permanent-Link

    Hallo Zusammen,

    die Idee mit der alten Software und einem neuen Design ist nicht ganz falsch, denn siehe http://www.mediamarkt.at

  11. Erstellt 18. Januar 2012 17:23 | Permanent-Link

    Punkt 4 ist "spot on" So ist das bei großen Unternehmnen, da wird hin und hergeschoben, aufgeschoben und am Ende will keiner verantwortlich sein.

  12. Erstellt 23. Januar 2012 20:26 | Permanent-Link

    ich weiß gar nicht wie ich es beschreiben soll, ich muß gestehen ich war noch nie bei MM im onShop und gehe auch ungern in den Markt. In den offShop gehe ich um mir etwas anzusehen, ein Teil mal in die Hand zu nehmen oder wenigstens real in Augenschein zu nehmen.
    Gekauft wird wo es günstiger ist. Und da ist Amazon die erste Wahl. Auch deswegen, weil Amazon nicht alles direkt verkauft sondern über Händler.
    War vor paar Tagen völlig überrascht als ich etwas bestellte, eigentlich ein Pfennigartikel, wozu man mir bei MM weiß machen wollte sowas gibt es nicht mehr (bzw. ist nicht gelistet), jedenfalls überrascht war ich das ich das Portofrei bekomme, obwohl das Teil weniger als 2,00€ kostet.
    Jedenfalls den Händler hab ich mir gemerkt, bei dem werde ich auch zukünftig meine Einkäufe machen. Da kann ich nämlich auch im Hochpreissegment davon ausgehen, das ich das Preisoptimal bekomme was ich will.

    Und noch ein Grund warum ich ungern zu MM gehe of- wie on-; da hat man immer so das Gefühl das man für blöd gehalten wird (nicht nur ein Werbeslogan). Das kommt auch nonverbal im Verhalten der Verkäufer zum Ausdruck.

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