Kurz vor 9: Amazon geht über die Grenze, Otto Group, Redcoon, Vite enVogue, Rossmann, Coupies, Stuffle, Fab, Silver Surfer, E-Book

Von Olaf Kolbrück Olaf Kolbrück | 8. Oktober 2013 | 1 Kommentar Kommentieren

amazNO
Amazon-Logo: Verfremdet, weil das Lächeln verloren geht
Amazon: Ja, Amazon eröffnet drei neue Logistikzentren in Polen, zwei sollen Mitte 2014 betriebsbereit sein, ein weiteres Mitte 2015. Nein, es gehe nicht um eine Verlagerung von Logistik-Standorten aus Deutschland, sagte Amazon dem Spiegel. Ja, Ziel sei der Ausbau des gesamten europäischen Geschäfts, heißt es wiederum von Amazon. Ja, man werde von dort zunächst deutsche Kunden bedienen, später dann weitere europäische Kunden. Nein, es gebe keine Pläne, hierzulande Standorte zu schließen oder zu verlagern. Ein schönes Druckmittel in den Tarifgesprächen ist das trotzdem. Ja, Amazon riskiert es mit seiner Beschäftigungspolitik inzwischen, die Gutmütigkeit und Bequemlichkeit der Verbraucher aufs Spiel zu setzen. Das Image leidet längst. Vielleicht wird der nächste Trend im E-Commerce "Amazoning". Bei Amazon gucken und informieren und dann woanders kaufen. Den Hashtag dazu gibt es schon: #AmazNO. Ob es auch für Händler ein Leben außerhalb von Amazon geben kann, werden wir auf dem etailment-Summit vom 5. bis 7. November in Berlin mit Händlern und Branchenexperten diskutieren.

Jetzt lesen: Die Otto-Group plant mehr Filialen und Redcoon sucht wieder die Nulllinie für Niveau.


Otto Group: Die Renaissance von Brick & Mortar haben wir gestern für 2014 prophezeit. Die Otto Group baut längst an dieser Zukunft, plant neue Läden. Mit mehr Filialen für den Sporthändler Sport Scheck. Die derzeit 17 Filialen sollen auf bis zu 30 Standorte bis 2020 anwachsen. Auch für weitere Formate wie Sheego gibt es "Konzepte in der Prüfphase", so Retail-Vorstand Timm Homann in der "Welt". Die Hauptmarke Otto ist aber nicht Teil dieser Pläne.


Redcoon: Micaela Schäfer, Gina-Lisa Lohfink, Jordan Carver und Julia Fljat, das Dorf Billig (statt Billigheim), Kühe, Blasmusik, Fußball, Stangentanz. Sie haben das Bild? Im Web gibts schon mal einen Teaser zu "So viel billig hat ein Zuhause". Die Kampagne (Agentur: Serviceplan) dazu startet am 11.Oktober. Falls Sie einen Grund brauchen, um an Geschmack und Niveau aufrecht gehender Spezies zu zweifeln, wäre das Teaser-Video ein guter Anfang. Hartgesottene schauen sich danach das eigentliche Billig-Werbevideo von Redcoon, gedreht bei den Hobby-Kickern von Rot-Weiß-Billig an, das Horizont vorab zeigen darf.

redcoon, billig


Petobel: Gerade erst hat ProSiebenSat.1-Inkubator EPIC Companies, im Februar aus der Taufe gehoben, mit Petobel einen Shop für Heimtierbedarf von der Leine gelassen. Nun folgt schon der tierische Werbespot (Agentur: Sugar Ray) dazu. Maus, Katze, Hase, Hund, Papagei und Co machen darin Lust auf 8000 Produkte. Zu sehen sind die Spots natürlich auf den Sendern der ProSiebenSat.1 Gruppe. Da würde man gerne mal bei der Mediaplanung Mäuschen spielen, um zu erfahren, wie groß da die Brutto-Netto-Schere ist. 

 

Zitat des Tages: "Was bei den Kunden gut ankommt, ist das Konzept, mit dem persönlichen Mobilfunkgerät selbst aktiv werden zu können und dadurch Unabhängigkeit und Freiheiten zu gewinnen." Stefan Krueger, Mitinhaber und Geschäftsführer von valuephone, die unter anderem auch die Bezahl-App für Netto und Edeka liefern, erklärt in Mobilbranche, wie er sich die Zukunft des Bezahlens vorstellt.



Vite enVogue: Shopping Clubs für Second Hand Designermode gibt es durchaus mehr als einen. Pre-Loved-Fashion liegt im Trend. Vite EnVogue sucht daher die Differenzierung durch Full-Service wie beim Neukauf. Der Shopping Club für Second Hand Designermode für Frauen und Männer bietet die sofortige Verfügbarkeit der Artikel, einen schnellen und kostenlosen DHL-Versand, 30-Tage Rückgaberecht und anspruchsvolle Verpackungen. „Preloved Premium Fashion“ werde dabei wie neue Ware angeboten. Das Sortiment umfasst 350 Premium-Designermarken. Hinter Vite EnVogue, das nun die Beta-Phase beendet hat, stehen die Reverse-Retail GmbH, sowie als Geschäftsführer Axel Seemann. Head of Sales ist Karolin Junkers (Bild).
mode


Stuffle: Der VC Tivola Ventures beteiligt sich mit 25 Prozent an dem Hamburger Entwickler der mobilen Flohmarkt-App Stuffle. Neben Tivola Ventures beteiligt sich auch Leverate Media im Rahmen eines Media-for-Equity-Deals mit einem umfangreichen Media-Paket an Stuffle. Die Gründungsgesellschafter, unter anderem Heiko Hubertz, Tim Schumacher und der High-Tech Gründerfonds bleiben weiterhin an Stuffle beteiligt.

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Rossmann: Cashback, das ist eine der neumodischen Varianten für schnelle, mobile Rabattjäger, die beispielsweise der App-Anbieter Coupies hofiert. Jetzt erprobt die Drogeriekette Rossmann in einer Handelspromotion mit Johnson & Johnson das System. Der Kunde kauft das Produkt zum regulären Preis, fotografiert danach mit der Coupies-App den Kassenbon und erhält von Coupies den Rabatt gutgeschrieben – ebenfalls über die App. Eine Hürde weniger für den Kunden, um Geld zu sparen und noch dazu ohne Investitionen in Kassensysteme. In der aktuellen Kampagne werden gleich zwei Cashback-Coupons angeboten, bei denen es auf Penaten Baby-Pflegetücher und auf Listerine Mundspülung je einen Euro „Cashback“ gibt

coupies


Digitale Welt:


Fab: Nach dem personellen Kahlschlag bei Fab in New York und in Berlin und angesichts weiterer Einsparungen will Fab-CEO und Gründer Jason Goldberg 2014 auf sein Gehalt verzichten. Höhe unbekannt. AllThingsD


Mediocre: Matt Rutledge, Gründer von Woot, kommt mit Mediocre zurück in den E-Commerce. Das Konzept der Plattform, das noch etwas im Ungefähren ist: Ein gemeinsamer Marktplatz für Nischenhändler, die dann zusammen Flash Sales, Daily Deals und andere Aktionen durchführen. ECommerce Bytes


Digitale Praxis:

 

Facebook: Das soziale Netzwerk gehört für jeden Händler heutzutage zum geschnittenen Brot der Kommunikation. Manchmal gehen einem dann aber doch für den digitalen Small Talk die Ideen aus. Kissmetrics stellt 17 inspirierende Beispiele vor, wie sich Onlinehändler auf Facebook präsentieren und wie ansprechende interaktive Inhalte aussehen können.

Digitales Wissen:


Silver Surfer:
Internetnutzer im Alter von 65 Jahren oder älter sind die am schnellsten wachsende Kundengruppe im  E -Commerce, wie aus einer aktuellen Auswertung des Online-Payment-Unternehmens Klarna hervorgeht. Mit einem Wachstum von 160 Prozent im Vergleich zum Vorjahr wächst diese Kundengruppe nahezu doppelt so schnell wie der Rest der deutschen Online-Shopper. Silver Surfer kaufen im Internet übrigens am häufigsten Produkte aus dem Segment Gesundheit und Schönheit, gefolgt von Elektronikartikeln. Sie kaufen im Web am liebsten zwischen 15 und 18 Uhr und an Montagen ein.


E-Book: Für das laufende Jahr erwarte PwC  einen Umsatz mit E-Books von 286 Millionen Euro: knapp 6 Prozent von den Gesamtumsätzen mit Belletristik von 4,9 Milliarden Euro. Das ist das zentrale Ergebnis der neuen Studie "E-Books im Aufwind" aus der Reihe Media Trend Outlook der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC (pdf).  Für die Studie hat PwC mehr als 1.000 Onlinenutzer in Deutschland im Alter von 18 bis 65 Jahren zur Nutzung befragt. Knapp 13 Prozent der Konsumenten lesen regelmäßig E-Books, bei den Frauen liegt der Anteil der E-Book-Vielleser mit 15 Prozent deutlich höher als bei den Männern (9,5 %). Rund 56 % der Befragten haben noch keine Erfahrung damit, wobei knapp ein Fünftel der Konsumenten die Absicht bekundet, elektronische Bücher demnächst auszuprobieren. PwC erwartet, dass der Umsatz mit E-Books im Bereich Belletristik, inklusive Kinder- und Jugendliteratur, bis 2017 852 Millionen Euro erreichen wird, was einem durchschnittlichen jährlichen Anstieg von 43 Prozent und einem Anteil von mehr als 16 Prozent am Gesamtmarkt für Belletristik entspricht.



Digitale Trends & Fakten:



Zahl des Tages: In diesem Jahr werden voraussichtlich rund acht Millionen Tablets in Deutschland verkauft. Ein Plus gegenüber dem Vorjahr um 59 Prozent. Das erwartet der Branchenverband Bitkom.


Lesetipp des Tages:
Stefan Jung, Statthalter von Rocket Internet in Südostasien, klärt Tech in Asia über die Erfahrungen und die weitere Expansion auf.

 

Beliebtester Beitrag am Vortag: Die wichtigsten Trends im E-Commerce 2014

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Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

  1. Monika
    Erstellt 11. Oktober 2013 16:47 | Permanent-Link

    "Vielleicht wird der nächste Trend im E-Commerce "Amazoning". Bei Amazon gucken und informieren und dann woanders kaufen."

    Mach ich als Kunde schon lange. Ama hat so ne praktische Wunschliste wo man nichts vergisst. Die kann man prima abarbeiten....

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