Marktplätze: Magnet für Kunden, Marken und Händler

Von Olaf Kolbrück Olaf Kolbrück | 26. August 2013 |

Boss verkauft seine Marke Orange Boss nun im Markenshop bei Amazon, Gerry Weber ist mit Zalando handelseinig und führt Gespräche mit eBay und Amazon. Für große Hersteller aber auch stationäre Fachhändler führt kein Weg mehr an den großen Marktplätzen vorbei.

Denn Kunden denken längst nicht mehr in Warenhaus-Kategorien, sie kaufen – und suchen – Produkte.

Boss bei Amazon
Shop von Boss Orange bei Amazon: Nicht gerade das eleganteste Schaufenster
 

Aus dem Fachgeschäft Tischkultur Kretschel in der sächsischen Kleinstadt Döbeln entwickelte sich in den vergangenen Jahren ein Multichannel-Versandhändler für Living, Küche und Haushalt. Seit kurzem ist NeueTischkultur.de mit einem ansehnlichen eigenen Shop bei eBay vertreten. „Durch die große Reichweite von eBay erhalten wir Zugang zu Millionen potenzieller zusätzlicher Kunden“, freute sich zum Start Rico Kretschel, Inhaber von NeueTischkultur.de.

ebay markenshop

Und die Reichweite von Plattformen wie Amazon, eBay, Rakuten, Meinpaket.de, Hitmeister und Co wird eher noch zulegen. Mit dem Wachstum des E-Commerce wächst auch die Zahl der Vielbesteller, also jener Kunden, die insgesamt mehr online einkaufen. Deren Weg führt dann der Einfachheit halber häufig auf die Marktplätze, beispielsweise weil man dann neben der Jeans gleich auch die Bratpfanne  in einem Aufwasch bezahlen kann, ohne sich für den weiteren Kauf wieder mühselig in einem neuen Webshop registrieren zu müssen. 

Händler und Marken wiederum locken die Plattformen nicht nur mit hoher Reichweite, sondern auch - mal eher altbacken wie Amazon für Boss oder durchdacht wie eBay mit seinen Markenshops - mit individuellen Gestaltungslösungen.

Marktplätze erleichtern den Einstieg

Gerade kleine Händler, insbesondere jenen, denen noch der Mut für den eigenen Webshop fehlt, bieten die Marktplätze zudem einen leichten und schnellen Einstieg in den E-Commerce.

Indem die Anbieter sich je nach Vertragsmodell um Dinge wie Payment-Risiko und Zahlungsabwicklung kümmern, nehmen sie nämlich gerade kleinen Anbietern einen Großteil der Komplexität im Warengeschäft ab.

Hinzu kommt das breite Marketing-Instrumentarium, dass die Marktplätze auffahren. Das reicht von Adwords bis hin zu E-Mail-Maketing-Tools, mit denen beispielsweise Rakuten auch Händlern ohne HTML-Kenntnisse den Einstieg erleichtert.

Gerade kleinen Händlern dürfte auch gelegen kommen, dass Unterstützung bei der Bestellannahme und Support vielfach Standard sind. Denn welches Gardinenlädchen ist noch am Sonntagnachmittag für Anfragen seiner Online-Kunden erreichbar? Manches an personellem und finanziellem Aufwand lässt sich so auslagern.

Händlern im Fashion-Segment, die sich sonst wohl kaum in den E-Commerce vorwagen würden, bauen auch mit wachsendem Erfolg Anbieter wie Luxodo oder Kleidoo eine Heimat. Sie bietet ihren Partnern nicht nur ein virtuelles Ladenlokal unter einer Dachmarke, sondern besorgen auch die fotografische Aufbereitung der Produkte.

kleidoo stores


Direkte Anbindung an Zalando

Spannend ist in diesem Zusammenhang auch, dass Plentymarkets seinen Kunden seit kurzem eine Erweiterung anbietet, mit der sie eine Anbindung zu Zalando herstellen können. Diese ermöglicht es Markenherstellen und Händlern mit einem strategisch passenden Sortiment, das den qualitativen Anforderungen des Online-Händlers entspricht, ihre Artikel dort zum Verkauf anzubieten.

Über die Rolle und Funktion von Marktplätzen und wie sie sich sinnvoll in die Vertriebsstruktur einbetten lassen, darüber werden wir auch beim etailment Summit im November in Berlin diskutieren.


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