Mornin` Glory: Wir bauen eine Pflegemarke auf

Von Olaf Kolbrück Olaf Kolbrück | 22. Juli 2013 |

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Gillette und Wilkinson, sie teilen sich rund 90 Prozent des Handels mit Rasierklingen in Deutschland. Wer da mitmischen will, braucht Mut und einen langen Atem. Seit Ende 2012 versucht es das Berliner Start-up Mornin' Glory mit einem frechen Auftritt und einem Abo-Konzept. Im Interview mit etailment sagt Fabio Paltenghi, Mitgründer und Geschäftsführer bei Mornin‘ Glory, wie er sich gegen die mächtigen und innovationsstarken Player behaupten will.

Wie haben Sie im Markt bislang abgeschnitten?

Fabio Paltenghi: Wir haben jetzt schon Abonnenten im hohen vierstelligen Bereich und sind damit sehr zufrieden. Für unsere unkonventionelle Kommunikation bekommen wir außerdem viel positive Rückmeldung. Auch hier sind wir also auf einem guten Weg und weden das weiter vorantreiben.  

Nehmen die großen Hersteller Sie da schon als Konkurrenten ernst?

Fabio Paltenghi: Offenbar schon. Wir waren überrascht – und zwar nicht unbedingt positiv - wie schnell der Marktführer auf uns aufmerksam geworden ist.


Was ist der entscheidendste Faktor, um sich gegen Handelsketten und große Hersteller zu behaupten?

Fabio Paltenghi: Der wichtigste und schwierigste Schritt war,  ein hochwertiges Produkt zu sourcen. Es gibt auf der Welt nur wenige Hersteller für Qualitäts-Klingen und wir haben über ein halbes Jahr verhandelt bis wir unseren Partner aus den USA von uns überzeugen konnten. Da wir den Einzelhandel umgehen, können wir unsere Klingen zudem bis zu 50 Prozent günstiger anbieten als der Marktführer und liefern dazu bequem nach Hause.  Nicht zuletzt positionieren wir uns als reine Männer-Marke und können so genau auf die Zielgruppe eingehen. 


Markenname und TV-Spot sind recht provokativ. Keine Angst, konservative Kunden zu verschrecken? 

Fabio Paltenghi: Gillette Und Wilkinson mit über 80 Prozent Marktanteil kommunizieren klassisch und haben das über Jahrzehnte perfektioniert. Wir haben uns daher bewusst für einen humorvollen und provokanten Ansatz entschieden. Das muss nicht jedem gefallen, aber bisher verstehen die meisten, dass man uns mit einem Augenzwinkern nehmen muss.

Werbekostenzuschüsse für Samples sind ja ebenso denkbar wie Klingen für Frauen oder Rasierschaum. Welche Rolle spielen Up- und Cross-Selling?

Fabio Paltenghi: Upselling durch Produktinnovationen wie Klingen aus Weltraummetall oder vibrierende Griffe überlassen wir unseren Wettbewerbern. Ein Rasierer bleibt in unseren Augen ein Rasierer. Daher halten wir das Modell bewusst einfach und versuchen lieber, uns durch die Service-Innovation auszuzeichnen.

Crosselling ist für uns strategisch wichtig. Wir werden das Sortiment erweitern und langfristig eine Pflegemarke aufbauen. Auch hier werden wir uns aber nur auf Männer konzentrieren – eine Unisex-Positionierung wäre für Mornin‘ Glory wie ein Männerabend mit Anwesenheit von Frauen.

Fabio Paltenghi ist auch Gastredner beim etailment-Summit im November in Berlin.


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