Tengelmann E-Commerce: Das steht auf der Agenda

Von Olaf Kolbrück Olaf Kolbrück | 12. Juli 2013 |

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Der Tengelmann-Umsatz 2012 endete mit einem Plus von 2,9 Prozent.  Das erste Halbjahr 2013 verregnet. Die Aussichten solide. Bilanzzahlen sind eh geduldig. Spannender ist: Welche Weichen stellt Tengelmann im E-Commerce, angesichts derzeit 1,5 Mrd Euro Umsatz (Gesamtumsatz 11,08 Mrd Euro und  Präsenz in 45 Ländern)? Ein Überblick.

Mehr Auswahl: Die Online-Shops Plus.de (170.000 Artikel) und Baby-Markt.de haben zuletzt ihre Sortimente erweitert. Das dürfte so weiter gehen  Auch in den anderen Linien.

Eigenmarken:  Sie standen in einzelnem Vertriebschienen 2012 mehr denn je im Fokus der Bemühungen. Diese Tendenz wird sich nochmals fortsetzen. Für eine bessere Rendite und bessere Abgrenzung zum Wettbewerber.

Marketing diversifizieren: Kaiser's Tengelmann setzt beispielsweise neben klassischen Handzetteln und Zei­tungsinseraten auch QR-Codes und Microsites ein. 90.000 Leser pro Monat nutzen den elektronischen Online-Handzet­tel von Kaiser's Tengelmann. Immmer wichtiger wird für einige Angebote auch Social Media und Content-Marketing mittels Magazinen und Co  – auch für die Suchmaschinenoptimierung.


Vertrauen in die Klassik: Trotz aller neuen digitalen Wege - für Reichweite und Markenaufbau spielt auch TV weiter eine wichtige Rolle. So will Baby-Markt  die Markenbekanntheit durch eine langfristig angelegte TV-Kampagne signifikant steigern. Erste Erfolge sind bereits messbar. 

Preiskampf: Auch das Instrument lässt sich schärfen. So will beispielsweise Plus.de neben Optimierungen im Bereich Suchmaschinenmarketing die Präsenz auf Preis­vergleichsportalen über gezielte Rabattierung steuern.

kik shop
Neue Wege: Auch Kik hat sich mit KiK24.de ins Web gewagt, bietet zum Start ein ausgewähltes Basis-Sortiment der Mode. Auch das wird man ausbauen. Plus.de sorgt für mehr Präsenz durch einen eigenen ebay-Shop und will seine Website in naher Zukunft für mobile Endgeräte optimieren.  Baby-Markt erprobt Multichannel mit einer Filiale in Duisburg. Weitere Filialen sollen folgen. Auch von Obi wird man sicher noch einiges in Sachen Multichannel und der Verzahnung von online und offline sehen. Auf Multichannel setzt Tengelmann aber nur dann, wenn es zur Strategie und ins Gesamtkonzept passt. GartenXXL soll beispielsweise ein Pure Player bleiben.


Plattform-Politik: Neben Plus.de läuft bereits GartenXXL auf der Multishop-E-Commerce-Plattform plus e-stores. Die ist modular aufgebaut, kann also fix neue Projekte aufnehmen.  Spätestens im kommenden Jahr soll der nächste Shop dort andocken. Zur Debatte stehen unter anderem das Wohnsegment und Weinhandel.

gartenshop tengelmann
Alles im grünen Bereich: GartenXXL
Mobile: Bei Kaisers testet Tengelmann eine App, die direkt zum Produkt am Regal führt. Dem Thema Mobile widmet Tengelmann insgesamt große Aufmerksamkeit.

Neue Märkte: Vermutlich nur Insidern bekannt: Tengelmann ist auch an SumUp beteiligt, das mit einem Chipkarten-Lesegerät Kartenzahlungen über jedes Smartphone und Tablet ermöglicht. Da verdient man dann auch beim Wettbewerb mit.

Investition in Innovation: Tengelmann Ventures war laut Geschäftsbericht Ende 2012 an 18 Unternehmen rund um E-Com­merce- und Social-Commerce-Konzepten, Marktplätzen sowie Internet- und Web 2.0-Technologien beteiligt. Neben Sumup waren Bigfoot 2, und BigCommerce 2012 Bereiche großer Neuinvestitionen. Insgesamt umfasst das Portfolio der Unternehmensgruppe Tengelmann damit Marken und Firmen wie Brands4friends Japan, Canimix, Coffee-Circle, Dafiti, Dealunited, Delivery Hero, Ekomi, Enólogos, Fabfurnish, HTGF, Hitfox, Jabong, Jumia, Lamoda, Lazada, Lieferheld, Linio, MAC IT-Solutions, Mebelrama, Namshi, Neonga, Olivenoel.com, Otto Gourmet, Selektessen, Skylight, Supreme, The Iconic, Trademob, Vinogusta, Zalando, Zalora, Zando, Zanui und Zitra.

Tengelmann wird weiter nach vielversprechenden Lösungen suchen. Frisch im Körbchen: Eine Beteiligung an Springlane, einem Online-Angebot rund ums Kochen.

Beizeiten wird auch mal ein Stück vom Kuchen verkauft. „Mit dem Verkauf von Zalando-Anteilen konnte ein erster erfolgreicher Teil-Exit verbucht werden“,  heißt es im Geschäftsbericht.


Ständiger Wandel:
Bringmeister.de ist so lange noch nicht im Netz, da kündigt sich schon ein Relaunch an. „Der Lebensmittellieferservice wird mit einem neuen Web- Shop auftreten“, verspricht der Geschäftsbericht.


Learnings nutzen: Umsatz­treiber waren mit rund 40 Prozent bei Plus.de die Artikel aus dem Bereich Garten und Balkon. Die Folge: Der Start von GartenXXL im Frühjahr 2013.

Internationalisierung: Baby-Markt hat beispielsweise drei weitere Internet-Shops im Ausland unter dem Label „Pink or Blue“ gestartet (Polen, Niederlande, Dänemark). Und setzt dabei auf eigenständigen Kundenservice. Die Eröffnung von weiteren ausländischen Online-Shops ist geplant. Bei der Bewertung der ausländischen Märkte helfen sicher auch die Learnings aus Beteiligungen wie lazada.com (Asien), jumia.com (Nordafrika,  linio.com (Mittelamerika) sowie zalora.com (Asien)

Zum Thema:

Der Geschäftsbericht von Tengelmann
und
ein Interview mit Bastian Siebers, Geschäftsführer von Plus Online, das einen Einblick in Denken und Pläne des Managements bietet.


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Thema: E-Commerce

Schlagworte: Tengelmann

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