Amazon plant Konsumtempel für das Kindle

Von Olaf Kolbrück Olaf Kolbrück | 7. Februar 2012 |

Amazon Kindle Store
Kindle bekommt einen eigenen Store

In meinen ersten Blog-Leben kündigte ich einmal an: „Amazon kauft Karstadt für einen Euro“. Das war als Glosse gemeint. Doch nun scheint Amazon tatsächlich ins Store-Geschäft einzusteigen. Ein paar Nummern kleiner, aber nicht weniger ambitioniert. US-Medien spekulieren über einen Amazon-Store am Firmensitz in Seattle in den kommenden Monaten. Er könnte zu einem Einkaufstempel für das Kindle werden. Nach dem Vorbild der Apple-Stores.

Ein großes Amazon-Warenhaus macht angesichts der Breite des Online-Sortiments sicher keinen Sinn. Aber ein Laden, der eBook-Reader und begleitende Produkte haptisch erfahrbar macht, könnte sehr wohl funktionieren und dem Hardware-Verkauf einen weiteren Schub geben. Schließlich könnten sich so auch Kunden vom Kindle überzeugen, die bislang nicht erreicht wurden.

„We’re talking older folks, luddites, grumps, and folks who claim that “reading it in paper” is better. To have them walk up to a display of working Kindles, newly minted and displaying the latest Stephen King book, is the only way Amazon will convince them that going digital is the only way to go“, formuliert es Techchrunch.

Ein solches Konzept, ergänzt um begleitende Hardware und Accessoires zum Kindle sowie Bestseller-Bücher aus dem eigenen, noch aufzubauenden Verlagsgeschäft ließe sich zudem relativ leicht in anderen Städten multiplizieren.

Amazon dürfte es dabei nicht nur um die nackten Verkaufszahlen für das Kindle gehen. Das Kindle ist im wesentlichen immer noch ein subventioniertes Gerät, um die Online-Verkäufe zu pushen und Kunden an die Amazon-Welt zu binden.

Gleichzeitig ist das Vordringen von Amazon Richtung "Bricks" Wasser auf die Mühlen aller Multichannel-Anbieter, die überzeugt sind, dass auch Online-Kunden vor einem Kauf auf die physische Erfahrbarkeit der Ware wert legen und das ein Offline-Angebot den E-Commerce-Umsatz insgesamt sogar stärken kann. Nicht ohne Grund experimentierte auch Ebay mit einem Pop-up-Store. Auch der Onlineshop Notebooksbilliger.de bietet seit 2010 in München ein stationäres Laden-Geschäft.


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