Amazon sagt Einzelhandel den Kampf an

Von Bert Rösch | 8. Januar 2012 |

Amazon.com Price Check for iPhone
Ebay expandiert derzeit mit Pop-up-Stores in den stationären Handel. Der Erzrivale Amazon hat das gar nicht nötig. Der US-Konzern nutzt einfach fremde Läden als Showrooms für das eigene Sortiment.

Die neue App "Price Check" macht es möglich. Sie zeigt nicht nur, was
das im Store entdeckte Produkte bei Amazon und seinen Partnern kostet. Sie bietet auch einen Rabatt von 5 Prozent auf den regulären Amazon-Preis. Einzige Voraussetzung: Der Verbraucher muss die Ware gleich in  den Warenkorb legen und innerhalb von 24 Stunden bestellen.

Auf welchem Endgerät er das letztendlich tut, ist egal. Es gibt jedoch ein Limit von 5 US-Dollar pro Produkt. „Wir wollen den Verbrauchern den Zugang zu Produktinformationen, Preisen und Kundenrezensionen so weit wie möglich vereinfachen. So als ob sie sich im Netz befänden, obwohl sie in Wirklichkeit gerade in einem stationären Geschäft shoppen“, teilt Amazon auf Anfrage mit.
Wann die App nach Deutschland kommt, steht noch nicht fest.

Der Bundesverband des deutschen Textileinzelhandels (BTE) sieht einem möglichen Deutschlandstart von Price Check gelassen entgegen. Nach Auskunft von Hauptgeschäftsgeschäftsführer Jürgen Dachs spielen derartige Techniken im Textileinzelhandel erfahrungsgemäß keine große Rolle. „Diese Tools sind nur dann dann interessant, wenn man im Internet exakt das gleiche Teil findet.“ Das sei bei Textilien aber relativ selten der Fall. Anbieter technischer Produkte müssten sich schon eher Sorgen machen. In der Folge komme es wiederholt vor, dass Mitarbeiter technischer Kaufhäuser einschreiten, wenn ein Kunde lange mit dem Smartphone vor einem Produkt hantiert. Dem Vernehmen nach stören einige MediaMarkt-Filialen bereits den Empfang des mobilen Internets.

Letztendlich, so Dachs, können sich die Händler vor diesem legalen „Beratungsklau“ nicht hundertprozentig schützen. Die einzige Chance bestehe darin, die Mitarbeiter entsprechend zu schulen. Diese könnten etwa mithilfe geschickter Fragen herausfinden, ob der Kunde das besprochene Produkt eventuell im Internet kauft. Dann bestehe die Möglichkeit, rechtzeitig gegensteuern, zum Beispiel mit Rabatten oder kostenlosen Dreingaben.


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