Eigener Shop: Was Zalando mit Kiomi planen könnte

Von Olaf Kolbrück Olaf Kolbrück | 21. Februar 2013 |

kiomi shop
Evolution: Zalando gönnt Kiomi einen eigenen Shop

Zalando  hält große Stücke auf die Eigenmarke Kiomi. Wer in den vergangenen Tagen ein Foto eines Zalando-Top-Managers in der Presse sah, konnte mit genauem Blick feststellen, dass der auch in Kiomi gekleidet war.

Jetzt beschert der Online-Versender und Umsatz-Milliardär der Fashion-Marke sogar einen eigenen Kiomi-Shop.  Da kann sich der Modehandel schon einmal warm anziehen.

Kiomi ist eine schmucke Marke im mittleren Preissegment. Wie alle Eigenmarken von Zalando sorgt sie für eine bessere Rendite und ein Stück Unverwechselbarkeit. Wie wichtig die im Sortiment aller Online-Händler sein können, dass haben die Modehändler gerade nochmals auf dem E-Fashion-Kongress der Textil Wirtschaft unterstrichen.

Kiomi als "Lifestyle-Marke für Frauen und Männer auf der Suche nach zeitlosen Fashion-Favourites" ist da zunächst nur ein weiterer Baustein im Zalando-Shop und wird eigenständig geführt,  ist also nicht Teil der ZLabels in der sonst die Eigenmarken von Zalando ausgebrütet werden. Das könnte ein Stück weit Unabhängigkeit vom Zalando-Imperium andeuten und für spätere Optionen - zumindest atmosphärisch - wichtig werden.  Als Geschäftsführer fungiert das Zalando-Trio Robert Gentz, David Schneider, Rubin Ritter.

Als derart eigenständige Online-Fashion-Brand bieten sich Zalando, die schon mit dem Online-Ableger Emeza für das Luxussegment ihre Fühler weiter ausgestreckt haben, nämlich künftig  neue Aktionsfelder. Man muss dabei nur an Vorbilder wie die reine Online-Brand Bonobos und sein Showrooming-Konzept denken. Da geht, um beim Beispiel zu bleiben, aber noch mehr. Die Modekette Nordstrom verkauft inzwischen Bonobos in ihren Läden.

Mit einer derart eigenständigen Fashion-Brand könnte sich Zalando also auch seinerseits zum Fashion-Lieferanten für den stationären Handel aufschwingen.

Das würde der nie mitmachen, weil Zalando längst zu groß, zu gefährlich ist ?

Gegenbeispiel: Topshop. Die britische Mega-Modekette mit etlichen Eigenmarken, die sogar Promis wie Supermodel Kate Moss  Kollektionen entwerfen ließ, macht sich mit einigen Marken und ausgewähltem Sortiment in den Läden von Nordstrom breit.

Warum soll man Kiomi also nicht eines Tages bei Breuninger und Co finden, wenn der Deal für beide Seiten stimmt? 

Oder man nimmt sich das Beispiel Inditex besser bekannt unter der Marke Zara zum Vorbild: Zara-Gründer Amancio Ortega hat ja unter dem Dach von Inditex unter anderem mit Pull & Bear und Massimo Dutti diversifiziert und kann damit die weltweite Expansion flexibel vorantreiben.

So viel dürfte nämlich klar sein: Wenn es gut läuft, bleibt Kiomi kein deutschen Phänomen.

Welche Pläne Zalando mit diesem evolutionären Schritt auch verfolgen mag, das Management hat  jedenfalls eine  spannende weitere Karte im Fashion-Poker gezogen. Ob es ein Trumpf wird, muss die Zeit zeigen.      

 


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Thema: E-Commerce

Schlagworte: Zalando, Kiomi

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