Glossybox: Ärger im Paket

Von Olaf Kolbrück Olaf Kolbrück | 20. März 2012 |

Beautytrends Glossybox
Der Kosmetik-Abo-Dienst Glossybox zählt zu den Vorzeigemodellen in Sachen Abo-Commerce in Deutschland. Da schadet es auch nicht, dass Rocket Internet die Idee beim US-Vorbild Birchbox abgekupfert hat.

Nun hebt Glossybox die Preise für das Abo von 10 auf 15 Euro an. Die automatisch und vehement einsetzende Kritik am Preismodell offenbart aber noch so manche andere  ungeschminkte Wahrheit, die dem Image der Kosmetik-Wundertüte nicht gut zu Gesicht steht.

Kritiker aus dem Wettbewerbsumfeld verteufelten das System gerne einmal als überteuertes Pröbchen-Abo für ein Trend-Prekariat.  Auch im Web findet sich reichlich Kritik. Von Müll in der Box ist da die Rede, von Abzocke, von Produkten, die nicht zum  Beauty-Profil passen. Positive Stimmen gibt es indes auch. 

Dauerkritikpunkte seien aber, so schreibt das Blog magi-mania.de,  "Produkte aus dem Kaufhaus für unter 5€, Pröbchen in der Größe, die einem Parfümerien auch umsonst geben" und einige Boxen seien "vollständig luxusfrei".

Dass ein gutes Qualitätsniveau schwer zu erreichen sein würde, das konnte man vorher ahnen. Für große Marken fand Kosmetik-Experte Christian Litsch 2011 das Modell nicht lukrativ genug: "Da wird sich jeder Brandmanager nicht zweimal überlegen müssen, ob er ein Marketingbudget von beispielsweise 50.000 Euro in einen Marketingevent mit einem regionalen Filialisten steckt, als in 20.000 Stück Samples bei Birchbox & Co. – wo er dann nicht weiß, ob die Kundin auch seine treue Kundin wird oder doch nur günstig an Top Make-up-Produkte für kleines Geld kommt."

Mit anderen Worten: Es war vorprogrammiert, dass in den Boxen eher B- und C-Marken zu finden sind. 

Ob sich daran nun etwas ändern wird? Da bleibt Glossybox auf Nachfrage von magi-manie.de im Ungefähren. Den Wunsch der Kunden " nach Hochwertigkeit und Qualität" hat man aber registriert. Konkret wird das Unternehmen indes nicht.

Dabei dürfte sich die Akzeptanz - auch im Preis - deutlich steigern lassen, wenn Luxusmarken deutlicher im Sampling vertreten wären und entsprechend präsentiert würden. Auch ließen sich mit einer besseren Kommunikation kommender Kooperationspartner manche Kritiker, die nun mit Kündigung des Abos drohen, leichter besänftigen. So sieht die Preiserhöhung eher wie schlichte kalkulatorische Notwendigkeit aus. Mit wachsender Nutzerzahl schlagen schließlich die Versandkosten umso mächtiger ins Kontor. 

So wirkt die Preiserhöhung eher so,  als wolle man schnell noch die Bilanzen aufhübschen, nachdem neben der schwedischen Beteiligungsgesellschaft Kinnevik inzwischen Access Industries als weiterer Großinvestor eingestiegen ist, und dann in die Verkaufsverhandlungen mit Birchbox und Co einsteigen. 

Die Preiserhöhung ist auch aus einem anderen Grund wenig sinnvoll. Die Differenzierung zu Mitbewerbern wie der DouglasBox of Beauty ist nicht groß genug. Dort kostet die Box derzeit weiter 10 Euro.  

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