Google Shopping: 5 Tipps, um sich optimal vorzubereiten

Von Olaf Kolbrück Olaf Kolbrück | 10. September 2012 |

Google Shopping
Wohl Anfang 2013 stellt Google auch in Deutschland die Produktsuche vollständig auf bezahlte Einträge von Händlern um. Aus der Gratis-Traffic-Quelle Google Products wird dann ein kostenpflichtiges CPC-Modell.

Wer dann bei Google Shopping Fehler macht, riskiert nicht nur Umsatz, sondern auch Geld.

Die Online Marketing-Agentur SoQuero hat deshalb fünf Tipps für Händler parat, die verhindern können, dass der eigene Shop bei Google Shopping zum Groschengrab wird.

Tipp 1: Vorteile für First Mover

Händler sollten sich möglichst zeitnah mit dem Werbeformat der Google Product Listing Ads (PLA) vertraut machen, auch wenn die Google Produktsuche in der bisherigen Form noch für einige Monate bestehen bleibt und weiterhin kostenfreien Traffic liefert. Die Zeit bis zur Umstellung ist vor allem  interessant, da  noch verhältnismäßig wenig Werbetreibende dieses Format einsetzen. Werden im Rahmen der Umstellung mehr Advertiser mit ihren PLA-Aktivitäten starten, so wird dieser gestiegene
Wettbewerbsdruck sich auch auf die CPCs auswirken – Händler, die dann erst beginnen sich mit dem Thema auseinanderzusetzen, werden somit mutmaßlich ein deutlich höheres Lehrgeld bezahlen müssen als Händler, die mit entsprechender Vorlaufzeit gestartet sind. Neben dem Kostenaspekt spielt aber auch der Aufbau einer Historie und damit  verbunden die Verbesserung des Google Quality Scores eine nicht zu unterschätzende Rolle.

Tipp 2: SEA geht anders

Wichtig ist es, sich mit der grundsätzlichen Funktionsweise der PLA vertraut zu machen und sich die Unterschiede zum AdWords-Prinzip zu veranschaulichen: Voraussetzung ist die Anlieferung eines Produktdatenfeeds ins Google Merchant Center und dessen Verknüpfung mit einem Google AdWords Konto. Bereits bestehende Datenfeeds, die aktuell für die Google Produktsuche genutzt werden, können auch für die PLA zum Einsatz kommen, ein zusätzlicher Datenfeed ist hierfür nicht notwendig.

Entscheidend: Im Gegensatz zu AdWords besteht bei den Product Listing Ads keine Möglichkeit auf einzelne Keywords zu bieten! Nicht der Advertiser bestimmt somit, wann welche Anzeigen ausgeliefert werden, sondern Google. Entscheidend ist hierfür die Relevanz der Produktdaten des Artikels und damit die Einschätzung Googles zur Matching-Qualität auf die jeweiligen Suchanfragen. Vor allem für die Entwicklung geeigneter Bidding-Strategien des Händlers hat dies einen
maßgeblichen Einfluss.

Tipp 3: Liebe Deine Daten

Mehr als bei jedem anderen Kanal, der im Produktdatenmarketing beliefert wird, spielt bei Google die Qualität der Daten aufgrund des angesprochenen Relevanz-Aspektes eine Rolle. Händler, die sich initial die Mühe machen, die Daten bestmöglich aufzubereiten, profitieren aber oftmals auch in der Anlieferung der Produktfeeds bei weiteren Kanälen von dieser Maßnahme. Die Qualität der Daten wird maßgeblich von den bereits bekannten bestehenden Faktoren der Google
Produktsuche determiniert.

Tipp 4: Feintruning zählt

In der Einfachheit der Einrichtung der PLA liegt auch die Crux: Um nicht für alle Produkte im übermittelten Datenfeed die gleichen Gebote und Anzeigentexte zu vergeben, müssen Händler eine Segmentierung durchführen und sich hierbei überlegen aufgrund welcher Faktoren geeignete Gruppierungen erfolgen können. Kann die Differenzierung der  Anzeigentexte zum Start noch vernachlässigt werden, so muss beim Thema Bidding in jedem Fall von Beginn an eine
Segmentierung stattfinden, um hier keine unnötigen Kosten zu generieren und Potenziale zu verschenken.

Je detaillierter und granularer diese Segmentierung vorgenommen wird, desto höher sind die Chancen, diesen Kanal erfolgreich zu nutzen. Google bietet zum einen hierzu die Möglichkeit aus den Attributen Marke, Produkttyp und Zustand
Kombinationen zu bilden, zum anderen aber auch die frei definierbaren Attribute AdGroups und AdLabels einfließen zu lassen. Neben der Gruppierung auf Basis der produktspezifischen Inhalte haben Händler damit auch die Möglichkeit, Performancewerte im Rahmen der Aussteuerung zu nutzen.

Tipp 5: Blick über den Tellerrand

Performancewerte, die Händler heute bereits aus Listungen über andere Preissuchmaschinen erheben, sind eine wertvolle Hilfe, um auch bei Google Shopping von Beginn an möglichst effizient zu listen – Produkte, die in anderen Portalen übergreifend als reine Traffic-Bringer fungieren, aber wenig oder keinen Umsatz generieren, werden aller Voraussicht nach auch bei Google Shopping nicht zu Conversion-Knallern und sollten entsprechend nicht in der Auslieferung berücksichtigt werden. Realisieren lässt sich der Ausschluss dieser einzelnen Produkte über das Attribut
„adwords_publish“. Umgekehrt können Händler ihre Topseller aus anderen Kanälen entsprechend gruppieren und
kennzeichnen und diese dann beim Bidding über die PLAs entsprechend berücksichtigen, da bei diesen Produkten von einer generell erhöhten Preisattraktivität mit entsprechenden Erfolgschancen auszugehen ist.

 

kolbrueck-krimi

Fazit

Händler sollten also in jedem Fall abklopfen, welche Produktinformationen bereitgestellt werden und welche individuellen Sortimentseigenheiten am besten berücksichtigt werden können. Ein kritischer Punkt ist zudem die Datenaktualität. Neben der Einhaltung gesetzlicher Vorgaben liegt es natürlich auch im Sinn des Händlers, keine bereits verkauften Produkte oder veralteten Preise auszuliefern. Hier ist neben kurzen automatisierten Updatezyklen auch die Möglichkeit von manuellen Prozessinitialisierungen notwendig.


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Thema: E-Commerce

Schlagworte: Google Shopping, Tipps

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