Kurz vor 9: Amazon, Facebook, Fab, DHL, MyParfum, Flit, Comet, E-Mail

Von Olaf Kolbrück Olaf Kolbrück | 20. Dezember 2012 |

Das Neueste aus der Welt des E-Commerce: Jeden Morgen kurz vor 9 

Amazon:  Eigentor oder nötige Sparbremse? Amazon wird zum Minus-Macher und erhöht die Hürde für den kostenlosen Versand. Produkte unter 5 Euro Warenpreis (sogenannte “Plus Produkte”), die in Eigenregie verteilt werden, werden künftig nicht mehr kostenlos versandt, sofern der Warenkorb letztlich unter der 20 Euro- Mindestbestellmenge liegt, entdeckte das Blog Webzapper. Dilemma: Die neue Amazon-Stellschaube zwingt alle Amazon Prime Mitglieder, die diesen Einzelversand zuvor umsonst erhalten haben, aber auch die “Normal-Kunden”, bestimmte Produkte zu “bundlen”, bis ein Warenkorb mit einem Wert von 20 Euro erreicht ist. Sonst wird der Checkout-Prozess einfach nicht weitergeführt.  Damit stellt sich Amazon selbst ein Bein, meint etailment. Diskutieren Sie mit.

Fab: Das rasant wachsende und sonst so auf Social Commerce setzende Design-Kaufhaus Fab.com hat auch Sinn für den Charme stationärer Geschäfte. Fab-Gründer Jason Goldberg denkt ernsthaft über Store-Konzepte nach, um dem Kunden noch mehr Markenerlebnisse zu bieten, schreibt Wired. Offline-Stores, manche zeitweilig, werden als Marketingkonzept ohnehin allmählich Standard: Bonobos, eBay, Urbanara, Zalando. Mit Unterstützung des indischen Medienkonzerns Times Internet und siebenstelligem Investment nimmt Fab zudem jetzt Indien ins Visier, meldet Techchrunch.

Wo DHL nervt und wo Amazon noch Geld verdienen will. Dies und mehr nach dem Klick.

Zitat des Tages: “"Wir beschäftigten Mitarbeiter nur dafür, viele Sekunden lang vor dem Rechner zu sitzen und auf Intraship zu warten". Internetworld zitiert einen ungenannten Online-Händler, der sich mächtig über die browserbasierte Versandsoftware Intraship bei DHL ärgert. Grund: Erhebliche Verzögerungen bei der Datenverarbeitung und sogar Serverzusammenbrüche in den vergangenen Tagen.

Amazon II: Geld muss rein kommen. Neue Erlösquellen sind gefragt. Zwei neue Wege machen dieser Tage bei Amazon von sich reden. Offiziell die eine Lösung, halbamtlich die nächste Geldquelle. Die eine lautet Webshops. Händlern bietet Amazon eine Multichannel-E-Commerce-Plattform an, mit der sie einen Onlineshop aufbauen und verwalten können. Die „Webshop-Komplett-Lösung“ kostet pro Monat 24,99 Euro plus Transaktionsgebühren. Dafür können Händler einen Shops im Handumdrehen einrichten. Erlösquelle 2: Werbung. Offenbar will Amazon mit Werbung mehr Geld verdienen und arbeitet an einer eigenen Real-Time-Bidding-Plattform für Anzeigenplatzierung mittels Echtzeitverfahren, schreibt Wired. Targeting-Werbung vom Feinsten. Die Software beobachtet Ihr Einkaufsverhalten auf Amazon, "folgt" Ihnen dann zu anderen Websites und spielt Ihnen dort passende Werbung von Markenartiklern aus.

MyParfum:  Vor knapp zwei Wochen gabs im Tausch gegen 12 % der Geschäftsanteile noch einen Media-Deal mit SevenVentures für die Online-Parfümerie. Jetzt muss MyParfum 13 der 60 Mitarbeiter entlassen, meldet Gründerszene. Gesundschrumpfen heißt das dann. Gerüchte über finanzielle Probleme schafft das nicht aus der Welt.

Facebook:   Facebook sagt Ihnen jetzt, in welches Restaurant Sie gehen sollen, abhängig davon, wo Sie sich gerade befinden. Möglich machen das die Funktion "Nearby" ("In der Nähe"). Sie bekommt einige neue Feature. Die Mobile App hilft nun besser bei der Suche nach Orten, die Freunden gefallen.  Die Hinweise lassen sich weiter personalisieren. Dazu gibt es dann unter anderem Infos zum Restaurant oder zum Laden. Wie Unternehmen die neuen Optionen nutzen können, beschreibt Facebook.

Comet: Comet, eine der einst großen Elektronikketten in Großbritannien, macht den Laden dicht. Insolvent. Ein Käufer fand sich nicht. Online erwirtschaftete Comet laut InternetRetailer zuletzt rund 1 Milliarde US-Dollar.

Flit: Die US-Shopping-App Flit, die quasi Mobile-Shopping im Flipboard-Stil bietet, hat in einer Finanzierungsrunde 750.000 Dollar erhalten. Zu den Investoren gehören Crosslink Capital, YouWeb Startup Incubator, Spencer Trask und Correlation Ventures, meldet InternetRetailer.

Zahl des Tages:  E-Mail geht immer noch: Die Zustellrate stieg im dritten Quartal 2012 um 3,5 Prozent von 94,0 Prozent im dritten Quartal 2011 auf aktuell 97,3 Prozent. Auch die Öffnungsrate legte um 1,2 Prozent von 25,6 Prozent im Vorjahresquartal auf nun 25,9 Prozent zu. Obwohl die Klickrate im Vergleich zum Vorquartal um 0,1 Prozentpunkte leicht gesunken ist, liegt sie mit aktuell 9,5 Prozent noch immer knapp über dem europäischen Durchschnitt von 9,1 Prozent und stieg verglichen mit dem Vorjahresquartal sogar um 2,1 Prozent. Die Zahlen stammen aus einer Benchmarkstudie von Epsilon, Anbieter von Dialogmarketing-Dienstleistungen.

Grafik des Tages: Effects of Timing in Email Marketing

Lesetipp des Tages: Fab's Five Rules For Killing It In E-Commerce 

Beliebtester Beitrag im Blog am Vortag: Neckermann: Werbemail aus dem Reich der Toten

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Thema: E-Commerce

Schlagworte: Amazon, Facebook, Fab, E-Mail, DHL, MyParfum, Flit, Comet

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