Kurz vor 9: Kiomi, Zalando, Amazon, DM, Wynsh, Intershop, Office Depot, Pinterest

Von Olaf Kolbrück Olaf Kolbrück | 21. Februar 2013 |

Das Neueste aus der Welt des E-Commerce: Jeden Morgen kurz vor 9

kiomi shop
Kiomi: Zalando hebt die Eigenmarke Kiomi aufs Schild. Die Fashion-Marke bekommt sogar einen eigenen Shop. Was Rocket Internet mit dem Lifestyle-Label genau vor hat und warum das den Modehandel nervös machen muss - mehr dazu in Kürze.

Amazon: PR- und Image-Desaster, das kann man wegstecken. Doch jetzt schaut das Kartellamt bei Amazon hin. Das könnte schmerzhaft werden. Die Kommunikationsabteilung von Amazon ist vermutlich gerade der unbequemste Ort im E-Commerce. Erst zwei Dienstleister gefeuert, weil eine ARD-Reportage aufzeigte, dass Amazon sich da nicht wirklich Mühe gegeben hat, ihre Qualität bei den Dienstleistern zu kontrollieren, dann gestern Dauerfeuer von allen Parteien gegen den Versender im Bundestag, wohlweißlich unterschlagend, dass der selbst schon Leute für Dumpinglöhne beschäftigt hat. Kann man alles noch wegstecken. Ernst wird es jetzt mit dem Kartellamt. Das prüft nämlich endlich eine Geschäftsklausel, die schon länger im Gerede ist. Händlern, die Produkte bei Amazon anbieten, dürfen diese nämlich nicht woanders günstiger verkaufen. Sagen Händler. Möglicherweise ist diese Preisparitätsklausel ein Verstoß gegen das allgemeine Kartellverbot. Das Kartellamt will dazu 2400 Händler befragen. Das aber wundert. Sie müssten nur in einschlägige Händlerforen schauen. Da wird über diesen Brauch schon lange gemosert. Die Plattform Hood.de hatte Ende 2012 eine Untersuchung angestoßen.

 

Jetzt lesen: Amazon bekommt von ARD-Zeugen Unterstützung und der Möbelhandel bekommt es vermutlich bald mit dem End-Gegner zu tun. 

 

Zitat des Tages:Die Lehren gelten nicht nur für den Amazon-Case. Grundsätzlich sollten interne Kontrollen von Prozessen, Arbeitsbedingungen und Dienstleistern häufiger und strenger erfolgen. Denn es zeigt sich wieder einmal, dass fragwürdige Praktiken extrem Öffentlichkeitsrelevant sind.", Frank Behrendt, Vorstand Fischer Appelt, zeigt eine angenehm flache Erregungskurve rund um die Amazon-Hysterie und schaut pragmatisch nach vorne. Weitere Statements von Markenberatern in Horizont.

 

Amazon II: Manch einer fand die ARD-Reportage über den Umgang mit den Leiharbeitern bei Amazon immer schon etwas zu boulevardesk. Der dürfte sich bestätigt fühlen. Eine "Zeuge" der ARD wundert sich im Kreisanzeiger über den Fernsehbeitrag: „Vieles ist zwar wahr, aber Vieles ist auch sehr verdreht dargestellt.“ Auch die Hessische/Niedersächsische Allgemeine findet zwei Mitarbeiter, die positive Aspekte vermissen.

Zalando: Vor Monaten lief er in den Niederlanden im TV. Der Garden-Spot von Zalando. Jetzt kommt der vergleichsweise brave Clip mit einer Fashion-Fontäne auch hierzulande ins TV. Der Stil: Weniger schräg, mehr sympathische Marke für die Nachbarschaft. Willkommen im Massenmarkt.

Wynsh: Wynsh, das war eine innovative Shopping-App, die spielerisch für Rabatte am Regal sorgte. Sofort. Womöglich war es für die muntere Idee Marc Schwiegers Mobile-Start-up WindoWin noch zu früh. Das Start-up ist insolvent, meldet Mobilbranche.

Intershop: Die Firma geht auf und ab: Intershop meldet für 2012 einen Nettoverlust von 0,6 Mio Euro. Das Vorjahr brachte noch einen Gewinn von 3 Mio Euro. Der Nettoumsatz erreichte 51,8 Mio Euro (Vorjahr: 49,2). Im Minus seien Einmalaufwendungen, insbesondere für die Neuausrichtung im Vertrieb, in Höhe von 1,4 Mio. Euro enthalten, sagt das Unternehmen. Bereinigt um diese einmaligen Sondereffekte lag das EBIT bei 0,8 Mio. Euro.

Amazon III:  Hallo Möbelhandel in Deutschland! Aufwachen! Sofort! Amazon macht nämlich jetzt auch in Großmöbel.  In den USA gibt es im  Outdoor-Bereich schon eine Eigenmarke "Strathwood", hierzulande mache Amazon die ersten Schritte, habe die Logistik von Möbeln bestens trainiert, könne sich auch Themenwelten vorstellen, schreibt Möbelkultur. Da reift nach all den Online-Scharmützeln in den kommenden Jahren der End-Gegner heran.

Office Depot: OfficeMax und Office Depot fusionieren, meldet Internet Retailer. Die US-Kette würde damit zum drittgrößten Händler in den USA aufsteigen. Office Depot will den kleineren Rivalen OfficeMax per Aktientausch übernehmen. Zusammen stehen sie für 7 Milliarden Dollar Web-Umsatz im Büroartikel-Markt und insgesamt 18 Milliarden Dollar Umsatz. Zum Vergleich: Staples macht im Netz rund 10 Milliarden, insgesamt rund 25 Milliarden. Office Depot schrieb im vierten Quartal 2012 rote Zahlen.

Pinterest: Zuletzt war es um die Bilder-Pinnwand Pinterest eher ruhig. Deswegen sollte man sie trotzdem nicht abschreiben. Gerade gab es eine 200 Mio Dollar Finanzspritze, die Beteiligung von Valiant Capital Management, Andreessen Horowitz, Bessemer Venture Partners und FirstMark Capital führt zu einer Bewertung von 2,5 Mrd. Dollar für Pinterest, schreibt AllThingsD.

DM: Entgegen anderslautenden Schlagzeilen hat die Drogeriemmarktkette DM keine Pläne, die Zusammenarbeit mit Amazon aufzugeben. Zwar meldet die Lebensmittel Zeitung, dass die Drogeriemarktkette mit Amazon reden wolle. Aber wenn Geschäftsführer Erich Harsch sagt, man sei zuversichtlich, "dass Amazon bereits aus Eigeninteresse an den richtigen Entwicklungsschritten arbeitet", dann reicht es nicht mal für einen Sturm im Wasserglas.

Living Social: 110 Millionen US-Dollar hat der Couponing-Dienst Living Social in einer Finanzierungsrunde mit Altinvestoren hereingeholt, meldet das Wall Street Journal. So sehen Optimisten aus. 2012 machte Living Social dicke Verluste. 

Lesetipp des Tages: Der E-Commerce und seine Kollateral-Schäden

Beliebtester Beitrag im Blog am Vortag: 10 Tipps: Das können kleine Händler von Zalando lernen

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