Kurz vor 9: Otto, Bewertungsportale, Microsoft, Barnes & Noble, Shiseido, Ditto, Groupon, 3D-Drucker, Bloomsbury

Von Olaf Kolbrück Olaf Kolbrück | 2. Mai 2012 |

Das Neueste aus der Welt des E-Commerce: Jeden Morgen kurz vor 9 

Otto: Der Versender Otto startet mit einer millionenschweren Werbekampagne. Der Zeitpunkt wirkt angesichts eines kriselnden Konkurrenten Neckermann, der vor allem mit sich selbst beschäftigt ist, günstig. Der Start ist indes von langer Hand geplant. Eigentliches Ziel der Kampagne sei, so Rainer Hillebrand, Otto-Vorstandssprecher und für Marke, Service und E-Commerce zuständig, eine "Neukundenoffensive".  Die Multimedia-Kampagne zeigt sich im TV, online und Print. Dabei setzt OTTO auch auf interaktives Fernsehen und das innovative Werbetool HbbTV. Das dürfte aber eher ein Test sein. Die Slogans: "Mode kommt von Otto", "Technik kommt von Otto" und "Wohnen kommt von Otto" klingen aber mehr nach Selbstversicherung. Aufregend wirkt die Kreation der Agentur Kolle Rebbe nicht. Da schreit niemand vor Glück.  Auf einer Kampagnenseite  gibt es schon die neue Einschlafhilfe den neuen TV-Spot zu sehen. Die "Neukundenoffensive" kann also kaum die Nutzer von Zalando und Co meinen, denen die Altversender zu unmodern erscheinen. Also doch eher vorausschauendes fischen nach den Resten von Neckermann?

otto slogan

Holidaycheck & Co: 20% bis 30% der in Online-Shops und Bewertungsportalen wie DooyooCiao,Holidaycheck oder Qype abgegebenen Produktbewertungen sind gefälscht. Das berichtet "Audio Video Foto Bild" in seiner aktuellen Printausgabe. Die Redaktion spürte im Internet eine Reihe Fälscher-Werkstätten auf, die mit Dienstleistungen wie "Textservice" und "Shop-Texte" werben. Als Hersteller getarnt, beauftragte das Blatt dann zwei Agenturen, Kundenbewertungen für populäre Internet-Shops zu verfassen. Der Paketpreis für die ersten 35 Bewertungen betrug rund 190 beziehungsweise 299 Euro. Ergebnis: Keine der rund 100 Bewertungen, die die Agenturen in Internet-Shops abgaben, wurde als Fälschung erkannt. 

Zitat des Tages:  "Ich gehe davon aus, dass Bloomsbury in fünf Jahren die Hälfte des Umsatzes digital erwirtschaftet."  Richard Charkin, Chef bei Bloomsbury Publishing,  sieht im Interview beim Buchreport aber auch einige Konstanten in der Branche. 

Microsoft: Microsoft steigt mit 300 Millionen Dollar bei der Buchkette Barnes & Noble ein, will so am E-Reader-Geschäft mitverdienen.  Mit seinem Nook-Reader gehört Barnes & Noble  zu den schärfsten Rivalen von Apple (iPad) und Amazon (Kindle). 

Shiseido: Eine virtuelle Beraterin gibt per Sprachsteuerung den Kunden auf der Hompage von Shiseido nun Produktempfehlungen. Die sprachgesteuerte Beratung beruht auf einem Voice-Flash-Interface (Agentur: Dotkomm). Angaben zu Alter, Hauttyp und persönlichen Präferenzen kann der Kunde dank VoiceFlash über das Mikrofon oder den Lautsprecher seines Computers per Stimme eingeben. Er spricht also mit dem Avatar wie in einem persönlichen Gespräch. Diese wiederum reagiert auf die Angaben des Kunden und zeigt ihm die passenden Produkte. In Zeiten von Google Hang-out ganz sicher etwas für Marken mit 80er Jahre-Flair.  

Groupon: Die Gutscheinplattform erweitert den Verwaltungsrat um  Daniel Henry und Robert Bass. Die beiden gelten als Bilanzprofis und sollen die Unordnung in den Zahlen bei Groupon aufräumen.  Henry ist Finanzchef bei American Express, Bass ist Vize-Verwaltungsratsvorsitzender und Partner bei Deloitte. Groupon musste bereits mehrfach Geschäftszahlen im Nachhinein korrigieren,

3D-Drucker Solidoodle: Barbie-Puppe, Schmuck, Piratenschiff, Lego-Steine, Auto-Ersatzteile - in Heimarbeit am 3D-Drucker erstellt. Das wird zunehmend erschwinglicher. Der ehemalige MakerBot-Manager Samuel Cervantes bringt jetzt mit Solidoodle einen  3D-Drucker ab 499 US-Dollar auf den Markt

Ditto: Online-Brillenhändler Ditto hat in einer Finanzierungsrunde, angeführt von August Capital, 3 Millionen US-Dollar erhalten. 

Zahl des Tages: 1,5 Millionen Daily Deals hat Groupon innerhalb eines Jahres mit seinem lokalisierten Realtime-Konzept Groupon Now! verkauft. Wenn sich Andrew Mason nicht wieder verzählt hat.

Grafik des Tages: Die Abhängigkeit multinationaler Konzerne von China

Lesetipp des Tages: Die Bankengruppe VTB investiert in russischen E-Commerce. VTB beteiligt sich unter anderem an Fastlane Ventures. Daran ist wiederum eVenture Capital, der Beteiligungsarm von Otto beteiligt. Die FAZ berichtet über eine Branche im Zeitraffer

Beliebtester Beitrag im Blog am Vortag:Amazon: Wunschliste wird zur Nahkampf-Waffe für Online-Preisvergleiche

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