Kurz vor 9: Otto, eBook, ECC, Hitmeister, Globetrotter, iZettle, Payleven, Crowdfunding, Shopper-Typen, Social Branding

Von Olaf Kolbrück Olaf Kolbrück | 18. Juni 2012 |

Das Neueste aus der Welt des E-Commerce: Jeden Morgen kurz vor 9 

Otto:  Wenige Tage vor der Bilanzpressekonferenz hat Otto-Chef Michael Otto,  Sohn des Gründers Werner Otto,  im Interview mit der Frankfurter Rundschau noch einmal ein Glaubensbekenntnis für den Katalog und für Multichannel abgegeben. "Der Kunde bestimmt bei uns, ob er Online, aus dem Spezialkatalog oder im stationären Geschäft kauft. Wir glauben, dass dieser Multichannel-Einzelhandel, wie wir ihn etwa bei Bonprix, Sportscheck oder Manufactum praktizieren, die Zukunft sein wird. Auch H&M arbeitet inzwischen mit Katalogen und selbst Amazon und Zalando setzen nun auf stationäre Geschäfte. Außerdem gibt es bei uns eine persönliche Beratung". Dadurch unterscheide sich Otto insgesamt deutlich von Amazon. Hat man alles schon einmal gehört. So wie das neue Lieblings-Mantra: "In Zukunft wird es in Deutschland wahrscheinlich nur noch zwei große Online-Anbieter mit Universalangebot geben: Amazon und Otto." Mit Blick auf die Umstrukturierung bei Otto, Baur und Schwab warnte Otto davor "alles zu zentralisieren, weil wir dann unsere Flexibilität verlieren". Lieblingsantwort im Interview: "Nein." Auf die Frage: "Hätten Sie Interesse an Zalando?"

eBooks:  Warum Unternehmen heute keine Zeit mehr haben, langwierig ihre Prozesse zu überdenken und dann noch langwieriger umzustellen, zeigt gerade eindrucksvoll der US-Buchmarkt. Der Umsatz mit eBooks, 282,3 Millionen Dollar, rauscht an den verkauften Hardcover-Büchern vorbei: 229,6. Millionen Dollar. Noch vor einem Jahr lag der Hardcover-Markt bei 335 Millionen Euro.

ECC: Die Stimmung im deutschen E-Commerce bei Shoppern und Händler fragt einmal mehr das ECC Handel in Zusammenarbeit mit den Partnern Rakuten und Trusted Shops (e-KIX), sowie Hermes (s-KIX) ab . Die aktuelle Juni-Erhebung läuft vom 18. bis 26. Juni 2012Die zwei daraus ermittelten Konjunkturindizes werden monatlich kostenfrei veröffentlicht. Auch bei etailment. Die aktuelle Frage des Monats dreht sich um den Einsatz verschiedener Werbemaßnahmen durch die Online-Händler und die Wahrnehmung dieser Maßnahmen durch die Online-Shopper.

Zitat des Tages: “Der erste Klick wird in jedem Fall teurer - durch Googles Product Listing Ads wie durch die teurere Bild-Inszenierung für Pinterest & Co. Um so wichtiger, Kreation, Emotion und Angebot in den Shop zurück zu bringen." Martin Gross-Albenhausen macht im bvh-Blog klar, wie wichtig künftig Bilder und Emotionen sind.

Crowdfunding:  Nach dem Hype um Kickstarter und Seedmatch war das ja klar. Im Crowdfunding-Markt, in dem ohnehin noch einige Perlen in Nischen schlummern, ploppen jetzt erst mal neue Anbieter in Serie auf.  In Frankfurt geht die Crowdinvestingplattform bestBC an den Start. Alleinstellungsmerkmal dieser Crowdinvestingplattform soll das Mentorenkonzept sein. In Berlin ist die Crowdinvestingplattform Companisto online gegangen. Beteiligungen an Start-ups sind dort schon ab 5 Euro möglich. Companisto bündelt zudem alle Investoren.

Leo Burnett: Die Werbeagentur Leo Burnett und ihre Digital-Tochter ARC Worldwide haben sich ein paar neue Namen für Shopper-Typen ausgedacht, weil sich so Studien besser verkaufen lassen, weil das Orientierung bietet. Mehr bei Social Commerce Today.

Hitmeister: Beim Kölner Shopping-Portal Hitmeister wächst das Handelsvolumen mit 140 Prozent im Jahresvergleich. Neben dem gut laufenden Direktverkaufsgeschäft sei auch der Marktplatz weiterhin ein Wachstumstreiber, meldet das Unternehmen. Konkrete Umsatzzahlen nannte Hitmeister nicht. 

Globetrotter:  Outdoor-Ausrüster Globetrotter geht einen weiteren Schiritt in Richtung Multichannel und will seine Kundenkarte auch als Smartphone-App anbieten und damit auch Gutscheine und Bonuspunkte transportieren. Laut OnetoOne will Globetrotter dazu in allen Stores kostenloses WLAN anbieten.

iZettle:  Square hat das Dongle am iPhone zum mobilen Bezahlen zum Hype gemacht. Jetzt wollen auch andere abkassieren. Unter anderem Mastercard und die schwedische Bank SEB investieren 25 Mio Euro in iZettle, die schwedische Alternative zu Square. Rocket Internet versucht es übrigens auch: mit payleven. Das Start-up streckt auch schon seine Fühler nach Asien aus. Hatten Sie etwas anderes erwartet?

Zahl des Tages:  Fast ein Viertel (23 Prozent) des gesamten Umsatzes mit elektronischen Geräten ist in Deutschland inzwischen ins Internet abgewandert. Damit hat sich der Online-Anteil am Umsatz bei Privatverbrauchern innerhalb von nur fünf Jahren fast verdoppelt. Im Jahr 2007 entfielen erst 12 Prozent der Ausgaben u.a. für Computer, Fernseher, Handys sowie für Haushaltsgeräte wie Waschmaschinen und Staubsauger auf das Internet. Das hat eine repräsentative Erhebung des Marktforschungsinstituts GfK im Auftrag des Hightech-Verbands BITKOM ergeben. Unser Tipp: In nicht einmal fünf Jahren haben alle anderen Branchen aufgeholt.

Grafik des Tages: Zwei klare Learnings: Das Geld kommt wie von selbst im zunehmenden Mengen, aber auch die Zahl der Crowdfunding-Plattformen wächst weltweit wie verrückt: Crowdfunding in Zahlen. 

Lesetipp des Tages: Da sind Sie also mit ihrem Unternehmen in sozialen Medien - und was machen Sie da? Sie wissen es selbst nicht? "Social Branding", herausgegeben unter anderem von Prof. Matthias Schulten, nennt clevere Startegien und Praxistipps. etailment-Autor Markus Caspari war an einem der Beiträge beteiligt.

Beliebtester Beitrag im Blog am Vortag: Wochenrückblick: Online-Supermärkte, Otto und die Lust am Luxus

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