Kurz vor 9: Rakuten, Tausendkind, Zalando, Netto, Mobile Payment, Valuephone, Ticketmaster, Groupon, Facebook

Von Olaf Kolbrück Olaf Kolbrück | 3. Februar 2012 |

News: Jeden Morgen kurz vor 9 

Rakuten: Die japanische Nummer eins im E-Commerce, Rakuten, will Deutschland erobern und an Amazon und Ebay vorbeiziehen. Bislang ist Rakuten hierzulande nur durch den Kauf von Tradoria aufgefallen. Dieser Tage zusätzlich noch mit einer PR-Tour von Rakuten-Chef Hiroshi Mikitani. Der 47jährige Milliardär zeigte sich auf der E-Commerce-Konferenz "Tradoria live" erstmals in Deutschland, lächelte viel, bot starke Sprüche, aber sagte inhaltlich so viel wie eine Powerpointfolie. Trotzdem. Man wird den freundlichen Herrn ernst nehmen müssen. Rakuten mag vieles ähnlich machen wie Amazon, bis hin zum eigenen eReader, und manches sogar mehr wie einen Marktplatz bei Quelle.de aussehen lassen, aber es würde einen ganz eigenen Anspruch in Sachen Geschäftskultur mitbringen.

Tausendkind: Tausendkind.de, Online-Shop für hochwertige Baby- und Kinderartikel, hat erfolgreich eine zweite Finanzierungsrunde beendet. Neu an Bord sind PDV Inter-Media Venture GmbH und die competence media systems GmbH. ZU den Altinvestoren zählen IBB Beteiligungsgesellschaft verwaltete VC Fonds Kreativwirtschaft Berlin, Tybo Investments GmbH und Gatcombe Park Ventures LLP. (per mail). 

Zalando:Die Investmentfirma DST Global erwirbt einen Anteil von 4% am Online-Shop Zalando. Mit Beteiligungen an Facebook, Zynga, Groupon, Twitter, 360Buy und Alibaba zählt DST zu den weltweit führenden Investoren im Internet-Sektor. Weitere Gesellschafter bei Zalando sind Rocket Internet, Holtzbrinck Ventures, Tengelmann Ventures, Kinnevik.  (per mail)

Netto: Die Edeka-Tochter Netto testet im Mobile Payment eine Lösung von Valuephone. Die elektronische Geldbörse kommt ohne NFC aus. Ein Test mit Mitarbeitern läuft bereits. Das System kommt ohne Funk aus, klingt anders als die Mobile-Payment-Lösungen zur Olympiade aber nicht gerade pflegeleicht: "Der Kunde lädt die kostenlose Netto-App auf sein Smartphone und registriert sich – unter anderem mit seiner Bankverbindung. An der Kasse startet der Kunde das Programm. Es erzeugt einen vierstelligen Code, den der Kunde der Kassiererin nennt. Sie gibt den Code in die Kasse ein und erhält eine zweistellige TAN, die sie dem Kunden sagt. Nun gibt der Kunde PIN und TAN in sein Smartphone ein. Anschließend erzeugt das Mini-Programm einen Autorisierungscode, der wiederum der Kassiererin mitgeteilt wird", schreibt die  Lebensmittel Zeitung. Mein Tipp: Da hat jede Rentnerin ihr Kleingeld schneller zusammen. Mir schleierhaft, warum sie das testen. Das System verstößt schon gegen den ersten Merksatz: Mobile Payment muss so einfach sein, wie die Fütterung eines einarmigen Banditen - plus Gewinngarantie (aka Mehrwert).

Mobile Payment: Deutschland ist das Land der Barzahler und Bargeld-Zahlung für den Handel im Vergleich zu Kartenlösungen und Mobile-Payment einfach unschlagbar billig. Diese Hürden muss das Mobile Payment erst einmal nehmen, schreibt "Der Handel".  Doch die deutschen Handelsketten leben da mal wieder zu sehr in ihrer Krämer-Kultur.  1. Die erste Kette, die Mobile Payment einsetzt, hat einen Wettbewerbsvorteil bei der jungen, konsumfreudigen Zielgruppe. 2. Der Handel muss mit der Bequemlichkeit des mobilen E-Commerce konkurrieren. Auch im Food-Bereich.

Ticketmaster: So kann man von der neuen Timeline bei Facebook profitieren. Was immer Sie gerade via Spotify oder Rdio für Musik hören oder welche Platten Sie gerade im Livestream bei Facebook sonst so empfehlen, die App von Ticketmaster liefert gleich passende Konzerttipps. Clever. (Techchrunch).

Groupon: Das Portal Adzine hat drei Hamburger Unternehmerinnen zu ihren ersten Erfahrungen mit Groupon-Rabattaktionen befragt. Nicht alle wurden damit glücklich.   

Zahl des Tages: Facebook verdient 17 Prozent seines Umsatzes mit Credits. Sie werden als Zahlungsmittel für Social Games und virtuelle Güter eingesetzt. Futurebiz findet eine Integration von Credits für den Erwerb von exklusiven Inhalten, beispielsweise im Medienbereich, vorstellbar. Ob sich Apple und iTunes da Sorgen machen müssen? Oder die Verlage doch noch einen Vertriebsweg für ePaper finden, die sonstwo keiner haben will. 

Grafik des Tages: Henry Blodget findet die Facebook-Aktie gar nicht so vielversprechend. Die Revenue-Kurve zeigt warum. 

Beliebtester Beitrag im Blog am Vortag: Mobile Payment: Da kommt was auf uns zu

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