Ladengeschäfte mit Online-Logistik: Ex-Amazon Mitarbeiterin möchte Fashion-Shopping revolutionieren

Von Markus Caspari | 2. Januar 2013 | 1 Kommentar Kommentieren

Hointer - For Men
Das Fashion-Unternehmen Hointer wurde von Nadia Shouraboura im August 2012 mit der Idee gegründet, alle Ursachen aus dem Weg zu räumen, die Männer beim Shoppen nicht mögen. Zuvor war die Gründerin “Technology Vice President, Global Supply Chain and Fulfillment Platform” bei Amazon.

Im Oktober 2012 hat das Unternehmen sein erstes Ladengeschäft eröffnet, einen Jeans-Store nur für Männer. Von jedem Jeans-Typ hängt genau ein Exemplar auf einer Art Leine. Die Käufer nutzen eine Hointers-App und scannen die QR-Codes an der Jeans ein, die sie anprobieren möchten. Danach wählen sie noch Größe und Farbe. Durch die App wird eine Nachricht an ein Roboter-System im Lager geschickt, welches die passende Jeans auswählt und anschließend in wenigen Sekunden in ein Fach in die Umkleidekabine befördert (Erklärvideo).

Zum Kauf werden dann Kreditkarte und Lesegerät genutzt. Die Kunden verlassen das Geschäft, ganz ohne mit Verkaufspersonal in Kontakt gewesen zu sein, weshalb vergleichweise günstige Preise angeboten werden können. Im Store sind derzeit lediglich einige Software-Ingenieure, die mit Kunden reden, Feedback sammeln und mehrfach täglich die Software aktualisieren. Zudem arbeiten in dem kleinen Team noch User Experience Designer.

Nadia Shouraboura hat im Interview mit etailment verraten, dass sie und ihre Familie 10 Millionen US-Dollar in das Unternehmen investiert haben, das sie selbst als Technologie Start-Up sehen. Die Gründerin hat zudem verraten, das die Technologie von einem deutschen Unternehmen kam. Die Hointers-Entwickler konnten dort viel Software „on top“ entwickeln, damit es für die speziellen Anforderungen passt.

Venture Capital Geber sind derzeit noch nicht involviert, aber es finden aktuell Gespräche statt, um das weitere Wachstum zu finanzieren. Zudem wird bereits mit anderen Retailern über mögliche Partnerschaften gesprochen.

Neben dem Geschäft in Seattle, dessen Sortiment gerade um Hemden, Sweatshirts und Accessories erweitert wurde, sind mehrere neue Stores in Kalifornien und New York geplant. Durch das minimalistische Store-Design können relativ schnell neue Standort erschlossen werden. etailment erfuhr von der Gründerin außerdem, dass sie auch über Standorte in Deutschland nachdenke. Eine Marke für Frauen, Hointress, ist ebenfalls geplant. Männer und Frauen sollen getrennt angesprochen werden, um die Auswahl für Männer nicht einzuschränken.

Zu den USP von Hointer gehören laut Selbstverständniss die besondere Shopping Experience, welche die Effizienz des Online Shoppings mit der Möglichkeit kombiniert, Kleidung schnell anzuprobieren. Die Kostenstruktur sei so gut, dass es sogar möglich sei, Online-Preise zu schlagen.

Autor: Markus Caspari


Kindle Kindle
Drucken Artikel versenden

Vom Retail zum Me-Tail:

Wochenrückblick: Zalando, Frauen und die Personalisierung

Festtag bei Zalando angesichts eines profitablen Ergebnisses in dieser Woche, Trauerstimmung bei Kar ...

Topartikel

Infografik: Die größten Online-Shops in Deutschland nach Besucherzahlen

Die 10 größten Online-Shops in Deutschland nach Besucherzahlen und Reichweite (April 2014)

Frische Rankings von Nielsen Netview: Die Top 10 Online-Shops April 2014. Auf Basis von 30.000 deuts ...
Konversionsrate

7 Methoden um die Konversionsrate zu steigern

Im B2B-Marketing wird der Wandel der Trends oft als das Kommen und Gehen verschiedener Zeitalter bez ...
Die fatalen Irrtümer der stationären Handels

Die fatalen Irrtümer des stationären Handels

Es ist einer der Grundirrtümer des klassischen Handels zu glauben, der Kunde mache sich noch Gedanke ...
Jetzt abkupfern: Konzepte füp den Handel von Heute und Trends von Morgen

Jetzt abkupfern: Konzepte für den Handel von Heute und Trends von Morgen

Kooperationen? Vielleicht keine schlechte Idee? Mehr Service? Doch womit? Wie machen es die Mitbewer ...
Schrei vor Glück: Zalando-Gruppe macht Profit

Schrei vor Glück: Zalando-Gruppe macht Profit

„Positiv“. Das ist derzeit das Lieblingswort von Rubin Ritter, Finanzvorstand bei Zalando, wenn er k ...

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

  1. muc
    Erstellt 7. Januar 2013 14:57 | Permanent-Link

    Na das ist doch mal was für uns. Auswählen -> anziehen -> weg.

stats