Logistik: Das Rennen um die Paketstationen beginnt

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Zum Beispiel Aldi. Lebensmittelhändler wie Edeka und Rewe lassen sich mit ihren Filialen gerne in der Nähe nieder. Sie wissen, der Discounter ist auch ein Frequenzbringer für die eigenen Läden. Doch einen anderen potenziellen Frequenzbringer fürchtet der deutsche Handel zuweilen noch: Paketstationen. 

Fast so, als hole man sich damit ein trojanisches Pferd des Onlinehandels ins Haus. Dabei könnte der logistische Schlusspunkt auch neue Kunden in den Laden holen. In den USA kennt man da weniger Berührungsängste.

Amazon war in den USA einer der Vorreiter, der in Eigenregie auf „Lockers“ setzte, eigene Packstationen, vergleichbar den Paketautomaten, wie sie DHL-Kunden in Deutschland bereits gewohnt sind. Der Onlinehändler holte dafür auch Handelsketten wie 7-Eleven, Radio Shack und Staples ins Boot, die man durchaus auch als Wettbewerber sehen darf.

Das Interesse der Kunden ist da: Laut  Comscore würden 61 Prozent der Kunden ihre Ware lieber in einen Laden liefern lassen als an die Haustür.

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Wal-Mart testet Paketstationen

Auch Wal-Mart wagt sich daher an Paketstationen in einer Reihe von Filialen und opfert dafür teure Fläche. Ein Dutzend Filialen sollen bis zum Sommer zum Start mit Paketstationen ausgestattet werden, die rund um die Uhr erreichbar sind.  Vorerst nur für Online-Kunden von Wal-Mart.

Google: Same Day Delivery plus Paketstationen

Und dann ist da auch noch Google. Der Suchmaschinenriese testet gerade Same-Day-Delivery in San Franscico. Google hat sich  2012 zudem für über 17 Millionen Dollar den kanadische Anbieter von Paketautomaten BufferBox einverleibt. Das klingt nach einer spannenden Kombination. 

Paketstationen von DHL im Handel

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Schwerpunkt Logistik

Völlig losgelöst vom Handel agieren aber auch die deutschen Logistiker nicht. So sind immerhin einige der bundesweit rund 2500 Paketstationen von DHL zuweilen vor dem Eingang oder im Parkplatzbereich eines Edeka oder Rewe präsent. Ein Strategie des Handels lässt sich dahinter aber nicht erkennen. Kunden finden das Angebot aber praktisch.

Fragen muss man sich außerdem: Warum nur im Lebensmittelhandel? Warum nicht auch Thalia, Hugendubel, Kaufhof, Karstadt, Media-Markt, H&M und Co. Warum das nicht dann auch offensiv vermarkten?

Da ginge, auch im Verbund mit den Postschalter in den Märkten, noch mehr. Und dies ließe sich deutlich schneller umsetzen, als eine Packstation vor der Haustür, beispielsweise neben dem Briefkasten, wie sie bei DHL für die Zukunft auch angedacht wird. 

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Schon besetzt: Paketstation von DHL am Bahnhof in Frankfurt
Schon besetzt: Paketstation von DHL am Bahnhof in Frankfurt

Das Rennen um die besten Plätze

Schnelligkeit aber könnte gefragt sein, wenn Spekulationen wahr werden, dass Amazon auch hierzulande mit Paketstationen reüssieren will.  Dann spätestens beginnt das Rennen um die besten Plätze, um Aufstellorte und Partner-Shops.  Ein Rennen in dem Online-Händler und Logistiker gleichermaßen am Start sind. Erst recht, wenn es künftig um die Zustellung von E-Food geht.

Paketstation Auto

Cardrops

Eines fernen Tages, und das Zalando Fashion Concept Car, zeigt wie es geht, wird dann ohnehin der Kofferraum zur Paketstation. Die Logistk-Lösung dafür gibt es längst.

Cardrops nennt sich einer der Anbieter.  Ein kleiner Sender im Auto verrät dem Lieferanten, wo das Auto steht. Der vertrauenswürdige Logistiker (siehe Bild) hat einen Schlüssel, legte die Ware hinein, und versendet nach erledigter Zustellung eine SMS an den Kunden.


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Thema: E-Commerce

Schlagworte: Logistik, Paketstation

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Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

  1. Olaf-Peter Krom
    Erstellt 8. April 2013 10:49 | Permanent-Link

    mal was Interessantes zum Thema Packstationen un deren Entwicklungen

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