Luxodo: Erfolgsmasche für Luxus-Stores

Von Olaf Kolbrück Olaf Kolbrück | 12. Juni 2012 |

Luxodo fashion
Das erste Jahr ist geschafft. Noch dazu erfolgreich. Rund 40 mittelständischen Fashion-Händlern aus dem Luxus-Segment bietet Luxodo mittlerweile eine Plattform in Sachen Mode, Lifestyle, Design und Beauty. Damit hat sich die Zahl der Partner seit Anfang des Jahres verdoppelt.

Der Marktplatz peilt nun die weitere Internationalisierung an. Das Ziel: Luxodo soll, so Gründer und CEO Mathias von Bredow , zu einer Art „Amazon deluxe“ werden.

Die Mode-Plattform für Fashion-Retailer im Luxus-Segment startet im Spätsommer international mit einer Website in englischer Sprache durch. In einem weiteren Schritt plant das Unternehmen Auftritte in den Niederlanden, Belgien, Luxemburg, Dänemark, Schweden, Italien, Polen und Russland.

Luxodo zeigt auch auf, wie sehr sich die Medienwelt neuen Erlösquellen im E-Commerce zuwendet.

Die Mannschaft liest sich wie ein "Who is Who" der Medienbranche: Mathias von Bredow, Gründer neben Philipp von Criegern, startet seine Karriere bei Bertelsmann und RTL New Media, war dann bei der Telekom als Leiter Commercial Partnerships unter anderem für Online-Partnerschaften mit Bunte und Co zuständig. Im Beirat des Start-up sitzen Ex-MTV-Geschäftsführerin Catherine Mühlemann, der einstige Springer-Manager Robert Bosch sowie der frühere Geschäftsführer des Deutschen Fachverlags Rolf Grisebach. Als Investor ist zudem RI Digital Ventures (RIDV), die Internet-Beteiligungsgesellschaft von Verleger Dirk Ippen mit dabei. Aus der Spielebranche kommt indes Bigpoint-Gründer Heiko Hubertz, der über seine Beteiligungsgesellschaft Digital Pioneers an Luxodo beteiligt ist.

Luxodo liefert dabei ein Modell, wie Verlage profitieren könnten, ohne sich das Risiko des Handels und die immense Kapitalbindung durch Ware an die Beine zu binden. Indes kann Luxodo angesichts wachsender Umsätze sehr gut auf eigenen Beinen stehen.

Der Run neuer Luxus-Händler auf den Marktplatz belegt dabei, wie sehr diese von der gewonnenen Reichweiten und neuen Kunden profitieren. „Luxodo kanníbalisiert nicht das Offline-Geschäft, sondern ergänzt es“, sagt Gründer und CEO Mathias von Bredow.

Magazin wertet das Shopping-Erlebnis auf

Das besondere an der Luxodo ist dabei, dass es sicht nicht allein auf eine hübsche und wertige Präsentation der Ware verlässt. Die Luxus-Shopping-Plattform flankiert sein Shop-in-Shop-System mit einem inhouse erstellen Web-Magazin, das auch jenseits der Sortimente über Themen wie Kunst, Städte und Stil-Ikonen berichtet.

Luxodo Magazin

„Wir wollten von Anfang an nicht nur ein Luxus Store sein, sondern unser Angebot in einen Kontext passender Themenwelten stellen. Wer sich für Stil und Qualität interessiert hat oft ganz vielfältige Interessen - und wir bieten unseren Kunden hier zusätzliche Inspirationen.“ Wenn es passt, gibt dann natürlich auch die dazu passenden Produktempfehlungen aus dem Shop.

Portal für Multi-Brand-Stores

Das Sortiment selbst lässt sich auf der Website nach Produktkategorien, Marken oder auch den beteiligten Luxus-Shops durchforsten. Die habe man ganz bewusst auch deutlich eingebunden, sagt von Bredow. "Man sollte die Strahlkraft lokaler Händler auch online nicht unterschätzen.“

Das Geschäftsmodell für den klassischen, gehobenen Einzelhandel ist so simpel wie überzeugend. Luxodo.com erleichtert Luxus-Einzelhändlern mit Multi-Brand-Stores den Einstieg in den E-Commerce und bietet ihnen ein virtuelles Ladenlokal unter einer Dachmarke. Luxodo fotografiert die Ware (hochwertiger und ansprechender inszeniert als bei manch einem Mitbewerber) für den Online-Auftritt, wickelt den Kaufprozesses zwischen Händler und Käufer ab, ohne aber selbst Vertragspartei des Kaufvertrages zu werden. Die Händler verschicken die Waren in Eigenregie. Pakete und Aufkleber liefert Luxodo.

Die Plattform wiederum wirbt für das Luxus-Sortiment mit Adwords und PR. Die Presseclippings reichen mittlerweile quer durch die bunte Welt der Frauen-Magazine und Mode-Titel.
Für seine Leistungen kassiert Luxodo je nach Vertragsumfang eine Vertriebsprovision und eine Art "Ladenmiete".
Dem Einzelhändler dürfte das gelegen kommen. Ein eigener Webshop lohnt sich kaum, frisst zuviel Zeit und Geld, das Knowhow für Technik und Marketing fehlt.

Starke Mitbewerber im Wachstumsmarkt Luxus

Weiteres Wachstum ist Luxodo gewiss. Noch ist der Online-Markt für Luxusprodukte zwar eher ein zartes Pflänzchen mit Marktanteil im unteren einstelligen Prozentbereich, doch die Aussichten auf zweistellige Marktanteile bis 2015 sind gut. Vor allem aber: Selbst in Krisenzeiten hat sich das Luxussegment immer außenordentlich robust gezeigt.

Allerdings triftt Luxodo auch auf starke Mitbewerber im Luxus-Fashion-Segment.
Neben Fashionhub von Theo Poursanidism, das auch lokale Stores einbindet, buhlt unter anderem auch mytheresa, Ableger des gleichnamigen Müchner Einzelhandelsunternehmen, um Deluxe-Shopper. Schon seit 2004 kümmert sich Mario Eimuth mit Stylebob, hervorgegangen aus einer Münchner Boutique, um internationale Luxuskundschaft und kommt gleichfalls magazinig daher.
Und dann ist da noch Net-a-Porter. Das Internet-Versandhaus für Luxus-Kleidung macht inzwischen mehr als 140 Mio. Euro Umsatz und ist inzwischen Teil des Luxusgüterkonzerns Richemont.

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Thema: E-Commerce

Schlagworte: Luxodo, Mode, fashion, Luxus

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