Wie Media-Markt eine „Best Buy“-Krise vermeiden kann

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Die weltgrößte Elektronikkette Best Buy steckt tief in der Krise. Zu lange hat das Management das Onlinegeschäft nicht ernst genug genommen, musste registrieren, dass die Filialen vielfach nur als Showroom betrachtet werden. 50 Großfilialen werden geschlossen, der CEO muss seinen Hut nehmen. 

Nicht einmal Ranwanzen an Nerds und Geeks mit IT-Promis in der Werbung hat geholfen. Das bröckelnde Imperium erinnert Sie an Media-Markt? Zu Recht.

Denn ebenso wie Best Buy verliert auch Media-Markt den Nimbus der Preisführerschaft. Nicht ohne Grund lautet eine Überschrift im Geschäftsbericht „Regaining Cost and Price Leadership“.  Doch wie soll das klappen?

Preisstrategie Media-Markt
Der Preisabstand soll schmaler werden (Grafik: Metro)

In den Läden müsste Media-Markt/Saturn mit vier Ansätzen gegen den Showroom-Status, der in Wirklichkeit ein Loser-Status ist, ankämpfen.

  • Mehr Apple-Store, weniger Aldi. Dass heißt: mehr Mitarbeiter, pardon, mehr kompetente Mitarbeiter.
  • Weniger Artikel und dafür eine bessere Produktpräsentation hochwertiger, margenträchtiger und beratungsintensiver Produkte.  Berater, die mit iPads ausgestattet sind, um dann Ware, die nicht mehr im Laden vorrätig ist, dem Kunden gleich online bestellen zu können.
  • Mehr Eigenmarken und exklusive Produkte oder Zusatzleistungen, um dem Preisvergleich zu entgehen.
  • Deutliche Preisreduzierung, um mit Online-Preisen wirklich und nicht nur nach argumentativen Winkelzügen, mithalten zu können.
mediamarkt bilanz
Redcoon ist der Umsatzbringer online (Grafik: Metro)

Doof ist Media-Markt ja nicht, hat eher ein Umsetzungs- und Durchsetzungsproblem, denn Ansätze in die richtige Online und Offline-Richtung vermittelt auch eine aktuelle Präsentation der Metro.

Dort steht auf der Agenda:

  • „Further rollout of competitive  pricing strategy“
  • „Extension of own brand offering“
  • „Introduction of add-on product Ranges“

Spannend auch, dass Media-Markt zugleich plant, seinen Marketingmix noch mehr von Print Richtung Online und Direktmarketing zu verschieben.

Gleichzeitig will Mutter Metro, das spricht für Sortimentsausdünnung, den Fokus mehr auf kleinere (1800 Quadratmeter)  und mittelgroße Läden legen, sowie den Pure-Player-Bereich mit Redcoon weiter ausbauen.  

Viel wäre da gewonnen, wenn ein Media-Markt-Mitarbeiter dann künftig seinem Kunden einen entsprechenden Artikel, der nicht im Laden ist, bei Redcoon andienen würde.  Ein kultureller Kraftakt, gewiss. Aber: Omnichannel schlägt Multichannel.

Was sich auf dem Papier auch gut liest: Weitere Innovationen in Sachen Services, Musikstreaming, Downloaddienst und – eBooks.

Bei der internationalen Expansion nimmt Media-Markt/Saturn, wenig verwunderlich angesichts lukrativer Chancen, übrigens unter anderem Russland in den Fokus. 

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Thema: E-Commerce

Schlagworte: Umsatz, Media-Markt, Saturn, Bilanz

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Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

  1. Erstellt 11. April 2012 16:36 | Permanent-Link

    Schon bitter, wenn man wie bei Best Buy keine Antwort auf die Web-Konkurrenz findet. Bis zuletzt wurde der US-Elektrohändler auf E-Commerce-Kongressen oft und gern als "Best Practice"-Beispiel herbeizitiert. Doch es gab auch andere Meinungen: http://bit.ly/HKSBs3

  2. Erstellt 12. April 2012 10:26 | Permanent-Link

    Die Strategie von Media Markt in allen Ehren, aber passt das wirklich zu der teuer bezahlten "ich bin doch nicht blöd" imagekampagne und der damit anvisierten Zielgruppe? Ich kann mir das nicht so vorstellen.

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