Media-Markt rüstet den Online-Shop auf: Ein digitaler Warenkorb allein wird nicht helfen

Von Olaf Kolbrück Olaf Kolbrück | 9. Januar 2012 |

Media Markt. Der neue Onlineshop.
Vorhang auf für den neuen Shop

Am 16. Januar eröffnet Media-Markt seinen neuen Online-Shop. Besser spät, als nie. Auch als Spätstarter kann die Metro-Tochter den Markt noch mächtig durcheinanderwirbeln, wenn sie es versteht, den Vorteil ihrer Flächenorganisation zu nutzen und das Multichannel-Prinzip auf alle Kanäle auszudehnen.

Denn im Online-Wettbewerb kann die Verknüpfung zwischen Markt, Online, Social Media und mobilen Lösungen klare Vorteile verschaffen.

Man muss sich dafür neuen Lösungen aber vielleicht so intensiv verschreiben, wie gerade Wal-Mart in den USA. 

Die Vorteile des Multichannels sind klar: Kunden können online gekaufte Ware auch in Filialen abholen. Weniger Warteziet - wenn man mal die Schlangen an den Kassen vergisst. Damit schlägt der stationäre Handel die Logistik-Leistung der Pure Player. Laut Horst Norberg, Chef der Media-Saturn-Holding, holen bereits 50 Prozent der Online-Kunden von Saturn die bestellte Ware im Markt ab. 

Das lässt sich in eine wichtige Waffe im Wettbewerb verwandeln, je schneller die Filialen als umfassende Distributionsstandorte betrachtet werden. Das gilt umso mehr, wenn Media-Saturn zusätzliche Filialen in Mittelstädten eröffnet. Die bieten dann zwar das Sortiment nicht in der Tiefe wie ein großflächiger Markt.  Aber da hilft dann der Online-Shop. 

Doch dafür kommt es auch auf den "Touchpoint" Mitarbeiter an.

Wal-Mart bietet seinen Marktchefs Anreize, wenn sie die Online-Verkäufe anstoßen. Auch Media-Markt wird die Marktleiter an den Umsätzen aus dem Online-Geschäft beteiligt. Wenn es gelingt, den Marktleitern dies nicht nur als lästige Notlösung zu vermitteln, sondern als Service-Stärke und Sortimentsplus, können beide Kanäle profitieren.

Filialen müssen Online-Shops als Verlängerung begreifen

Bei Media-Markt, schließlich will man mit Media-Saturn bis  2015 bereits 5 Milliarden Euro im Online-Geschäft umsetzen, sollte man sich zudem anschauen, wie Wal-Mart die Verknüpfung der Kanäle sozialisiert. Eine App wie Shopycat, mit der Geschenktipps auf Basis von Facebook-Profilen erstellt werden, rückt Wal-Mart stärker in das Blickfeld von Online-Kunden. Richtig so: Nichts wird künftig langweiliger sein, als schlichte Shopping-Apps ohne soziale Anbindung. Denn Kunden müssen zunehmend über ihre Netzwerke mobilisiert werden. 

Derartige Lösungen sind fast schon eine zwingende Notwendigkeit, wenn Anbieter wie Amazon mit frechen App-Lösungen quasi Filialen anderer Händler zum eigenen Schaufenster machen. Dass man bei Wal-Mart beim Kauf der App-Schmiede Small Society besonderen Gefallen an deren App für Zipcar fand, deutet an, welche Rolle künftig die Übermittlung lokaler Informationen für Wal-Mart spielen dürfte. Und dabei wird es nicht nur darum gehen, anzuzeigen, wo in der Nähe ein Markt ist.

Vernetzung muss umfassend gedacht werden 

Und Media-Markt? Will Kunden offenbar anbieten, in den Filialen via Bestellterminals auch online einzukaufen. Das ist nett, mag für manch eine Zielgruppe sinnig sein und klingt dennoch ein wenig nach 80er Jahre.

Warum stattet man die Verkäufer nicht gleich selbst mit iPads aus? Der US-Baumarkt-Retailer Lowe’s rüstet seine Mitarbeiter mit 42.000 iPhones und iPads aus. Mit den mobilen Helfern sollen die Angestellten unter anderem die Warenverfügbarkeit prüfen und auf die Website zugreifen können. So lässt sich auch manch ein Kompetenz-Mangel zumindest leichter verhüllen. 

Fernziel: Die Nutzung als mobile Kassen. Damit könnte ein stationärer Händler wie Media-Markt einen weiteren Vorteil auf der Habenseite verbuchen: Die Verkürzung der Wartezeit beim Bezahlvorgang. 


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