Otto Group: Nur langsames Wachstum im Onlinehandel

Von Olaf Kolbrück Olaf Kolbrück | 27. März 2013 |

Hans-Otto Schrader_Vorstandsvorsitzender
Gute Gewinne, aber mageres Umsatzplus: Hans-Otto Schrader, Vorstandsvorsitzender der Otto Group
Gute Gewinne, solides Umsatzplus: Hans-Otto Schrader, Vorstandsvorsitzender der Otto Group

Solide, aber nicht glänzend fällt die vorläufige Bilanz der Otto Group aus. Beim  Gesamtumsatz legt die Otto Group um 1,7 Prozent auf 11,8 Milliarden Euro zu.

Im Segment Multichannel-Einzelhandel legte der Umsatz jedoch nur mühsam um 0,4 Prozent auf 10,07 Milliarden Euro zu.

Die Otto Group bleibt damit wie im Vorjahr hinter der Marktentwicklung der Branche  hierzulande mit zweistelligen Umsatzsprüngen zurück. Immerhin haben man "die Gewinne deutlich gesteigert" , so der Vorstandsvorsitzende Hans-Otto Schrader.

"Von der Dynamik des E-Commerce konnte die Gruppe doppelt profitieren: Sowohl die Online-Umsätze im Einzelhandel der Gruppe als auch die Umsätze in den Geschäftssegmenten Finanzdienstleistungen und Service wuchsen überdurchschnittlich", meldet Otto. Doch die eigene Dynamik ist eher verhalten.

Internet-Handel legt um 7 Prozent zu

Während der Branchenverband bvh beispielsweise für die deutschen Pure Player für 2012 ein Wachstum um satte 40 Prozent bilanziert und zahlreiche Studien für die gesamte europäische Region einen jährliches Wachstum der E-Commerce Umsätze von über 10 Prozent zum Standard erklären, steigerte sich die Otto Group beim Handel über das Internet um 7 Prozent. 

Die weltweiten Umsätze in diesem Vertriebskanal stiegen um etwa 400 Millionen Euro auf mehr als 5,7 Milliarden Euro und machen nun rund 57 Prozent der Handelsumsätze (Vorjahr: 53 Prozent) aus. In Deutschland wurden rund 3,7 Milliarden Euro (Vorjahr 3,4 Milliarden Euro) online erwirtschaftet – das entspricht einer Umsatz-Quote von über 62 Prozent.

Die Einzelgesellschaften: Otto, Bonprix,Witt, Schwab und Baur im Plus

Die Otto-Einzelgesellschaft schaffte wie bereits gemeldet ein Wachstum von 1,9 Prozent auf 2,126 Milliarden Euro. (Online-Quote: rund 80 Prozent). Deutlich besser entwickelte sich die internationale Bonprix-Gruppe, Der  Umsatz stieg um 6,3 Prozent – von 1,162 auf 1,236 Milliarden Euro. Die Witt-Gruppe wuchs um 3,4 Prozent von 644 auf 666 Millionen Euro. Die Baur-Gruppe legte  um 8,1 Prozent auf ebenfalls 666 Millionen Euro zu. Die Schwab-Gruppe (Schwab, Sheego, MyToys) steigerte den Umsatz um rund 9,2 Prozent auf 550 Millionen Euro.

Schatten auf die Bilanz werfen Heine und Sportscheck. Die Heine-Gruppe meldet einen Rückgang von 4,2 Prozent auf 504 Millionen Euro. Nach einem Vorjahreswachstum von knapp 6 Prozent fiel Sportscheck um 2,9 Prozent auf 336 Millionen Euro zurück. 

Deutlich mehr profitiert die Otto Group von der "Dynamik des E-Commerce" im Service-Segment und dort vor allem mit der Dienstleistungsgruppe Hermes. Das Segment steigerte seine Umsätze mit Unternehmen außerhalb der Otto Group um 10,1 Prozent auf 1,134 Milliarden Euro. Im Bereich Finanzdienstleistungen schaffte Otto vor allem dank der EOS-Gruppe ein Plus von 11,7 Prozent auf 594 Millionen Euro.

International bleibt Frankreich ein Sorgenkind. Zweistellige Zuwachsraten gibt es dagegen in Nord- und Südamerika sowie Rußland. In Europa (ohne Deutschland, Frankreich und Russland) erreichte die Otto Group ein Wachstum von 7,3 Prozent auf 1,707 Milliarden Euro.


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Thema: E-Commerce

Schlagworte: Otto, Bilanz

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