Otto-"Shitstorm": Es geht immer schneller

Von Klaus Janke | 28. November 2012 | 1 Kommentar Kommentieren

16 OTTO Find Ich Scheiße
Es ist schon erstaunlich: Nach der Gutscheinpanne bei Otto hat sich tatsächlich eine kleine Gemeinschaft im Netz zusammengefunden, die sich bei Facebook unter dem Titel "Otto Find Ich Scheiße" über den Hamburger Versandhändler mokiert. Und das alles, weil Otto offenbar nicht bereit ist, ihnen Geld zu schenken.

Halten wir fest, was passiert ist: Einige Nutzer hatten irgendwie den fünfstelligen Code gefunden, mit dem man bei Otto kostenlose Gutscheine einlösen konnte. Das machte in Windeseile die Runde, über 50.000 Bestellungen gingen ein, deren Wert zwischen 88 und 400 Euro lag. Otto stornierte die Bestellungen. Das kam bei vielen Schnäppchenjägern ganz schlecht an: Zumindest hätte man sie informieren müssen, wenn man schon nicht so generös ist, die Bestellungen in Millionenwert einfach auszuführen.

Hunderte von enttäuschten Nutzern tauschten sich über Social Websites aus und ließen ihre Wut heraus. Und schon waren die Multiplikatoren zur Stelle: "Ein sogenannter Shitstorm bricht über Otto herein", fand RTL.de, den immer gleichen medialen Ritualen folgend. Sogleich wurde in den Medien spekuliert, inwiefern das Weihnachtsgeschäft von Otto darunter leiden könnte. Vorsorglich entschuldigte sich das Unternehmen für die Panne.

Das Beispiel zeigt: Die Gefahr, nur durch eine Panne in einen Strudel von Unmutsäußerungen zu geraten, wird größer. Es finden sich nämlich immer Leute mit extrem erhöhter Sensibilität, was die Erfüllung ihrer vermeintlichen Ansprüche angeht. Und sie scheuen keinen Zeitaufwand, um dieser Ausdruck zu verleihen. Für die Medien sind sie immer ein dankbares Thema.

Für Unternehmen ist das kommunikativ immer ein Balance-Akt: Wer sich nicht deutlich genug entschuldigt, wird - durchaus zu Recht - abgestraft. Wer sich wiederum allzu bemüht und schuldbewusst zeigt, stärkt die Anspruchshaltung der Kritiker und muss künftig bei noch harmloseren Pannen mit Schelte rechnen. 

Etailment.de gibt es auch bei Facebook, Twitter und Google+. Oder abonnieren Sie den Newsletter

Sie wollen mit uns werben? Unsere Mediadaten.


Kindle Kindle
Drucken Artikel versenden

Thema: E-Commerce

Schlagworte: Otto

Kurz vor 9: Amazon erschreckt mit massiven Verlusten, PayPal, eBay, Urbanara, Apple,
Amazon ist die Produktsuchmaschine Nummer 1 der Deutschen. Gute Sichtbarkeit im Ranking kann daher d ...
Topartikel
Kurz vor 9: Amazon erschreckt mit massiven Verlusten, PayPal, eBay, Urbanara, Apple,
Amazon ist die Produktsuchmaschine Nummer 1 der Deutschen. Gute Sichtbarkeit im Ranking kann daher d ...
Die Top 100 der umsatzstärksten Onlinehändler in Deutschland
Die Dominanz der Top 3 im deutschen Onlinehandel - Amazon, Otto, Zalando - ist schier erdrückend. Zu ...
Christoph Lange, Zalando
Christoph Lange ist VP Brand Solutions bei Zalando in Berlin. Als Mitarbeiter Nr. 3 kam er 2008 zu Z ...
Rewe Digital: Schweizer Taschenmesser im Kampf gegen Amazon
Guten Morgen etailment-Leserinnen und Leser!Eine Studie der News-Organisation ProPublica zeigt gerad ...
Trendreport: Wie alltaugstauglich sind die Zukunftsvisionen für den E-Commerce?
Über 12.000 Produkte im ersten richtigen Virtual-Reality-Kaufhaus; ein Vertriebs-Bot, der E-Mails an ...

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

  1. Erstellt 28. November 2012 11:44 | Permanent-Link

    Für OTTO doch super: Bekanntheit nutzen, seriösen und richtigen Gutschein in angemessener Höhe veröffentlichen und Weihnachtsgeschäft ankurbeln. Man muss halt nur mal mitdenken und reagieren.

stats