Pinterest: Warum sich Rakuten bei der Pinnwand einkauft
100 Millionen Dollar konnte die Bilder-Pinnwand in einer Finanzierungsrunde einsammeln, an der sich neben dem japanischen Internetgiganten Rakuten unter anderem Andreessen Horowitz, Bessemer Venture Partners und FirstMark Capital beteiligten.
Das sorgt dafür, dass Pinterest nun mit über einer Milliarde Dollar bewertet wird.
Etliche Marken nutzen Pinterest, diesen Katalog der Wunschträume, bereits, um eigene Produkte leichter zum "Talk of the town" zu machen und regen Nutzer mit Gewinnspielen und Aktionen zusätzlich an, Bilder von Produkten per Pin an digitalen Boards zu verbreiten. Marke und Produkt sollen so leichter zum Teil des digitalen Kaffeeklatsch werden.
Kunden kommunizieren und empfehlen Produkte
Denn in Zeiten, in denen klassischen Kommunikation immer seltener oder nur noch mit immer mehr Aufwand funktioniert, wird die Empfehlung von Freunden und Gleichgesinnten zu einer immer bestimmenderen Größe.
"Wir glauben, dass E-Commerce ein lebendiger Prozess ist, bei dem Händler und Konsumenten kommunizieren, entdecken und kuratieren können, um das Einkaufserlebnis unterhaltsamer zu gestalten", erklärt Rakuten-CEO Hiroshi Mikitani zum Einstieg bei Pinterest.
Jenseits des Buzzwords Social Shopping bedeutet die Präsenz bei Pinterest, das überwiegend noch Frauen begeistert, schlichtweg auch Traffic Richtung Webshop. Fab.com, aufstrebender Designer-Shopping-Club mit Copycat-Ehrung durch Rocket Internet, hat gerade etliche Updates auf den Weg gebracht, die die gemeinschaftliche Einkaufserfahrung zusätzlich stärken sollen und erklärt im gleichen Atemzug, dass Pinterest bereits rund zwei Prozent des Traffics auf die Website führt. Google+ sei dagegen eher etwas für Freunde der Homöopathie.
Pinterest-Nutzer sind zudem kauffreudiger als Facebook-Fans. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Online-Boutique Boticca. Der durchschnittliche Warenkorb lag bei Pinterest bei 180 Dollar, bei Facebook bei 85 Dollar. Nicht nur dort spürt man die Magnetwirkung: 21 Prozent der Pinterest-Nutzer sagen, dass sie nach dem Besuch der Plattform schon ein dort gesehenes Produkt gekauft haben.
Pinterest: Wunschkatalog für kauffreudige Frauen
Auch sonst kann Pinterest, inzwischen der drittgrößte Social-Web-Dienst nach Facebook und Twitter, eindrucksvolle Zahlen vorweisen und könnte sich als Goldgrube erweisen.
Wenn sich zudem eine Lehre aus Pinterest ziehen lässt dann die: Bilder werden im E-Commerce immer wichtiger. Das ist nicht neu. Doch je mehr das Nutzerverhalten von einem Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom geprägt wird, desto bedeutender wird der schneller visuelle Reiz und desto marginaler wird die Rolle des Textes.
Rakuten profititiert von Daten, Transaktionen, Knowhow
Wenn Rakuten also nun in Pinterest investiert, geht es dem Unternehmen nicht nur darum, an einem Hebel Richtung Webshops beteiligt zu sein. Es geht auch nicht nur darum, an den Transaktionen (Affiliate-Links) beteiligt zu sein, die via Pinterest ausgelöst werden. Es geht auch darum, Knowhow anzusammeln, wie man mittels Bilderwelten noch besser und mehr verkaufen kann. Und - weitaus wichtigerer Schatz - Rakuten erhält Daten und Informationen über die Interessen, Wünsche und Träume möglicher Kunden.
Ob Pinterest wirklich das Zeug dazu hat, zum nächsten Facebook zu werden? Für eine Antwort auf diese vom medialen Hype geprägte Frage ist es noch deutlich zu früh. Zumal sich nach dem ersten Hype, die Zahl der Besucher (täglich rund 1,4 Millionen User , knapp 12 Millionen Unique Visitor im Januar) in den vergangenen Wochen wieder etwas abschwächte. Sicher aber kann man sagen, dass Pinterest einen deutlich Einfluss auf Optik, Gestaltung und kommunikative Elemente im E-Commerce haben wird.
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Thema: E-Commerce



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