ProSiebenSat.1 baut am digitalen Imperium

Von Olaf Kolbrück Olaf Kolbrück | 28. Februar 2013 |

P7S1-Manager Christian Wegner Pro Sieben Sat 1
E-Commerce im Blick: P7S1-Manager Christian Wegner (Foto: Pro Sieben Sat 1)
E-Commerce im Blick: P7S1-Manager Christian Wegner (Foto: ProSiebenSat.1)

Ventures, Inkubatoren, Media-for-Equitiy, Media-for-Revenue - ProSiebenSat.1 züchtet nicht nur neue Werbekunden heran, sondern befeurt auch den eigenen E-Commerce-Zug.


Mit der Präsentation seiner Geschäftszahlen lieferte die Sendergruppe nicht nur den Namen und das Führungsteam für den eigenen Start-up Inkubator, beeindruckende Zahlen für das digitale Segment, sondern zeigt auch wie schnell Start-ups ausgebrütet werden können. Und die Sendergruppe will noch mehr.

Epic Companies heißt also der neue Inkubator. Unter der Leitung von Mato Peric, zuvor Top-Manager bei Rocket Internet, soll der Brutplatz eine "einzigartige Kombination aus substanzieller Anschubfinanzierung, Medialeistung in Form von TV-Werbung und versierter Gründungsexpertise" vereinen.  Drei bis fünf neue Start-ups sollen mit Millionenunterstützung pro Jahr in dem Inkubator auf die Bahn gebracht werden.

Mit an Bord sind der einstige McKinsey-Berater und Rocket Internet-Manager Uli Erxleben, Finanzexperte Rocket Internet sowie  McKinsey-Mann Adrian Frenzel. Das Quartett wird auch in der Unternehmenspräsentation (pdf) prominent vorgestellt. 

epic inkubator
Quelle: Company Presentation ProSiebenSat.1

Über 50 Beteiligungen im Venture-Bereich

Das Segment "Digital & Adjacent" war unter P7S1-Manager Christian Wegner im Geschäftsjahr 2012 stärkster Wachstumstreiber der ProSiebenSat.1 Group. Die externen Umsatzerlöse stiegen um 38,1 Prozent bzw. 96,8 Mio Euro auf 351,2 Mio Euro (Vorjahr: 254,4 Mio Euro).

Das Ventures-Geschäft, mit dem die Gruppe Start-ups Werbezeiten für eine Umsatz- und/oder Unternehmensbeteiligung bereitstellt, lieferte 2012 den größten Wachstumsbeitrag im diesem Segment.  Seit 2010 hat die ProSiebenSat.1 Group auf diese Weise ein Ventures-Portfolio mit über 50 Partnerschaften inklusive strategischer Beteiligungen aufgebaut.

Da geht es nicht nur um kurzfristige Denke. Beteiligungen (über SevenVentures) wie an der Fashion-Plattformen Stylight (Ziel Mehrheitsbeteiligung, derzeit 22,1 %) und Outstore (Ziel bis zu 100%, derzeit 19.9%) sowie an der Online-Parfümerie Flaconi (derzeit 13,6 %) erfolgen durchaus auch unter stratregischen Gesichtspunkten.

ecosystem p7
Quelle: Company Presentation ProSiebenSat.1

Wichtiger Fokus - auch für den neuen Inkubator Epic - ist E-Commerce.

Bewertungsfaktoren

Dabei orientiert sich die Sendergruppe vor einem Einstieg vor allem an folgenden Faktoren:

• Market size
• High growth
• Profitable and scalable
• Low online penetration
• Low consolidation level

Das Projekt passt aber erst endgültig  zum Hause, wenn es folgende Kriterien erfüllt:

• Strong benefits from TV media
• Close fit with P7S1 audience
• Low risk business model
• Compatibility with SevenOne Media
• Fitting P7S1 capabilities

Als Beispiel wie schnell ein Inkubator ein Projekt aufbauen kann, listet der Geschäftsbericht Gymondo auf.  Das Fitnessportral mit Lehrvideos und reichlich Features für Statistik-Fans wurde in zehn Wochen in den Markt gehievt. Das Projekt des ehemaligen Springstar-Geschäftsführers Magnus Resch zeigt auch Dank  ProSiebenSat.1 Muskeln. Natürlich auch im TV. 

Ein wenig schmückt sich ProSiebenSat.1 da aber mit gedopten Federn. Gymondo, das im Bericht als erstes Inkubator-Projekt vorgestellt wird, ist simpel kopierbar und ein echtes Fitness-Studio ist kaum teurer als die virtuelle Mucki-Bude. Da wird P7S1 noch mehr stemmen müssen.

 


Kindle Kindle
Drucken Artikel versenden

Kurz vor 9: Zalando macht Bread & Butter zur Show:
Guten Morgen etailment-Leserinnen und Leser! Risikofreudige Onlinehändler mit Turbo-Express-Versand ...
Topartikel
Google Shopping und Vergleichsportale: So profitieren Händler vom Wettbewerb
Tausendundein Angebot – ein unvergleichliches Merkmal des Internets, das mittlerweile zur Anlaufstel ...
Warum Amazon die Familie pampert
Angesichts von 70 Millionen Prime-Kunden, die bei Amazon für 60 Prozent des Umsatzes sorgen, weil si ...
12 Fakten, die das Potenzial von Virtual Reality greifbar machen
Virtuelle Welten werden künftig usnere Kaufentscheidungen bestimmen. Das sagt die Glaskugel von Zeis ...
Ein Besuch in der Nische - so präsentieren sich Shops für Modellsammler
Anfang des Monats haben wir uns für Sie einmal den Weinhandel im Web angesehen. Ein lukrativer Markt ...
Etailment Summit: kein Platz für nebulöse Buzzword-Folien im Digital Commerce
Mehr Touchpoints, mehr Marktplätze, mehr Daten, mehr Digitalisierung, mehr Omnichannel, mehr Zukunft ...

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

stats