Quelle.de: Das Markenerbe zahlt sich aus

Von Olaf Kolbrück Olaf Kolbrück | 6. Januar 2012 |

toerne quelle.de
Quelle.de-Chef Tim von Törne

Vier Monate nach dem Start von Quelle.de sieht sich der Marktplatz, Tochter der Otto Group, auf Erfolgskurs. Die Zahl der Artikel auf der Plattform hat sich vervierfacht. Über eine Million Artikel werden nun angeboten.

Über 350 Händler stehen unter Vertrag. Auch die Ertragslage sei gut, so Geschäftsführer Tim von Törne: „Wir verzeichnen wöchentlich konstant ansteigende Verkäufe.“ Zu den Bestsellern gehören erwartungsgemäß unter anderem Waschmaschinen der Quelle-Marke Privileg. Die Chancen für weiteres Wachstum stehen gut.Ein Barometer für das Kundeninteresse ist der Kundenkontakt. Die Zahl der Kundenanfragen hat sich in den vergangenen Monaten vervielfacht. Bis zu 12.000 Anrufe und E-Mails gehen monatlich bei den Beratern im hauseigenen Kundencenter ein – Tendenz steigend.

Der Marktplatz bietet ausschließlich Neuware externer Händler aus den Sortimenten Elektronik, Wohnen, Sport & Hobby sowie Garten & Baumarkt. Marktplatzbetreiber Quelle.de kümmert sich um die Koordination aller mit dem Kauf verbundenen Dienstleistungen.

Quelle.de soll Standard der Branche werden

Die Pläne mit Quelle.de sind ehrgeizig. Der Pure Player im Web soll zum "neuen Standard der Branche" werden, so Otto-Konzernchef Hans-Otto Schrader, der einen Umsatz im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich anpeilt. Bislang, so scheint es, wird also der Mut belohnt. Denn Quelle.de definiert sich als Marktplatz für andere Anbieter. Das Unternehmen betreibt keinen eigenen Warenversand. Stattdessen kommt das Paket direkt von den beteiligten Verkäufern.

Und auf deren Zuspruch ist Quelle auf Gedeih und Verderben angewiesen. Quelle muss Masse bieten und den Verkäufern Umsatzchancen schaffen. Nur dann kann es im Wettbewerb mit dem Partnerprogramm von Amazon und auch mit Ebay, das im Mai mit großem medialen Aufwand den Kurswechsel zu einer Handelsplattform für gewerbliche Verkäufer mit Festpreisen eingeläutet hat, bestehen.

Vorteil Markenerbe

Quelle kann und muss dabei gegenüber Kunden und Händler sein Markenerbe ausspielen. Die Marke steht noch immer für Verlässlichkeit. Das Vertrauen ist hoch. Erst recht weil das Unternehmen zusichert, nur mit Verkäufern mit schnellem und bewährtem Versandmanagement zu kooperieren, dürfte Quelle.de damit als Dach der Händler mehr Zutrauen erhalten als manche Partner-Plattformen im Markt, auf denen sich zuweilen schwarze Schafe tummeln. Von diesem Vertrauen werden auch die Händler beim Umsatz profitieren.

So gesehen erscheint das Konzept weniger wagemutig als vielmehr folgerichtig. Ebenso wie der von Geschäftsführer Tim von Törne erhobene Anspruch, ein Start-up zu sein. Unternehmen im Web sind nie in Beton gegossen. Sie wachsen und wandeln sich mit ihren Kunden und deren Wünschen. Die junge Quelle, die sich jetzt auf Technik und Wohnen konzentriert, könnte also schon bald mächtig sprudeln. Auch mit neuen Sortimenten.


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Thema: E-Commerce

Schlagworte: Amazon, Handel, Otto, Quelle, Versand

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