Rakuten: Gute PR geht anders

Von Klaus Janke | 25. Juli 2012 | 1 Kommentar Kommentieren

logo_rakuten_de
Verständlich, dass der japanische Marktplatzanbieter seine PR-Aktivitäten intensivieren will – wo er doch anvisiert, in Deutschland Amazon zu überholen und Marktführer zu werden. Aber wer in die Medien will, muss auch etwas zu sagen haben oder bereit sein, sich ein wenig in die Karten schauen zu lassen. Gerade Letzteres will Rakuten aber offenbar nicht - wie eine neue Pressemitteilung zu "internationalen Surf- und Kaufgewohnheiten" zeigt.

Ohne besonderen Anlass (vom gestiegenen Mitteilungsdrang abgesehen) hat das Unternehmen gerade eine Informationssammlung zu den Shopping-Gewohnheiten in fünf Ländern veröffentlicht. Das Datenmaterial, wenn man es so nennen will, stammt von den Rakuten-Marktplätzen in USA, Großbritannien, Brasilien, Frankreich und Deutschland - eine  ergiebige Quelle, möchte man meinen.

Aber wir erfahren lediglich, dass die meisten Käufe abends und in den Mittagsstunden getätigt werden, dass die Amerikaner Käufe länger überdenken müssen als Briten, dass Brasilianer sich sehr schnell für mobile Endgeräte entscheiden, weil sie sich schon vorher kundig gemacht haben, und dergleichen mehr. Verwertbare Zahlen, Grafiken, Tabellen? Fehlanzeige. Dafür ein paar austauschbare Zitate von Rakuten-Managern: "Diese Ergebnisse zeigen, wie sehr E-Commerce ein fester Bestandteil unseres täglichen Lebens geworden ist", wird Deutschland-Geschäftsführerin Beate Rank in den Mund gelegt. "Generell entscheiden sich Verbraucher immer noch wohlüberlegt und lassen sich gerade bei teureren Produkten etwas mehr Zeit. In bestimmten Fällen informieren sich Kunden allerdings bereits im Vorfeld und nutzen die Vielfalt des Internets und der sozialen Netzwerke, um dann schnell und fundierte Entscheidungen zu treffen." Ach so.

Zugegeben: Gegen ein paar launige Beobachtungen zu nationalen Eigenheiten beim Onlineshopping ist - gerade im Sommerloch - nichts einzuwenden. Und im Feld der täglichen PR-Schwemme befindet sich die Meldung vom Informationswert immerhin noch im Mittelfeld. Schade nur, dass Rakuten die Chance vergibt, aus seinem Datenstamm wirklich etwas Substanzielles zur E-Commerce-Diskussion beizutragen. Die Branche ist sehr neugierig auf Rakuten - aber ein bisschen gehaltvoller darf's schon sein.

 Etailment.de gibt es auch bei Facebook, Twitter und Google+. Oder abonnieren Sie den Newsletter


Kindle Kindle
Drucken Artikel versenden

Thema: E-Commerce

Schlagworte: Rakuten

Topartikel
Die beliebtesten Arbeitgeber der Top 20 im E-Commerce
So richtig beliebt ist der Handel als Arbeitgeber nicht. Als das trendence Institut abschlussnahe St ...
Bilanz der Otto Group steht bevor: Hingucken, wo es weh tun könnte
Mit großer Spannung blickt die Branche nach Hamburg, wo die Otto Group kommende Woche voraussichtlic ...
Schluss mit dem Chaos: Vergleichsplattform für Shopsysteme
Es ist vielleicht die Gretchenfrage für viele Onlinehändler: Welches Shopsystem soll es denn sein? W ...
Die inoffizielle Liste alle 200 Ranking-Faktoren bei Google
Guter Content? Check. Sinnvolle Keywords? Check? Zufriedenstellende Social Signals? Check. Ordentlic ...
Shopwings:
„Laziness as a Service“ nennen sie in den USA den Trend zu mehr Bequemlichkeit. Davon will auch Shop ...

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

  1. Erstellt 26. Juli 2012 10:57 | Permanent-Link

    Tja, offensichtlich verhält sich die Research-Freudigkeit der PR-Abteilungen negativ proportional zum Näherrücken der (heißen?!) Sommertage ;-)

stats