Spreadshirt: Soll Werbekampagne im TV das Börsenfieber schüren?

Von Olaf Kolbrück Olaf Kolbrück | 15. Mai 2012 |

spreadshirt_tvspot

Ist es nur eine TV-Kampagne oder der Turbo, um die Zahlen  für den Exit Richtung Börse weiter zu pushen, über den bei Spreadshirt alle Jahre wieder spekuliert wird?

Fest steht: Spreadshirt legte 2011 beim Umsatz  um 43% auf 45,8 Millionen Euro zu und geht nun in die Werbeoffensive: Unter dem Motto „Deine Klamotten – deine Kreation“ fällt heute der Startschuss für eine europaweite TV-Kampagne, die Spreadshirt-Chef Philip Rooke  bereits im Interview mit etailment ankündigte. 

Exciting Commerce spekulierte schon 2011 - nicht völlig grundlos - über Exit-Optionen der Spreadshirt-Investoren.  Der Zeitpunkt wäre nun noch günstiger. Ein erfolgreicher Börsengang  von Facebook würde ein positives Klima für weitere IPO bereiten. Zudem sehen die Zahlen und Erwartungen für Spreadshirt sehr gut aus.  

60 Millionen Euro Umsatz sind für 2012 durchaus wahrscheinlich.  Gleichzeitig läuft die internationale Expansion auf Hochtouren. In den USA erreicht Spreadshirt bereits einen  Umsatz von 14,5 Millionen Euro, verdoppelt seinen Umsatz sogar kontinuierlich und plant einen weiteren Produktionsstandort in Las Vegas. Darüber hinaus baut Spreadshirt Teams und Partnerschaften für ganz neue Märkte auf. Australien, Brasilien und die Türkei stehen dabei ganz oben auf der Liste für die nahe Zukunft.

Es wird also mächtig investiert. Auch in der Kommunikation. Das Werbevolumen für die Kampagne dürfte brutto einen zweistelligen Millionenbereich erreichen: Hierzulande ist der Spot (Agentur: inhouse; Produktion/Media: DC Media) unter anderem bei ProSieben, Kabel 1, N24 sowie während der EM-Berichterstattung auf den Öffentlich-Rechtlichen Sendern zu sehen. Die sprachlich adaptierten Versionen des 20-Sekünders werden in den kommenden Wochen in weiteren Kernmärkten wie UK und Frankreich ausgerollt. Flankierend kommen klassische Online-Werbung und Social Media zum Einsatz. 

Sollte die Kampagne zünden, könnten Beteiligungsgesellschaften wie Accel und Kennet Partners, die seit Jahren in Spreadshirt investieren, Kassen machen wollen.  Denn das einstmals anvisierte Ziel von 100 Millionen Euro liegt trotz rasanter Zuwächse noch in weiter Ferne. 

Einen Exit bis zum 11.11.2012 hielt noch im November Jochen Krisch für denkbar. Auch wenn ein Umsatz von 100 Millionen Euro die weitaus bessere Börsenstory wäre. 

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