TV-Werbung: 6 E-Commerce-Anbieter im Qualitäts-Check

Von Klaus Janke | 23. Juli 2012 |

spreadshirt_tvspot
Spreadshirt-Spot: Design als Partner-Aufgabe

Noch immer werben nicht allzu viele E-Commerce-Anbieter im Netz. Bei der Umfrage zum ECC-Konjunkturindex Juni 2012 gaben lediglich 1,3 Prozent der 672 befragten Shopbetreiber an, TV-Spots zu schalten. Vielleicht ein Fehler, denn in derselben Umfrage gaben 39 Prozent der 1658 befragten Shopper an, schon einmal durch TV-Werbung auf einen Onlineshop aufmerksam geworden zu sein - kein anderes Medium erreicht höhere Werte. Wenngleich auch viele Faktoren zu prüfen sind, bevor man sich für den Einsatz von kostspieligen TV-Spots entscheiden sollte: Zumindest Media-for-Equity-Deals wie der von Urbanara dürften künftig dafür sorgen, dass E-Commerce mit TV-Werbung präsent ist.

Und wie gut ist die TV-Werbung der E-Commerce-Anbieter? etailment hat sechs Spot-Beispiele aus dem laufenden Jahrgang unter die Lupe genommen.

Brands4friends

Solides Handwerk: 30 Sekunden über "deine Lieblingsmarken", die hier bis zu 70 Prozent billiger zu haben sind. Einige Marken und Produkte werden mit ihren jeweiligen Preisnachlässen eingeblendet, das geht aber etwas zu schnell, um als Zuschauer wirklich mitzukommen. Zudem hätte man lieber auf das zwischendurch auch noch eingeblendete "Hand in Hand"-Emblem verzichten sollen. Ein bisschen zusammenhanglos angehängt kommt die Verkaufsaktion für das Smartphone Galaxy SII  mit dem Tarif von Deutschland SIM. Too much too soon. Fazit: Hier zählen die Zahlen, Emotionen gibt es nicht, schon gar nicht durch die uninspirierte Hintergrundmusik. etailment-Note: befriedigend 

Lieferando

Mehr kann man in sechs Sekunden nicht herüberbringen: "Jetzt einfach über die Lieferando iPhone-App leckeres Essen bestellen. Lieferando. de. Hier wird Essen bestellt." Die Kernbotschaften "einfach" und "lecker" kommen herüber, die animierten Figuren bringen das Thema auf den Punkt und lenken in keiner Weise von der Aussage ab. etailment-Note: gut

Lieferheld

Ein 20-sekündiger Cartoon zur Euro: Eine Gruppe von Fußball-Fans verfolgt begeistert ein Spiel, jubelt über ein Tor, ein weiterer Zuschauer stört sie mit seinem Magenknurren. Weil er aber einfach bei Lieferheld sein Essen - "Pizza, Pasta, Burger, asiatisch" - bestellen kann, ist das kein Problem. Abgerundet wird die Botschaft mit einer Verlosung eines Mini oder eines Samsung Galaxy SIII. Ob ein umjubeltes Tor bei der Euro wirklich der typische Moment für eine Bestellung ist, darf man hinterfragen. Die Cartoons kommen auch nicht direkt aus der ersten Liga. Richtig gemacht aber: Der Schriftzug "Lieferheld.de" ist die ganze Zeit über rechts oben eingeblendet - so kann sich der Zuschauer trotz der Kürze des Spots gut erinnern. Am Ende erklingt aus dem Off der markante Spruch "Essen ist da!", ebenfalls sehr gut erinnerungsfähig. etailment-Note: befriedigend

Limango

Ein bisschen bieder kommt der Shopping-Club in diesem 22-Sekünder daher: Fashion, Schuhe, Outdoor und Kindermode zu Outletpreisen" werden von einer Frauen und Kindern vor einem Hintergrund aus typischem Limango-Grün bejubelt. Anders als bei Brands4friends werden keine konkreten Marken genannt oder gezeigt - ein Nachteil. Zudem gibt's im Gegensatz zu den "Lieblingsmarken" bei Brands4friends hier nur "Topmarken". Besser jedoch: Der Spot wirkt weniger hektisch. etailment-Note: ausreichend

Spreadshirt

Ein junger Mann sitzt am Computer und designt T-Shirts, die dann bei Spreadshirt passgenau hergestellt werden. Seine Freundin kommt herein, fragt: "Was machst'n da, Schatz?" und bekommt dann gleich ein paar Shirtmotive auf den Leib geschneidert. Am Ende des 20-Sekünders stehen die beiden nebeneinander und tragen Shirts, die sich zu einem roten Herzen ergänzen. Das ist handwerklich nicht perfekt - die beiden Personen wirken allzu glatt - und übertrieben witzig sind die dargestellten Shirt-Motive auch nicht. Aber: Spreadshirt gelingt es mit diesem Spot, die verbindende Wirkung gemeinsamer T-Shirt-Kreation herüberzubringen und das Designen nicht als isolierten Nerd-Spaß im stillen Kämmerlein zu zeigen. etailment-Note: gut 

Zalando

 

Keine derartige Liste ohne Zalando: Der "Zalando-Virus" befällt die Menschen in diesem 26-Sekünder. Frauen müssen niesen und tragen daraufhin komplett neue Outfits. Selbst der diagnostizierende Doktor ist offenbar davor nicht gefeit und verwandelt sich in den Zalando-Boten. Einmal mehr wird vor Glück geschrien. Zalando profitiert davon, längst bekannt zu sein und daher die Selbstironie-Schiene weiter ausreizen zu können. Das kommt nach wie vor attraktiv herüber. Und: Es gelingt Zalando, vom altbekannten Schuh-Thema wegzuschwenken auf das Mode-Komplettsortiment. etailment-Note: sehr gut  

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