Urbanara und eBay: Warum Online-Händler große Lust auf Pop-up-Stores haben

Von Olaf Kolbrück Olaf Kolbrück | 9. November 2012 |

ebay weihnachtsmarkt

Pop-up-Stores - temporäre Shops - die nur für kurze Zeit öffnen, sind gerade bei Modelabels beliebt. Aber auch Händler finden zunehmend daran gefallen.  Schließlich  ist der Kunde längst in der Multichannel-Welt angekommen, wie die  Marktforscher von eResult in einer Studie für Netz98 gerade wieder festgestellt haben.

Da kann man ja schon mal mit einem Pop-up-Store die Präsenz in der Bricks & Mortar-Welt testen. In Berlin hat jetzt der Onlinehändler Urbanara eine Shopwelt für Wohnaccessoires eröffnet und zeigt dabei, dass ein Pop-up-Shop für Pure Player nicht nur als stationärer Testballon seine Berechtigung hat. eBay verwandelt seinen Pop-up-Weihnachtsmarkt in Leipzig sogar in ein multimediales Erlebnis

Auf 80 Quadratmetern an der Schönhauser Allee 48 zeigt Urbanara mit viel Spielraum und hochwertiger Raumgestaltung seine Produktwelt.   Regale haben eher Design-Charakter. Um wirklichen Vertrieb geht es dabei weniger. Der Kunden soll vielmehr offline in die Warenwelt abtauchen. Kunden sollen sich, so CEO Benjamin Esser, von der "Love at first touch Garantie" des Händlers überzeugen. Haptische Romantik - von der dann das Online-Geschäft profitiert. 

URBANARA_Pop Up Shop Berlin
Pop-up-Stores sind ein brauchbares Marketinginstrument für Onlinehändler, weil sie bei eher weniger onlineaffinen Kunden Vertrauen aufbauen können (Wer einen Laden hat, der kann auch liefern) und die Marke bekannter machen. Das elegant umgesetzte  Shopkonzept von Urbanara zeigt zudem, dass  Pop-up-Stores eine wunderbare Gelegenheit sind, die eigene Markenwelt begehbar und erlebbar zu machen. Der Offline-Shop stärkt die Online-Marke.

Das nutzen sogar große Anbieter wie Zalando, der mit einem Pop-up-Store in der Weinmeister Straße in Berlin-Mitte im Früjahr den Start seiner eigenen Kollektion vorführte. 

Der nächste logische Schritt nach Pop-Up-Stores wäre dann der Start punktueller Flagships-Stores in Metropolen, wie es beispielsweise Bonobos vormacht. So - und so klein - haben auch einmal  Markenartikler angefangen. Doch was einst nur Marektingtool war, hilft ihnen inzwischen auch beim Geld verdienen.

URBANARA_Pop Up Shop Berlin
URBANARA_Pop Up Shop Berlin
Auch bei Urbanara ging der Vertrieb nicht leer aus. Umsatz am ersten Geschäftstag: fünfstellig. 

Dass das Thema noch ausbaufähig ist, zeigte gerade eBay in Leipzig, die schon vor einem Jahr mit einem Weihnachts-Store in London Erfahrungen sammelten. Diesmal begleitete ein „Pop-Up-Weihnachtsmarkt“ auf dem  Augustusplatz in Leipzig (Video) den Start der Marketing-Kampagne.

Statt eines klassischen Store gab es aber einen - zunächst verbarrikadierten - Mini-Weihnachtsmarkt mit Marktständen, Glühweinausschank, Weihnachtsbaum, Kunstschnee, Akrobatik und Musik. Über einen auf Plakaten platzierten QR-Code konnten die Passanten direkt zu der mobilen eBay-Weihnachtsseite gelangen und Geschenke kaufen.

Auch hier gab es eine klare Werbebotschaft: Der Hinweis auf den wachsender Handelskanal Mobile Commerce und die Auflösung der Grenzen zwischen Offline- und Online-Handel, für sich eBay so als erlebnisfreudige Anlaufstelle zeigte.

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Thema: E-Commerce

Schlagworte: Ebay, Pop-up-Store, Mode, Urbanara

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