Wie stark ist Douglas im E-Commerce?

Von Klaus Janke | 4. Dezember 2012 |

Douglas
Der Deal ist über die Bühne: Der Finanzinvestor Advent hat den Douglas-Konzern mehrheitlich übernommen. Bereits am Montagabend hatte Advent über 75 Prozent der Aktien für 38 Euro pro Stück erworben. Insgesamt zahlte der neue Eigentümer mehr als eine Milliarde Euro für Douglas. Er hat ehrgeizige Ambitionen, unter anderem die "Verzahnung von stationärem Handel mit E-Commerce-Angeboten sowie die Schaffung kanalübergreifender Vertriebs- und Marketingkonzepte". Wie stark sind die E-Commerce-Player von Douglas zurzeit? Ein kurzer Blick auf die wichtigsten Online-Marken.

Laut Zwischenbericht wuchs das Onlinegeschäft in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2011/12 (Oktober 2011 bis September 2012) um 14 Prozent. Der Anteil am Gesamtumsatz liegt bei 7 Prozent. Der Konzern-Nettoumsatz stieg insgesamt um 1,8 Prozent auf 2,66 Milliarden Euro. Der Konzern hatte im vergangenen Jahr eine umfangreiche Multichannel-Offensive angekündigt, die allerdings noch nicht flächendeckend gegriffen hat. Um die Entwicklung voranzutreiben, wurde im März 2012 mit dem ehemaligen Amazon-Manager Nicholas Denissen ein Bereichsvorstand E-Commerce eingestellt. Douglas hatte zuvor offenbar Schwierigkeiten gehabt, den Posten zu besetzen, da die Suche nach einem geeigneten Manager offiziell bekannt gegeben worden war.

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Thalia: Die Buchhandelssparte, die sich im Umbau befindet, bleibt das Sorgenkind. Das Onlinegeschäft ging gegenüber dem Vorjahreszeitraum um rund 9 Prozent zurück. Mit rund 96,5 Millionen Euro macht der Onlineumsatz rund 14 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Der Rückgang liege unter anderem daran, so die Holding, dass im Vorjahreszeitraum durch die Ausgabe von Gutscheinen durch Thalia.de und Buch.de zur Kundengewinnung ein sehr hohes Umsatzniveau erreicht worden sei.  Dieses Modell ist nun aber wegen der damit verbundenen teilweisen Umgehung der Buchpreisbindung rechtlich problematisch geworden. Thalia hat es bislang nicht geschafft, überzeugende Pluspunkte im Kampf gegen Amazon vorweisen zu können. Der Shop kommt bei den Kunden aber gut an, wie das gute Ergebnis (82,4 von 100 möglichen Indexpunkten) in der aktuellen Studie "Proposition Index 2012" der Strategieberatung OC&C zeigt. Thalia landet hier unter allen Anbietern nach Amazon und DM auf Platz 3. Laut einer anderen Studie empfinden es Kunden als vorteilhaft, dass man bei Thalia Bücher online bestellen und in der Filiale abholen kann. 

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Douglas.de: Die Parümerien seien "in Sachen Multichannel bereits richtig gut aufgestellt", hieß es bereits im Geschäftsbericht für das Geschäftsjahr 2010/11. Der 2011 völlig neu gestaltete Shop zählte nach Zahlen von Anfang des Jahres 1,3 Millionen Kunden und sei der "mit Abstand größe Beauty-Shop im Internet". In den ersten neun Monaten des folgenden Geschäftsjahres steigerte Douglas seinen Onlineumsatz um 54 Prozent auf 81 Millionen Euro. In der Bewertung der OC&C-Studie liegt Douglas.de unter allen deutschen E-Commerce-Anbietern auf Platz 9 und ist damit gegenüber dem Vorjahr um vier Plätze gefallen. 

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Christ.de: Der Juwelier-Filialist hat seinen Shop ebenfalls 2011 renoviert, was offenbar Früchte getragen hat. Der Umsatz hat sich in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2011/12 auf nun 5 Millionen Euro mehr als verdoppelt. Der Onlineshop gehört damit laut Douglas bereits zu den 15 unsatzstärksten "Filialen" der Marke Christ. 

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