Wrapp und Dropgifts: Darum sind die Dienste für Geschenkgutscheine so sexy

Von Olaf Kolbrück Olaf Kolbrück | 14. Februar 2012 |

DropGifts
Ein weiterer Startup-Klon aus dem Labor von Rocket Internet: Dropgifts. Ein Social-Gifting-Dienst 

Geschenkgutscheine - klingt erst einmal wenig aufregend, hat aber als Modell das Zeug zu einem echten Hit. Als Stand-alone-Plattform oder implementiert in ein Shopping-Universum.

Hitverdächtig macht das System zunächst einmal, dass es mit dem schwedischen Geschenke-Dienst Wrapp bereits ein Vorbild gibt,   das unter anderem von LinkedIn-Gründer Reid Hoffmann sowie über das VC Atomico von Skype-Gründer Niklas Zennström finanziert wird. Die Herren wissen frühzeitig, wo der nächste Trend lauern könnte.

Glaubt man zudem der Logik bei Basicthinking, dann spricht ein Copycat der Samwer-Brüder stets für einen potenziellen Markt und steigende Wahrnehmung des Mitbewerbers.

Vor allem aber verspricht das Konzept des Vorbilds Wrapp dem Handel einen nachhaltigen Nutzen. 

Wrapp Logo
Die Einstiegshürden sind niedrig. Facebook-Konto und eine App sind die einzigen Vorausetzungen. Dann kann der Nutzer seinen Facebook-Freunden Geschenkgutscheine schicken. Der Gutschein wird dann als Geschenkkarte samt Grußbotschaft an der Pinnwand des Freundes veröffentlicht oder per Mail zugestellt. Dritte können sich zudem an dem Gutschein finanziell beteiligen. Der Beschenkte muss die Wrapp-App herunterladen und kann damit seinen Gutschein im Geschäft einlösen. Bei Dropgifts geht das offline per Barcode und pdf-Dokument oder online mit einem numerischen Code. 

Das System erzeugt zum einen durch seine Art der Verbreitung und der Option des gemeinsamen Schenkens eine hohe Viralität. Davon profitiert zunächst einmal das Geschenke-System selbst. Auf den zweiten Blick aber auch der Händler durch die öffentliche Wahrnehmung des Gutscheins und damit seiner Marke im Freundeskreis. Jeder Gutschein wird zur öffentlichen und multiplizierbaren Empfehlung. Vermutlich auch deswegen gelingt es Wrapp, dass einzelne Händler in Schweden Gutscheine immer wieder einmal gratis abgeben. Das kann kann ja auch Mehrumsätze anstoßen.  Zumal mit diesen Gutscheinen eben nicht nur Schnäppchenjäger angesprochen werden. 

"Das schwedische Startup kombiniert ein aus Endanwendersicht attraktives, das mobile Web umarmendes Konzept mit einer hervorragenden Möglichkeit der Kundenakquise für Online- und Offline-Händler", schreibt Martin Weigert bei Netzwertig.   

Die Samwer-Brüder gehen mit Dropgifts dabei besonders intelligent vor. Gutscheine gibt es bereits aus einigen Bereichen des Samwer-Imperiums: Zalando, Wimdu, Home24, Hello Fresh. Aber auch Cinemaxx und Mymuesli sind mit dabei. Mit einer entsprechenden Breite an Partnern könnte das System eine ähnliche Akzeptanz und Reichweite erzielen wie Loyality-Programme.

Für große Handelsketten oder regionale Handelsverbünde könnte es aber mindestens genauso reizvoll sein, eigene Social-Gifting-Dienste zu installieren. Zum einen, weil sich die Kanäle damit gegenseitig befruchten, zum anderen, um sich den exklusiven Zugang zu einem wertvollen Datenschatz zu sichern. Denn in den Daten der Nutzer steckt der eigentliche Gewinn des Modells.

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