YouTailor: Insolvenzanmeldung kommt überraschend

Von Bert Rösch | 16. Juli 2012 | 2 Kommentare Kommentieren

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Dem Online-Maßschneider YouTailor droht die Pleite. Das Berliner Unternehmen hat Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Vorläufiger Insolvenzverwalter ist der Potsdamer Anwalt Christian Graf Brockdorff. Er will sich erst nach der heutigen Betriebsversammlung zum Verfahren äußern. Geschäftsführer Michael Urban visiert nach eigenen Angaben eine Planinsolvenz an.

YouTailor hatte erst vor ein paar Wochen ein neues Warenwirtschaftssystem und eine neue Finanz-Software einzuführen. Insofern kam die Insolvenzanmeldung für viele Marktbeobachter überraschend.

Erste Spekulationen über die wirtschaftliche Situation von YouTailor waren im November 2011 aufgekommen, als die Gesellschafter Gründungsgeschäftsführer Martin Zapart entließen und durch den Schweizer IT-Berater und Internetunternehmer Michael Urban ersetzten. Dieser wurde angeblich geholt, um das „Wachstum und die Internationalisierung stärker voranzutreiben“, teilte Marketingchef Timo Littke damals mit.

Martin Zapart blieb aber weiterhin Gesellschafter des Startups. Er hält zusammen mit den Mitgründern Harmut Krenslehner und Peter Vavra 29,1 Prozent der Anteile. Weitere Hauptgesellschafter sind Holtzbrinck Ventures (25,5 Prozent), die Tengelmann E-Commerce Beteiligungs GmbH (24 Prozent) und Michael Urban (10 Prozent). Der Rest befindet sich in Streubesitz.

Medienberichten zufolge waren die Gesellschafter nicht bereit, weitere Gelder in das defizitäre Unternehmen zu stecken. In der Folge sei Urban nichts anderes übrig geblieben, als einen Insolvenzantrag zu stellen.

Der österreichischen Firmenbuchdatenbank zufolge hat YouTailor 2010 einen Verlust in Höhe von rund 1,85 Millionen Euro eingefahren. Marketingchef Timo Littke begründete das Minus mit hohen Investitionen ins Marketing und den Aufbau des Kundenstamms. Die Zahlen für 2011 sind nicht bekannt.

YouTailor wurde 2008 in Wien gegründet. Seit Sommer 2009 sitzt die Geschäftsleitung in Berlin. Die Kunden können ihre Kleidung mithilfe eines 3-D-Design-Assistenten selbst entwerfen. Produziert wird anschließend in China und Thailand. Bei Nichtgefallen können die Artikel zurückgegeben werden.

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Thema: E-Commerce

Schlagworte: YouTailor

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Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

  1. Erstellt 16. Juli 2012 14:04 | Permanent-Link

    Hier noch ein Link zu den angesprochenen Medienberichten:

    http://www.deutsche-startups.de/2012/07/13/youtailor-insolvent/

  2. Erstellt 17. Juli 2012 10:29 | Permanent-Link

    1,8 Miese im Textilhandel bei schlanker Kostenstruktur ist nicht wenig

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