Die 3 hartnäckigsten Irrtümer über Google Adwords

Von Stephan Lamprecht | 28. August 2015 | 12 Kommentare Kommentieren

Die 3 hartnäckigsten Irrtümer über Google Adsense
Die große Krise des Display-Advertising soll noch bevorstehen. In Zukunft werde es nicht mehr genügen, den Kunden irgendwo im Web Anzeigen zu zeigen, um sie damit auf das eigene Angebot zu locken. Betonen insbesondere die Anhänger des Content-Marketings. Bis es so weit ist, bleibt aber Google Adwords ein wichtiger Lieferant für Traffic. Gerade auch für den Handel. Die drei hartnäckigsten Irrtümer über Google Adwords wollen wir mit diesem Beitrag aus der Welt schaffen.Preiswerter als die Schaltung von Anzeigen bei Google wäre natürlich, Besucher durch die Suchergebnisse in den Shop zu lenken. Aber nicht immer steht ausreichend Zeit zur Verfügung, um mittels SEO die gewünschten Kundenzahlen zu erreichen. Vielleicht greifen die Maßnahmen auch einfach nicht. Dann sind Anzeigenschaltungen eine gute Alternative. Doch rund um Adwords ranken sich seit vielen Jahren drei hartnäckige Irrtümer.

Verbessern Anzeigen Ihr SEO Ranking?

Diese Theorie höre ich seit vielen Jahren immer wieder im Dialog mit (selbst ernannten) Experten und sogar aus Agenturkreisen. Angeblich bewirken Ausgaben bei Adwords auch eine Verbesserung der Platzierung auf den Ergebnisseiten von Google selbst.

Man kann sich also (indirekt) doch eine gute Platzierung bei Google kaufen? Genauso lange, wie ich diese Theorie höre, suche ich nach einem Beweis dafür. Ich kenne niemanden, der jemals davon gehört hätte, dass die Theorie bewiesen worden wäre.

Mit anderen Worten: Das ist Mumpitz. Als Händler investieren Sie am besten nur dann in  Adwords, wenn es Ihnen sinnvoll erscheint. Aber bitte nicht, um Ihre SEO-Maßnahmen zu unterstützen.

Nur Platz 1 ist der Platz an der Sonne?

Bei der Analyse der Anzeigen kommen viele Händler zu dem Schluss, dass es sinnlos ist, bei Adwords präsent zu sein, weil selbst nach einigen Investitionen anscheinend der erstrebenswerte Listenplatz 1 in den Anzeigen niemals zu erreichen ist. Aber muss es immer der Platz 1 sein?

Auf diese Frage darf man eine durchaus ausweichende Antwort geben. Das hängt vom konkreten Produkt und der aktuellen Situation des Nutzers ab. Ein Beispiel: Wenn sich so eben die Festplatte in meinem Computer verabschiedet hat, ich aber unbedingt die Daten darauf benötige, hat ohne jeden Zweifel das Unternehmen die besten Chancen, dem es gelungen ist, das Stichwort „Datenrettung“ auf Platz 1 zu buchen. Schließlich stehe ich unter Druck und brauche Hilfe.

Suche ich dagegen entspannt nach einem neuen Kühlschrank oder einer Waschmaschine, kann auch die Anzeige auf Platz 4 oder sogar auf der Folgeseite erfolgreich sein.

Verallgemeinert darf aber den Plätzen 1–4 eine hohe Attraktivität bescheinigt werden.

Platzhalter sind die Universalwaffe

Gern werden die  Adwords-Platzhalter als Werkzeug mit dem höchsten Wirkungsgrad bei der Anzeigenkreation bezeichnet. Oft soll dessen Einsatz aber nur Einfallslosigkeit überdecken.

Falls Sie den Kniff nicht kennen: In Ihrem Anzeigentext dürfen Sie einen Platzhalter von Google einbringen, der dann das Keyword aufgreift, das der Nutzer eingegeben hat. Wenn die Suchabfrage bei Google also lautete: „Gummistiefel Markenware“, könnte der Platzhalter Ihren Anzeigentitel zu „Gummistiefel Markenware kaufen“ umformen. Das weckt natürlich die Aufmerksamkeit.

Der Ansatz ist prinzipiell auch richtig. Allerdings nur dann, wenn Sie es mit dem Instrument nicht übertreiben. Buchen sollten Sie damit nur Segmente, zu denen Sie auch tatsächlich Waren vorrätig haben und liefern können. Es bringt Ihnen (und vor allen Dingen auch dem Nutzer nichts), wenn Sie einen Hersteller oder ein Produkt auf diese Weise automatisiert bewerben, das dann gar nicht zu finden ist.


Kindle Kindle
Drucken Artikel versenden

Thema: Marketing

Schlagworte: seo, Adwords, Display Advertising

Schritt für Schritt mit Google Adwords punkten
Suchmaschinenwerbung ist zwar komplex, doch trotzdem ist der Einstieg in Google AdWords keine Rakete ...
Topartikel
Kurz vor 9: Amazon erschreckt mit massiven Verlusten, PayPal, eBay, Urbanara, Apple,
Amazon ist die Produktsuchmaschine Nummer 1 der Deutschen. Gute Sichtbarkeit im Ranking kann daher d ...
Die Top 100 der umsatzstärksten Onlinehändler in Deutschland
Die Dominanz der Top 3 im deutschen Onlinehandel - Amazon, Otto, Zalando - ist schier erdrückend. Zu ...
Christoph Lange, Zalando
Christoph Lange ist VP Brand Solutions bei Zalando in Berlin. Als Mitarbeiter Nr. 3 kam er 2008 zu Z ...
Rewe Digital: Schweizer Taschenmesser im Kampf gegen Amazon
Guten Morgen etailment-Leserinnen und Leser!Eine Studie der News-Organisation ProPublica zeigt gerad ...
Trendreport: Wie alltaugstauglich sind die Zukunftsvisionen für den E-Commerce?
Über 12.000 Produkte im ersten richtigen Virtual-Reality-Kaufhaus; ein Vertriebs-Bot, der E-Mails an ...

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

  1. Tobias
    Erstellt 28. August 2015 10:16 | Permanent-Link

    Ihr meint wohl eher Google AdWords statt AdSense ;-)

    Dennoch guter Artikel!

  2. Tilo Rupsch
    Erstellt 28. August 2015 10:21 | Permanent-Link

    Der größte Irrtum über Google AdSense ist schein immernoch, dass es eigentlich Google AdWords ist!

    https://support.google.com/adsense/answer/76231?hl=de

  3. Erstellt 28. August 2015 10:56 | Permanent-Link
    Ouch.

    Danke für den Humor und den Hinweis Wir haben die freudsche Fehlleistung inzwischen korrigiert. Asche über unser Haupt. Säckeweise.

  4. Erstellt 28. August 2015 14:35 | Permanent-Link

    "Wenn die Suchabfrage bei Google also lautete: „Gummistiefel Markenware“, könnte der Platzhalter Ihren Anzeigentitel zu „Gummistiefel Markenware kaufen“ umformen."
    Das könnte er nicht! Auch mit einem Platzhalter kann der Anzeigentitel nicht von 25 auf 30 Zeichen erweitert werden. In dem Fall würde also immer noch der Platzhalter und nicht das Keyword gezeigt werden. In einer der beiden Textzeilen wäre das wieder möglich, da gibt's jeweils 35 Zeichen zu besetzen.

  5. Mircow
    Erstellt 31. August 2015 10:42 | Permanent-Link

    Zumindest hat Google 2014 ein Patent mit dem Namen `Methods and systems for improving search rankings using advertising data´ zugesprochen bekommen. D.h. es könnte schon sein, dass Adwords-Daten anderweitig verwendet werden.

  6. Erstellt 31. August 2015 15:01 | Permanent-Link
    Attraktivität?

    "Verallgemeinert darf aber den Plätzen 1–4 eine hohe Attraktivität bescheinigt werden."
    Was macht Attraktivität aus? Die Anzahl der Klicks ist da ja hoffentlich nicht ausschlaggebend.
    Interessant wäre hier eine Betrachtung der Conversion-Rate (AdWords-Klick zu Bestellungen im Online Shop) nach durchschnittlicher Platzierung der Anzeige.

  7. Karl Wolff
    Erstellt 1. September 2015 11:52 | Permanent-Link

    Der Einfluß von Adwords auf die "organischen Suchergebnisse".

    Als Anfänger in Adwords-Werbung haben wir vor einigen Jahren zu jedem Feiertag die gesamte Adwords-Werbung pausieren lassen.
    Am Ende des Jahres stellten wir fest, dass es jeweils zum Termin der Feiertage einen kompletten Einbruch der Sichtbarkeit/Ranking in der organischen Suche gab. Zum Ende der Adwords-Pause stieg das "organische Ranking" sofort wieder an und erreichte nach einigen Tagen das Ausgangsniveau.

    Wie lässt sich das erklären, wenn der Einfluß von Adwords auf das Ranking Mumpitz ist ?

  8. Erstellt 1. September 2015 19:28 | Permanent-Link
    Platzhalter, Mumpitz, SEO und SEM

    Mir war bewusst, dass der Artikel durchaus Reaktionen hervorrufen würde. Also Danke dafür!

    Ich möchte (ausnahmsweise) kurz auf drei Kommentare antworten:

    1. Es ging um ein einfaches fiktives Beispiel hinsichtlich der Platzhalter. Die Zahl der Zeichen habe ich nicht berücksichtigt. Natürlich haben Sie aber recht, dass der Platzhalter nicht den erlaubten Text vergrößern kann. Das war aber auch nicht gemeint.
    2. Ich beschäftige mich seit 1996 mit Online-Marketing. Es gibt bis heute keinen einzigen schlüssigen Beweis dafür, dass bezahlte Anzeigen Einfluss auf das Ranking haben. Und ich meine Beweis, nicht Vermutungen.

    Google hat (wie Apple) viele tolle Patente. Es gab aber auch schon eine Studie von Google, welchen Einfluss das Ranking auf die Klickraten bei Adwords hat. So lange also niemand das berühmte "Heureka" ruft und tatsächlich belegen kann, dass es ihm gelungen ist, eine Seite mit schlechten Ranking, ohne weitere SEO Maßnahmen, allein durch das Buchen von Adwords nach oben zu bringen, so lange sollten wir aus meiner Sicht die Trennung zwischen SEO und SEM anerkennen.

  9. Lar5
    Erstellt 3. September 2015 06:00 | Permanent-Link
    Beweise wird es nie geben

    Einen echten Beweis für "den Mumpitz" wird es wohl nie geben, aber es gibt viele Indikationen, dass es so sein könnte. Und jeder, der schon mal in einem größeren Unternehmen mit Google über hohe Marketingspendings "gesprochen" in Adwords hat, weiß auch, was so alles möglich ist.

  10. Adwords-Profi
    Erstellt 7. September 2015 09:44 | Permanent-Link

    Falsch. Mittlerweile überschreitet Google bei Verwendung der Keyword-Insertion die eigene Zeichenbegrenzung auch in der Headline. Hinreichend bekannt und belegt.

  11. Tobias
    Erstellt 7. September 2015 11:57 | Permanent-Link

    Herr Lamprecht, schön, dass Sie sich "ausnahmsweise" herablassen um auf Reaktionen zu Ihrem Artikel zu reagieren.

    Auch das Sie seit 1996 im Onlinemarketing tätig sind ist beeindruckend - insofern, dass Sie noch Adsense mit Adwords verwechseln ;-)

    Als richtungsweisender Speaker habe ich von ihnen noch nichts gehört. Insofern ist ihre selbstgefällige, allwissende Suggerierung von Ihnen selbst, etwaig nur ein trügerischer Eindruck.
    Vielleicht sollten Sie das "hohe Roß" mal gegen ein "Pony" eintauschen ;-)

  12. Erstellt 7. September 2015 13:27 | Permanent-Link

    Hallo, Herr Tobias,

    das "ausnahmsweise" bezog sich auf das kurz.

    Und ich habe persönlich eine Abneigung gegen Pferde, von daher wird das auch mit dem Pony nix. :-)

    Schade, dass Sie sich jetzt hinter der Anonymität verbergen. Aber das war aus Ihrer Sicht wohl notwendig, jemanden anzugehen.

    Aber: Wenn es Ihnen gelungen ist, eine Seite mit niedrigem PR allein, ich betone nochmals, allein durch AdWords in den Serps nach oben zu bringen, schicken Sie mir den Case gern zu. Der interessiert mich journalistisch sehr. Gern auch anonym.

stats