Facebook, Twitter, Pinterest - E-Commerce auf Knopdruck

Von Julian Heck Julian Heck | 20. Februar 2015 |

Als soziale Netzwerke gestartet, entwickeln sich die großen Plattformen jetzt vielleicht doch noch zu schwergewichtigen E-Commerce-Plattformen. Und zwar auf Knopdruck, sind sie doch mit eigenen Kauf-Buttons auf dem Vormarsch. Noch in diesem Jahr könnten Facebook, Twitter und Pinterest sie ausrollen.

Facebook, Twitter, Pinterest - Commerce statt Social
Angebot mit Buy-Button

Ist das Werbewachstum endlich? Das mag sein. Da kommt die E-Commerce-Welle gerade recht. Warum also mit Bannern Werbung für ein Produkt machen, wenn man es in den sozialen Netzwerken - also dort, wo sich die Menschen sowieso aufhalten - auch direkt kaufen kann? Social Commerce, im Grunde ein alter, aber selten gefragter Hut, kommt nun auf einem einfachen und womöglich erfolgreicherem Weg zurück ins Geschäft.

Twitter und Facebook erwägen schon länger, Produktkäufe auf ihren Plattformen möglich zu machen. Dafür haben beide schon mit dem Payment-Startup Stripe zusammengearbeitet. Über eine Tests kann man dabei nie heraus.

Facebook, Twitter, Pinterest - Commerce statt Social

Die Testphasen haben begonnen

Doch immerhin: Facebook testet seit Sommer letzten Jahres mit dem Payment-Startup Stripe seinen Kauf-Button. Ausgewählte kleine und mittelständische Unternehmen können darüber in den USA direkt im Stream beworbene Produkte verkaufen, ohne Facebook zu verlassen. Wer einmal seine Kontodaten eingegeben hat, hat die Kauf-Funktion freigeschaltet. Facebook garantiert, selbst keine sensiblen Bankdaten zu nutzen oder an Dritte weiterzugeben. Neu ist zudem eine gerade erst vorgestellte Kleinanzeigen-Funktion. In Facebook-Gruppen soll es neben einer „Posten“-Funktion auch eine „Verkaufen“-Option geben, die das Eingeben einer Produktbeschreibung, des Preises und mehr ermöglicht. In den nächsten Monaten soll die Funktion ausgerollt werden.

Und auch Twitter hat im September 2014 mit Stripe schon einen Testlauf für seinen Kauf-Button angekündigt.  Dort soll es ebenso simpel möglich sein, ein Produkt in wenigen Schritten aus einem Tweet heraus zu kaufen. Der Testlauf erfolgt seitdem mit US-Händlern wie Burberry, aber auch mit Berühmtheiten wie Eminem oder Pharell Williams. VentureBeat hatte im Oktober vermutet, dass Twitter den Kauf-Button im ersten Quartal 2015 ausrollen wird. Offizielles gibt es dazu bisher nicht.

Überhaupt: Sowohl bei Facebook als auch bei Twitter sind bisher kaum Informationen durchgesickert, wie die Pilotphase verläuft und ob sich die Funktion auszahlt. Auch, wenn die Plattformen daraus im ersten Schritt nicht direkt Einnahmen aus dem Verkauf generieren (eine Verkaufsbeteiligung hat Facebook etwa schon zu Beginn nicht ausgeschlossen), profitieren sie doch zumindest durch mehr zahlungsbereite Unternehmen (zum Beispiel für Anzeigen) und durch eine längere Nutzungsdauer der Nutzer, wenn sie nicht nur Freunde und Kollegen treffen, sondern nebenbei noch shoppen gehen.

Facebook und Twitter sind aber nicht die einzigen, die den E-Commerce für sich entdeckt haben. Pinterest ist in diesen Tagen ebenfalls auf den Zug aufgesprungen. Wie naheliegend! Denn eigentlich ist kein soziales Netzwerk für E-Commerce-Aktivitäten prädestinierter. Sind es doch gerade die Fashionistas, die das Pinboard-Netzwerk stark nutzen. Auch Pinterest könnte, wie die beiden anderen Netzwerke, mit Stripe zusammenarbeiten, wenn die Gerüchte stimmen. Auf jeden Fall soll der Launch nach einer mehrmonatigen Testphase noch in diesem Jahr erfolgen.

Wenn die Sache nicht total daneben geht, dann werden wir in diesem Jahr noch bei allen drei sozialen Netzwerken den Sprung in die E-Commerce-Welt erleben. Das wäre dann das endgültige Ende des reinen Social-Faktors.


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