Instagram: Mit diesen Kniffen holt der Handel noch mehr heraus

Von Gastautor | 1. Juli 2015 |

Instagram: Mit diesen Kniffen holt der Handel noch mehr heraus
Andreas Bersch, Brandpunkt
Instagram kennt keine Links. Abgesehen von Anzeigen und einem einzigem Link im Profil gibt es keine Links auf Instagram. Kann Instagram so für den E-Commerce überhaupt relevant sein? Die Antwort findet sich in einer modifizierten Fragestellung: Kann ein Händler überhaupt auf ein Medium wie Instagram verzichten, welches so schnell wächst? Nein, das kann kein Händler, meint Andreas Bersch, Experte für digitales Marketing und Geschäftsführer der Berliner Agentur Brandpunkt, in einem Gastbeitrag für etailment.

Die herkömmlichen Instrumente des E-Commerce sind auf Instagram nicht übertragbar. Hier zählen Branding und Kundenbindung. Marke statt Performance. Für viele im E-Commerce bedeutet dies, neue Wege einzuschlagen. Denken und Handeln durch Inhalte statt durch SEO und SEA. Bilder statt Cost-per-Click, Storytelling statt Excel. Wie also sollten Händler Instagram einsetzen?

Direkte Produktwerbung ist verpönt

Instagram Marketing bedeutet Branding und nicht Produktwerbung. Die Marketingziele von Händlern auf Instagram sollten auf die Stützung von Markenbekanntheit, Markenimage oder der Verlängerung von Kampagnen ausgerichtet sein. Wer dagegen auf Produktwerbung setzt, handelt aus der falschen Perspektive. Der Wurm muss dem Fisch schmecken und nicht dem Angler. Instagram Marketing erfordert eine konsequente Ausrichtung an den Interessen des Nutzers. Nutzer sind auf Instagram, um Erlebnisse mit Freunden oder Gleichgesinnten zu teilen, nicht aber um einzukaufen. Diese Erfahrung haben schon viele Händler gemacht, die Facebook Commerce mit dem Einrichten von Shops auf Facebook gemacht haben.

Instagram: Mit diesen Kniffen holt der Handel noch mehr heraus
Wer als Händler auf Instagram erfolgreich sein wird, braucht die richtigen Inhalte. Im Kampf um die Aufmerksamkeit der Nutzer stehen die Bilder von Marken im Wettbewerb zu Nutzerbildern. Nutzer lieben und nutzen Instagram wegen authentischer Bilder.

Händler wie Marken sind also gut beraten, eine eigene Content Strategie für Instagram zu entwickeln. Dies kann sich auch um Produktwelten drehen, wenn diese auf Instagram inszeniert werden können. Dies wird im Bereich Fashion, Food oder DIY leichter möglich sein, als etwa bei Haushaltselektronik. In der Regel lassen sich Geschichten aber besser aus dem Kontext der Produktverwendung entwickeln und inszenieren: Sehnsüchte und Wünsche lassen sich immer gut illustrieren.

Mobile ist King

Und vor allem muss sich die Content Strategie an der speziellen Nutzung von Instagram wie den Formatierungsmöglichkeiten orientieren. Wichtig ist es dabei, Instagram streng aus der mobilen Perspektive zu betrachten, denn die Webversion hat kaum Bedeutung.

Aufmerksamkeit und Interesse bei den Nutzern wird im mobilen Contentstream durch die Qualität der Inhalte (Bilder und Videos) erreicht.  Neben der richtigen Formatierung von Text und Bild kommt es auf die Verwendung von Hashtags an. Da Inhalte anders als bei Facebook nicht geteilt werden können, erfolgt die Verbreitung vor allem über Hashtags: Nutzer klicken auf Hashtags und surfen so auf der Plattform. Hier tun sich viele Händler anfangs schwer, die richtigen Hashtags aufzusetzen. Qualität geht vor Quantität.

Instagram: Mit diesen Kniffen holt der Handel noch mehr heraus
Hashtags mit hohem Contentvolumen sorgen dabei keineswegs für Reichweite, sondern machen es erst einmal schwer, die Zielgruppen zu erreichen. Daher sind unbedingt eigene Hashtags zu entwickeln, die unique sind und dem Unternehmen eine exklusive Verklammerung aller veröffentlichten Inhalte ermöglichen. Je nach Markenimage kann ein Hashtag dabei auch mit dem Markennamen verbunden werden, aber nur wenn dies authentisch ist und die Nutzer nicht abschreckt. Plumpe Handlungsaufforderungen wie #regram sind bei Hashtags übrigens weniger zu empfehlen und zeugen von mangelnder Stärke.

Anzeigen und Vernetzung mit Facebook für noch mehr Reichweite

Über den Autor

Andreas Bersch ist Geschäftsführer der Agentur Brandpunkt, gegründet 2009 als Berliner Brandung. Als erster „Facebook Preferred Developer Consultant“ in Deutschland (heute PMD Programm) hat die Agentur einen Schwerpunkt im Bereich Social Media Marketing. Als „kreative Unternehmensberatung“ begleitet Brandpunkt Kunden in der digitalen Markenführung. Bersch schreibt regelmäßig bei Future.biz.

Der Reichweitenaufbau erfolgt primär aus dem Content, sollte aber durch eine Integration in andere digitale Kanäle flankiert werden. Vor allem kann eine Verzahnung mit Facebook sinnvoll sein, gerade auch um über Linkposts Reichweite aus Facebook heraus aufzubauen. Weiterer Reichweitenaufbau kann durch spezifische Kampagnen sowie durch die Zusammenarbeit mit Influencern erreicht werden.

Anzeigenformate sind zwar in Deutschland seit einiger Zeit verfügbar, erfordern aber ein Mindestbudget. Auch performance-erfahrene Händler sollten die Schaltung von Anzeigen nicht im ersten Schritt angehen, sondern sich zunächst mit der Entwicklung einer Contentstrategie beschäftigen und durch Inhalte Reichweite aufbauen. Wenn die ersten Gehversuche erfolgreich sind, können Anzeigenbudgets den nötigen Schub erzeugen. 

Weitere Details schildert Bersch auf Future.biz im Leitfaden Instagram Marketing.

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Thema: Marketing

Schlagworte: Tipps, Instagram

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