So clever (oder öde) werben deutsche Startups im TV

tv-spot start-up
Im Wettbewerb im Web zählt Schnelligkeit. Ein rascher Anstieg der Kundenzahl ist gefragt - auch mit Blick auf die Investoren. Für mehr Reichweite ist TV immer noch erste Wahl. Strahlt ein Startup einen TV-Spot aus, dann rauchen die Server. Auch dank Media-for-Equity landen heute immer mehr junge Unternehmen im Werbeblock. Doch Airtime ist nicht alles. Gefragt ist auch eine kreative Lösung. Manchmal wird die inhouse fabriziert. Manchmal mit Hilfe einer Agentur. Ein Garant für eine gute Kampagne ist weder die eine, noch die andere Lösung. etailment zeigt gelungene Auftritte und Nervtöter.

Stylight: Das Modeportal Stylight holt mit seiner ersten TV-Kampagne fünf der bekanntesten Mode-Bloggerinnen Europas auf den TV-Schirm und hat den Mut, die nicht einmal als Bloggerinnen erkennbar zu machen.  Der Spot selbst ist so ein wenig klassische Otto-Werbung auf Speed - ein schnell geschnittenes Mood-Board. Stylight nennt das "assoziativer Flow emotionaler Bilder". Dafür brauchte es die Multi-Channel-Agentur Sugar Ray.

Mornin' Glory: Angriff auf Gillette und Wilkinson: Das Start-up Mornin' Glory kommt im TV-Spot mit klarer Ansage, rockiger Musik und pathetischem Schlussakkord daher und hämmert sich Macho-mässig ins Badzimmer. Das fällt auf, weil der inhouse konziperte Spot des Rasierklingen-Anbieters anders ist als die eingeseifte Werbung der Wettbewerber.



Wummelkiste:
Das Berliner Start-Up Wummelkiste bietet Bastelkisten für Kids. Im Abo. Klingt erklärungsbedürftig, dachte sich das Start-up-Team und ließ ein kreuzbraves Erklärbärvideo produzieren. Das spricht eher die Ratio der Eltern an, als Emotionen und Spiellust. 


Tirendo: Der Reifenanbieter kann Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel und TV-Moderator/Comedian Uke Bosse in einem TV-Spot aufbieten. Das kostete womöglich einiges. Für Ideen fehlte dann das Geld. Aber vielleicht ist der kreuzdämliche Inhalt des Spots von der Münchner Serviceplan-Tochter Neverest fast egal. oder es sollte so platt sein. Uke ist Kult.

Urbanara: Urbanara, Onlineanbieter für hochqualitative Heimtextilien, schaltete sich Ende November ins TV ein. Dafür schickte der Pure Player im Commercial ein kleines Baumwollbällchen durch eine fantastische Welt, die komplett aus Textilien und Produkten von Urbanara gestaltet ist. Kuschelig und aus der Feder von BBDO Proximity Düsseldorf.

reBuy: Geschäftsführer in grünen Boxershirts. Die hyperaktive TV-Werbung des Re-Commmerce-Anbieters, die TryNoAgency erdacht hat, kann man unterhaltsam finden,. Aber nur solange man noch nicht den frechen Spot vom DollarShaveClub gesehen hat, der das Filmchen inspiriert haben dürfte.

Regiondo: Seine erste TV-Kampagne hat der Online-Marktplatz für Freizeitaktivitäten inhouse in Zusammenarbeit mit der Agentur Leadlink auf den Weg gebracht und erklärt in 25-Sekunden das Angebotsspektrum. Klar wird, was die Ticket-Plattform macht. Nur Faszination, die dazu motiviert, den Fernsehsessel mit Hilfe von Regiondo zu verlassen, will sich nicht einstellen.

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Thema: Marketing

Schlagworte: Start-up, TV-Spot

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Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

  1. Tobias Beuscher
    Erstellt 3. Juli 2013 19:06 | Permanent-Link

    Nunja, wohl gewollt aber dennoch dämlich: Wie kann ich denn meinen Rasierer "Morgenlatte" nennen?

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