Werbung auf Facebook - so geht's

Von Stephan Lamprecht | 8. August 2016 |

Werbung auf Facebook - so geht's
Laut aktueller Zahlen nutzen täglich 1 Milliarde Menschen Facebook. An diesem Giganten ist unter Gesichtspunkten des Marketings inzwischen nicht mehr vorbeizukommen. Und jedem Nutzer begegnen täglich Werbeanzeigen bekannter Marken und großer Händler. Aber lohnt sich das auch für kleinere Unternehmen? Wie fängt man am besten mit Werbung auf Facebook an? Etailment startet dazu heute eine kleine Serie.

Ist das nicht viel zu teuer?

Wer auf Facebook unterwegs ist, stößt regelmäßig auf Anzeigen namhafter Unternehmen. Alle mit einem nennenswerten Marketing-Budget ausgestattet. Das legt dann erstmal den Verdacht nahe, dass Werbung auf Facebook nur etwas für große Firmen ist. Ist Werbung auf Facebook also nicht für den kleinen Laden um die Ecke zu teuer?

Schauen wir doch mal. In meiner Heimatstadt Ahrensburg gibt es seit vielen Jahrzehnten den "Markt". Eine kostenlos verteilte Zeitung, die amtliche Bekanntmachungen, redaktionelle Artikel, aber noch viel mehr Anzeigen enthält. Ein klassisches Anzeigenblatt eben. Verteilt wird die Zeitung an alle Haushalte in der Stadt. Sagen wir der Einfachheit halber, das sind 35.000 Personen. Ich habe mir die Mühe gemacht und die aktuellen Mediadaten angesehen. Eine farbige Anzeige, etwa in der Größe eines Werbebanners im Internet, kostet einmalig geschaltet knapp 200 Euro. Das Problem daran ist nur, dass ja eben leider nicht nur eine Anzeige in dem Blatt zu finden ist, sondern eine ganze Menge. Und von den 35.000 Personen schmeißen viele die Zeitung auch ungesehen in den Müll. Und von denjenigen, die das nicht tun, müssen sich dann wiederum auch Menschen für das Angebot des Händlers interessieren. Die 200 Euro wirken also zunächst sehr preiswert, auf der anderen Seite ist das aber Werbung nach dem klassischen Prinzip der Gießkanne. Ich streue meine Botschaft breit in die Welt hinaus und hoffe, dass es den Richtigen erwischt.

Und nun Facebook: Mit dem Werbeanzeigenmanager auf Facebook kann der Händler ebenfalls gezielt in einer bestimmten Region Anzeigen schalten. Aber der Händler hat zusätzlich die Möglichkeit, auch noch festzulegen, wie alt die Personen sein sollen, die die Anzeigen überhaupt sehen. Und, noch viel entscheidender, es können sogar Interessen festgelegt werden. Der Innenausstatter kann beispielsweise exakt festlegen, dass sich die Nutzer für Inneneinrichtung interessieren, zu einer bestimmten Altersgruppe gehören und noch dazu am Ort leben. Facebook ermittelt immer gleich die Zahl der täglich erreichbaren Nutzer. Das sind in diesem Beispiel zwischen 2100 und 5500 Menschen täglich! Abgerechnet wird der Klick auf die Anzeige, also nur bei Personen, die auch tatsächlich Interesse an dem Angebot haben, und auf die Werbung klicken. Beim vorgeschlagenen Klickpreis und einem maximal Tagesbudget von 20 Euro, wird die Anzeige 10 Tage laufen. Das heißt, für den Wert einer Anzeige im Werbeblatt erreicht der Händler im Idealfall auf Facebook 55.000 Menschen, die sich noch dazu für seine Produkte interessieren. Facebook ist also unter diesem Gesichtspunkt sogar die preiswertere Werbung.

Diese Werbeformate können Sie nutzen

Facebook bietet den Werbekunden eine ganze Reihe von Anzeigeformen, zwischen denen Sie bereits beim Anlegen einer Kampagne wählen müssen.

  • Bewerbung eines Beitrags: Damit können Sie ein Posting auf Facebook gezielt bewerben, um mehr Nutzer zu erreichen.
  • Bewerbung der eigenen Facebook-Seite: Damit leiten Sie Interessenten auf ihre Seite auf Facebook.
  • Weiterleitung auf Website: Einer der Klassiker. Als Ziel Ihrer Werbung dient eine Seite (URL) in Ihrem Internetauftritt.
  • Steigerung Conversion: Wenn Sie direkt zu einem Produkt oder einer Aktion leiten wollen, ist dies die richtige Form. Über einen Zählpixel können Sie genau messen, ob die Anzeige Erfolg gehabt hat.
  • Anzeigen für Apps: Um Nutzer zur Installation einer App zu bewegen oder mehr Interaktion in der App zu erreichen, stehen gleich zwei Formate zur Verfügung.
  • Menschen in der Nähe erreichen: Für das Restaurant, die Boutique oder den kleinen Laden um die Ecke, ist es nützlich, auch nur Kunden anzusprechen, die sich in unmittelbarer Nähe befinden. Das kann mit dieser Form umgesetzt werden.
  • Veranstaltung bewerben: Wenn Sie einen Tag der offenen Tür oder eine andere Veranstaltung auf Facebook eintragen, können Sie gezielt potenzielle Teilnehmer erreichen.
  • Angebot bewerben: Zum Beispiel Gutscheine oder Rabatte.
  • Leads sammeln: Ohne das Facebook-Umfeld oder die App verlassen zu müssen, können Kunden ihre Daten hinterlassen.
  • Videos: Damit steigern Sie die Reichweite eines bereits produzierten Videos innerhalb des Netzwerks.

Werbung auf Facebook - so geht's
Die verschiedenen Werbeformate auf Facebook

Mit der Auswahl des Formats legen Sie fest, welche Optionen Ihnen danach im Werbeanzeigenmanager zur Verfügung stehen bzw. welche Daten Sie eintragen müssen.

So legen Sie eine Anzeige an

Sie müssen zunächst den Werbeanzeigenmanager aufrufen. Er wird dann ein neues Werbekonto anlegen, der Vorgang ist aber binnen weniger Minuten abgeschlossen. Im ersten Schritt entscheiden Sie sich zwischen den Grundformaten für Anzeigen. Nutzen Sie etwa die Weiterleitung auf Ihre Website. Sie können mehrere Kampagnen (also Ziele und Inhalte) parallel auf Facebook einsetzen. Vergeben Sie deswegen einen Namen für die Kampagne, der Ihnen die Unterscheidung erleichtert.

Nachdem das Werbekonto eingerichtet wurde, folgt einer der wichtigsten Bereiche. Die Definition der Zielgruppe. Hier definieren Sie:

  • Den Ort, in dem sich die Personen befinden oder wohnen müssen.
  • Den Umkreis um diesen Ort.
  • Das gewünschte Alter der Zielgruppe.
  • Das Geschlecht.
  • Die Sprache.

Auf der rechten Seite blendet Ihnen Facebook ein, wie viele Personen dies potenziell täglich sind.

Werbung auf Facebook - so geht's
Definieren Sie, wer Ihre Zielgruppe ist

Im zweiten Teil haben Sie die Möglichkeit, zwischen verschiedenen Merkmalen zu wählen. Zum Beispiel Interessensgebiete, demografische Merkmale (Schulbildung, Einkommen, Immobilienbesitz) und Verbindungen zu Ihnen. Das können beispielsweise Menschen sein, denen Ihre Seite auf Facebook gefällt oder die Freunde von Personen, denen die Seite gefällt. Die Verbindungen können Sie aber auch leer lassen.

Werbung auf Facebook - so geht's
Sie können auch Eigenschaften der Zielgruppe definieren

Jetzt entscheiden Sie sich, über welche Kanäle die Werbung ausgespielt wird. Nur Desktop? Nur mobile Geräte? Auf Instagram? Es sind dabei auch verschiedene Kombinationen möglich.

Schließlich wird das Tagesbudget definiert. Das ist der durchschnittliche Wert, den Sie pro Tag für Klicks ausgeben wollen. Außerdem kann dort auch eine Laufzeit gewählt werden. Zum Einstieg und Sammeln erster Erfahrungen müssen Sie sich noch nicht mit den erweiterten Optionen beschäftigen. Dort übernehmen Sie die Feinsteuerung, etwa was den Preis pro Klick betrifft.

Werbung auf Facebook - so geht's
Nutzen Sie eigene Beiträge oder legen Sie Anzeigen völlig frei an

Damit befinden Sie sich dann bereits mitten in der Gestaltung der Anzeige. Hier können Sie bereits vorhandene Beiträge benutzen oder stellen eine Anzeige völlig frei zusammen. Laden Sie Bilder hoch, schreiben Sie Ihren Text. Die Dialoge sind selbsterklärend. Schließlich muss noch die URL eingetragen werden, auf die die Anzeige leiten wird. Am Ende überprüfen Sie noch einmal die Angaben, bevor Sie die Anzeige dann auch tatsächlich buchen.

Damit sind Sie bereits mit einer Anzeige auf Facebook vertreten!

In der nächsten Folge der Serie wird es dann um die Optimierung der Werbung gehen.

 


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Thema: Marketing

Schlagworte: Facebook

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