Wie Händler Preissuchmaschinen gekonnt einsetzen

Von Stephan Lamprecht | 28. Januar 2016 | 4 Kommentare Kommentieren

Wie Händler Preissuchmaschinen gekonnt einsetzen
Niemand zahlt gern mehr für ein Produkt als unbedingt notwendig. Deswegen sind Preissuchmaschinen, wie Billiger.de oder Idealo.de, für viele Verbraucher eine wichtige Anlaufstelle unmittelbar vor der Bestellung des Wunschprodukts.

Gemeinsam mit Channeladvisor zeigen wir Ihnen in diesem Artikel, wie Händler Preissuchmaschinen richtig einsetzen.

Am Monatsende muss noch Budget übrig sein

Die Anbieter werben damit, dass der Händler nur dann Gebühren entrichten muss, wenn Kunden auch tatsächlich in den Shop weitergeleitet werden. Dieses CPC-Modell (Cost per Click) kann aber trotzdem ins Geld gehen und bedeutet ja nicht automatisch auch Umsatz. Das Budget und die Budgetgrenzen sollten Händler immer so gestalten, dass die Sichtbarkeit der Produkte auch am Ende eines Monats noch gewährleistet ist. Es schädigt die eigene Marke und das Ansehen, wenn Kunden etwa am Anfang des Monats auf ein Angebot aufmerksam werden, dies aber am Ende des Monats, wenn das Budget aufgebraucht ist, nicht wiederfinden, weil es nicht mehr angezeigt wird. Zumindest Top-Seller sollten permanent präsentiert werden.

Datenfeed auch an kostenlose Vergleichsportale und Google senden

Wenn ohnehin ein (Produkt-)Datenfeed existiert, sollte dieser unbedingt auch an die Produktsuche in Google gesendet werden.

Preise im Datenfeed und auf der Website müssen identisch sein

In einer modernen Systemarchitektur dürfte es kaum vorkommen, dass sich die Preise zwischen Produktdatenfeed für Preissuchmaschinen und das Angebot im Shop oder Website unterscheiden. Denn eigentlich sollte der Shop den Feed erzeugen. Irren ist menschlich und es mag durchaus Konstellationen geben, wo Feed und Angebot auf der Site technisch nicht synchronisiert sind. In diesem Fall ist Vorsicht geboten. Denn die Suchmaschinen strafen Firmen ab, wenn die in der Suchmaschine angebotene Preise im Shop dann nicht angeboten werden.

Daten für den Kunden interessant machen

Preissuchmaschinen sind nur in Teilen mit klassischen Suchmaschinen zu vergleichen. Deswegen gelten auch einige Erkenntnisse aus dem Suchmaschinenmarketing hier nicht. Dazu zählt die Idee, die Sichtbarkeit durch Gebote zu verbessern. Denn anders als bei Google & Co kann der Nutzer die Angebote nach eigenen Kriterien sortieren. Damit wären entsprechende Maßnahmen des Unternehmens aber sinnlos. Dennoch kann der Händler versuchen, sein Listing für den Besucher attraktiver zu gestalten. Klar gekennzeichnete Preissenkungen sind ein starkes optisches Signal, Gütesiegel, mit denen das Angebot gekennzeichnet wird, ebenfalls.

Wie Händler Preissuchmaschinen gekonnt einsetzen
Ein Listing mit Bewertung und Rabattcode - das ist gut gelöst

Machen Sie vollständige Angaben zu den Versandkosten

Es ist letztlich der Preis, der die Entscheidung des Kunden für oder gegen einen Händler beeinflusst. Und der Kunde möchte hier nicht zwischen Netto- und Bruttopreisen, mit oder ohne Versandkosten selbst differenzieren. Deshalb sollten die Angaben zu den Versandkosten möglichst vollständig sein. Das gilt umso mehr, wenn Gratisversand angeboten werden kann. Vollständige Angaben beeinflussen die Conversionrate positiv.

Übermitteln Sie UPC-Daten

Existieren zu den Artikeln universelle Produktcodes (UPC) oder Teilenummern, sollten diese in den Produktdatenfeed aufgenommen werden. Sie bilden ein wichtiges und einfaches Mittel, um die Produkte in der richtigen Kategorie anzuzeigen. Und noch viel wichtiger: In der gleichen Gruppe der anderen Anbieter zu erscheinen.

Datenfeed regelmäßig aussenden

Sofern es das Shopsystem nicht ohnehin bereits automatisiert erledigt, ist es zu empfehlen, den Produktdatenfeed einmal pro Tag an die Preissuchmaschine zu übermitteln. Das gilt auch für den Fall, dass sich die Preise oder das Angebot nicht verändert haben. Die Experten von Channeladvisor haben einen, wenn auch geringen Einfluss, auf das Ranking festgestellt.

Professionelles Bildmaterial einsetzen

Der positive Kundeneindruck vom Listing wird durch ansprechendes Bildmaterial abgerundet. Die einfachste Möglichkeit, professionelle Bilder zu erhalten, besteht natürlich darin, das von den Herstellern zur Verfügung gestellte Material zu benutzen. Um sich bei Top-Produkten zu differenzieren, kann sich die Herstellung eigenen Materials durchaus lohnen.

Auch Produktseiten sind für Suchmaschinen interessant

Bei allem Nutzen der Preissuchmaschinen an sich sollten Händler nicht vergessen, Produkt- und Produktdetailseiten für klassische Suchmaschinen freizugeben. Wird dies mit einer Server-Einstellung unterbunden und etwa der Googlebot behindert, werden die Produkte auch nicht mehr in der Google-Produktsuche berücksichtigt.

Preissenkungen und Rabatte anbieten

Nicht immer reicht die Marge an einem Produkt auch aus, um dem Kunden Rabatte oder Sonderpreise anzubieten. Allerdings sind die Nutzer der Spezialsuchmaschinen eben preissensitiv. Wenn es die kaufmännische Seite zulässt, nehmen Sie Rabattcodes in den Produktdatenfeed auf.

Kundenbewertungen einholen

Einfluss auf die Conversion haben stets auch gute Kundenbewertungen. Je mehr der Händler davon einsammeln kann, umso besser. Deswegen sollten die Kunden auch immer nach der Abwicklung einer Bestellung um eine Bewertung gebeten werden.


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Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

  1. Erstellt 28. Januar 2016 12:42 | Permanent-Link
    Weitere Tipps

    1.Kontrolle
    Die Qualität der einzelnen Preisvergleichsdienste variiert zum Teil erheblich. Beispielsweise können 1000 Klicks bei Preisvergleich A fünf Käufe generieren, Preisvergleich B generiert aus 1000 Klicks aber 50 Käufe. Das sollte man mindestens monatlich analysieren - Google Analytics kann das ganz gut, wenn man das eCommerce-Tracking aktiviert hat - und entsprechend reagieren. Was kann man tun?

    A. Preisdatei manuell oder automatisch so optimieren, dass nur Produktdaten enthalten sind, die auch Käufe generieren.
    B. Das Budget von ineffizienten Preisvergleich zugunsten der besseren Preisvergleich verschieben.

    2. Zahlungsarten
    Die meisten Preisvergleiche ermöglichen das Hinterlegen von Zahlungsarten. Viele Kunden möchte auf Rechnung, PayPal und/oder Amazon Payments bezahlen. Bietet der Shop das an, ist die Kaufbereitschaft höher.

    3. Reputation
    Bewertungen wurden ja schon angesprochen. Hier sind Anzahl und Qualtität entscheidend. Was aber die Klickwahrscheinlichkeit erhöhen könnte, sind Kommentare zu den Bewertungen. In der Regel kann man als Händler Bewertungen bei Preisvergleichen kommentieren. Das würde ich nicht nur bei schlechten Bewertungen tun, sonder bei jeder! Warum? Aus zwei Gründen: Es zeigt, wie viel Herzblut vom Händler in seinem Online-Shop steckt und als Konsument geht man davon aus, dass es bei der Lieferung vergleichbar ist (Lieferzeit, Qualität etc.). Zum Anderen kann man beim Kunden, welcher die Bewertung verfasst hat, einen weiteren (positiven) Markenkontakt schaffen, um beispielsweise die Mund-zu-Mundpropaganda zu verbessern und in guter Erinnerung zu bleiben.

    4. Online-Shop optimieren!
    Der größte Hebel bei Preisvergleichen dürfte, ähnlich wie bei der Suchmaschinenoptimierung, die Nutzerfreundlichkeit des Shops sein. Bei Sparmedo (Preisvergleich für Versandapotheken) haben wir eine um 37% höhere Kaufrate gemessen (der Nutzer kam nicht zurück zum PReisvergleich), wenn der Online-Shop nutzerfreundlich war. Was bedeutet Nutzerfreundlichen?
    A. Der Nutzer erhält eine unmittelbare Bestätigung der Angebotsdetails aus dem Preisvergleich (Produktname, Fotos, Preis, Zahlungsarten, Versandkosten).
    B. Der Online-Shop ist mobilfreundlich - vor allem, wenn man auch am mobilen Preisvergleich teilnimmt!
    C. Der Shop-Server liefert das HTML-Dokument in wenger als 500ms aus.
    D. Es gibt eine klare Handlungsaufforderung - der Button „in den Warenkorb“ sollte groß, im Kontrast zum Umfeld und direkt im sichtbaren Bereich der Seite sein.

  2. Martin
    Erstellt 28. Januar 2016 16:44 | Permanent-Link

    So so das kostenlose Vergleichsportal Google ....

  3. Erstellt 29. Januar 2016 09:00 | Permanent-Link
    Vorteile der Preissuchmaschinen gegenüber den Shops

    Vor allem hat man bei Billiger.de den Vorteil dass man ganz gezielt nach einem Wunschprodukt suchen kann. So kann ich bei Handys zum Beispiel genau festlegen was ich will, DualSIM, 5 Zoll Display, GPS etc. Auf der Suche nach einer Kamera den Zoom Bereich, oder Brennweite, Displaygröße, Objektivanschluss usw.
    Die Filtermöglichkeiten sind mir sehr wichtig da diese von sehr vielen Shops nicht oder nur unzureichend oder tierisch unübersichtlich gegeben sind !

  4. be-commerce
    Erstellt 29. Januar 2016 09:47 | Permanent-Link
    Vorsicht bei der Wahl des Anbieters

    Haben mit billiger.de schlechte Erfahrungen gemacht. Was da an Klicks generiert wurde war ansehnlich und deutlich über dem Niveau von idealo. Qualitativ leider aber um Welten schlechter, da das "System billiger" Traffic aus vielen, teils dubios anmutenden Quellen generiert.

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