Youtube hilft verkaufen: Reichweite, Targeting und die Jugend

Von Frank Puscher | 4. April 2014 |

Lange Zeit fristete Youtube aus Marketingsicht ein eher trauriges Dasein, voll von gescheiterten Versuchen von Marken sich selbst für die Jugend zu inszenieren. Allmählich reift ein Werbekanal heran, der unter anderem Zielgruppen erreicht, die es sonst kaum zu finden gibt. Auch der Handel hat die Chancen des Bewegtbildes im eigenen Kanal für sich entdeckt. Schlicht Werbeclips ins Web zu heben, reicht da aber nicht.

saturn, techlab
46 000 Abonnenten hat der Kanal TechLab, der von Saturn gesponsert und vom YouTuber AlexiBexi moderiert wird
 

Die letzten Schlagzeilen aus dem YouTube-Universum waren eher negativer Natur. Y-Titty, die Comedy-Helden der Generation zwischen 10 und 16, haben möglicherweise Schleichwerbung betrieben. Nun wollen die Landesmedienanstalten eingreifen. Transparenz und Vertrauen sind gerade in Plattformen, die sich zu den sozialen Medien Rechnen ein hohes Gut. Das weiß Y-Titty und wehrt sich mit Händen und Füssen. Man habe die beworbenen Produkte entweder im Abspann oder in den Youtube-Kommentaren benannt. Doch Branchenkenner Betram Gugel mahnt: „Manche Youtuber müssen aufpassen, dass sie ihre sorgfältig aufgebaute Marke nicht mit solchen Maßnahmen verbrennen“.

Um gleich gar nicht in den Ruf zu kommen, Schleichwerbung zu betreiben, macht Saturn Media Markt einen ganz offiziellen Kanal, in dem auch Y-Titty und andere YouTube-Helden mitmachen. Präsentiert werden Technikprodukte und da gibt es nicht immer nur Lob von den Testern. „Saturn liefert uns eine Liste mit möglichen Testprodukten, das war´s“, erläutert Produzent Christoph Krachten auf die Frage hin, wie viel Einfluss der Technikkonzern auf die Videoproduktion nimmt. Immerhin 46 000 Follower hat das Projekt TechLab.

Auch die Agenturen haben das Thema YouTube inzwischen für sich entdeckt. Daran ist Google nicht ganz unschuldig: Vor eineinhalb Jahren hat man mit dem Projekt Original Channels einigen Kreativen auf die Sprünge geholfen. Auch Endemol beyond zählte dazu und will sich eigenen Aussagen zufolge noch stärker in diesem Segment positionieren. Auf dem Channel Shortcuts, einem der wenigen Original Channels, die nach der Google-Förderung noch überlebt haben, gibt es dieser Tage eine Kampagne zum Hyundai i10 zu sehen. Zur Erfolgsmessung werden die von Adwords bekannten Brand Lift Surveys eingesetzt. Das sind Umfragen, die eine Vorher-Nachher-Analyse der Markenbekanntheit abbilden.

Die Hamburger Performance Agentur eProfessional hat YouTube ebenfalls als neue Spielweise für sich entdeckt und fünf Gründe gefunden, warum YouTube ein toller Werbekanal auch für Performance- und Abverkaufskampagnen sein kann. 

1.      Hohe Reichweite: In Deutschland hat YouTube monatlich 34 Millionen Unique Visitors.

2.      Starkes Targeting: TV-Spots lassen sich hingegen nur in Programm-Umfeldern buchen, die bei weitem keine so detaillierten Zielgruppendaten bieten können.

3.      True View: Nur wenn der Nutzer nicht auf „Überspringen“ klickt, wird die Werbung bezahlt. Aber Achtung: True View Clips sind teurer.

4.     Kein Medienbruch: EProfessional behauptet, dass YouTube-Anzeigen mehr Traffic generieren als TV-Spots, ohne das beweisen zu können. Stellt sich die Frage: Was sind Youtube-Anzeigen? Das mit dem Medienbruch stimmt, das mit dem Traffic ist sicher unterschiedlich je nach Thema, Budget und Zielgruppe.

5.      Retargeting: Nutzer, die einen Werbespot bis zum Ende angeschaut haben, können markiert und auf anderen Werbekanälen später durch eine Displayanzeige erneut angesprochen werden.


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Thema: Marketing

Schlagworte: Youtube

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