Neckermann: Werbemail aus dem Reich der Toten

Von Olaf Kolbrück Olaf Kolbrück | 19. Dezember 2012 |

Neckermann hat den Betrieb eingestellt. Jetzt werden die Gläubiger befriedigt. Alles kommt und kam unter den Hammer - quasi bis zur letzten Büroklammer. Also beinahe jedenfalls. Es gibt nichts, mit dem nicht noch ein paar Cent zu verdienen sind. Und sei es eine Werbefläche bei Neckermann.de.  Oder E-Mail-Werbung von info@neckermann.de. Natürlich nicht für irgendeine allerletzte Versteigerung von Memorabilien von Neckermann, sondern für den Versender Pearl. Huch?!

neckermann pearl
In der Mail von info@neckermann.de meldet sich das Unternehmen fröhlich bei bisherigen Empfängern des Newsletters und verkündet: "Lieber Herr Sowieso,  besonders günstig, extrem zuverlässig, qualitativ hochwertig und schnell: Diese Eigenschaften haben Sie bereits als Neckermann-Kunde ganz besonders beim Versandkauf geschätzt. Daher möchte ich Sie heute einladen, die riesige Einkaufswelt von PEARL zu entdecken."

Ja, ne. Will ich nicht.

Ist das in Ordnung?

Nein, findet beispielsweise IT- und E-Commerce-Manager  ThomasBrodowski bei Twitter: "Liebe #NECKERMANN GmbH i.Ins - Nein ich finde es nicht OK, wenn ich unaufgefordert mit Eurem Logo von PEARL Newsletter erhalte ... Widerruf!"

Okay, Widerruf. Aber wo?

Rechtlich mag diese Art der Empfehlungsmail ("neckermann.de empfiehlt:  PEARL - Deutschlands großes Versandhaus für Technik und Lifestyle") sogar erlaubt sein.

Höflich ist derlei gegenüber dem ehemaligen Kunden nicht. Zumal, man ist schließlich in Auflösung, nicht einmal mehr ein ordentlicher Abbestell-Link in der E-Mail enthalten ist. 

Aber es gibt schließlich auf der Website noch eine Service-Mailadresse für alles und jedes. Und eine Hotline. Kostenpflichtig. Natürlich.

In jedem Fall eine etwas eigene Aktion von Neckermann.de. Apropos "eigen": Die Otto Group, sie hat die Markenrechte an Neckermann.de und auch den Zugang zu Adress- und E-Maildaten erworben, steckt übrigens nicht dahinter. Neckermann.de kann gegenwärtig weiterhin einer kleinen Anzahl anderen Firmen erlauben, die Adress- oder E-Mail-Daten zu nutzen.

Es kommt schließlich auf jeden Cent an. Jetzt wird eben das letzte Stück Inventar zu Geld gemacht: der Kunde.


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Thema: Marketing

Schlagworte: Neckermann, E-Mail

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